Kind spielt im Wasser
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Mit Kreativität (und Regenwasser) Trinkwasser sparen

 

Trinkwasser ist unser wertvollstes Lebensmittel. Und stand, zumindest in den gemäßigten Klimaregionen, fast immer in ausreichendem Maße zur Verfügung. Mit dem Klimawandel ändert sich das aber gerade. Der von den Vereinten Nationen ausgerufene „Weltwassertag“ rückt das am 22. März, wie jedes Jahr, ganz deutlich in den Fokus. Grund genug, einmal die Wassersituation hierzulande näher zu beleuchten und kreativ nachzudenken, wie man Wasser sparen kann. Aber so, dass dadurch auch keine Gesundheitsrisiken entstehen – denn dieser Aspekt wird oft vernachlässigt. Wir zeigen Euch in unserer neuen Blog-Reihe, wie Ihr trotzdem ressourcenschonend Wasser sparen könnt.

Wie ist die Wassersituation in Deutschland?

Zumindest auf den ersten Blick ist die Versorgungssituation mit Trinkwasser in Deutschland gut. Aber sie verändert sich: Immer wieder sind aufgrund des Klimawandels in den vergangenen Jahren auch hierzulande Flüsse, Bäche oder Brunnen ausgetrocknet und Talsperren nahezu leergelaufen. Und die Meteorologen warnen, dass der März 2022 der wohl wärmste und trockenste seit vielen Jahren werden wird …

Grund genug also, einmal über den ganz persönlichen Wasserverbrauch nachzudenken – und darüber, wie man ihn (weiter) senken kann. Denn nach wie vor liegt der im bundesweiten Durchschnitt pro Person bei rund 129 Litern pro Tag (Quelle: statista). 129 Liter pro Tag ist zwar etwa 20 Liter weniger als vor 30 Jahren, variiert aber je nach Region deutlich. In NRW wurden 2019 im Pro-Kopf-Durchschnitt zum Beispiel sogar über 138 Liter verbraucht. Im Kreis Lippe waren die Menschen dabei mit 102,5 Litern am sparsamsten, die Bonner mit 185,3 Litern besonders verschwenderisch… (Quelle: Statistisches Landesamt NRW).

Besonders bedenklich: Etwa 40 Liter des wertvollen Trinkwassers fließen so oder so durch die Toilettenspülung direkt wieder in die Kanalisation …

Welche Möglichkeiten gibt es zum Wassersparen?

Wenn Ihr Wasser sparen möchtet, gibt es verschiedene Ansätze. Wir stellen Euch die wichtigsten vor.
Schon bei der Anschaffung von Haushaltsgeräten könnt Ihr zum Beispiel dafür sorgen, dass möglichst wenig Trinkwasser verbraucht wird. Moderne Waschmaschinen benötigen so nur knapp 50 Liter pro Waschgang, alte fast 90! Das macht pro Jahr einen Unterschied von fast 2.000 Litern aus – der Gegenwert von mehr als 13 Badewannen! Ähnlich sieht es bei Geschirrspülern aus. Die sparsamen benötigen pro Spülvorgang kaum 9 Liter, andere Modelle hingegen mehr als 12.

Im Badezimmer stehen vor allem die Dusche und die WC-Spülung im Fokus. In fünf Minuten Duschen verbraucht Ihr nämlich zwischen 30 und 60 Litern Wasser, beim Vollbad sind es zwischen 130 und 150. Am WC fließen im Durchschnitt zwischen 4,5 und 9 Liter pro Spülvorgang (kleine / große Spülmenge) in die Kanalisation. Wer hier Wassersparen möchte, spricht also am besten mit seinem Installateur: Er kann zum Beispiel eine „Spardusche“ installieren, die Euch durch beigemengte Luft weiter jede Menge Duschvergnügen garantiert – aber den Wasserverbrauch halbiert. An den Toiletten lässt sich der Verbrauch über die sogenannte Spülstromdrossel regeln. An der kann der Fachmann zum Wassersparen eine reduzierte Spülmenge einstellen.

Wassersparen mit Regen- oder Grauwasser?

Die dritte Variante, wertvolles Trinkwasser zu sparen, ist die Nutzung von Regen- und Grauwasser. Das Regenwasser wird dazu in einer separaten Zisterne gesammelt, gefiltert und dann über ein kleines „Hauswasserwerk“ beispielsweise für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine genutzt. Von Grauwassernutzung spricht man, wenn das Ablaufwasser aus der Dusche, der Waschmaschine oder der Badewanne getrennt abgeleitet, mechanisch oder biologisch behandelt und dann ebenfalls wieder zur Toilettenspülung und Ähnlichem eingesetzt wird.

Allein über die Zweifachnutzung des Grauwassers kann der Wasserverbrauch daheim nahezu halbiert werden, hat die Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. ausgerechnet. Aber: Sowohl für die Regenwasser- wie für die Grauwassernutzung braucht Ihr ein eigenes Rohrleitungsnetz. Sonst drohen schwere hygienische Risiken. Aber dazu mehr in einem unserer nächsten Blogs …
Doch vorher noch eine Frage: Wie spart Ihr eigentlich Wasser? Habt Ihr da schon Erfahrungen, die Neueinsteigern ins Thema vielleicht helfen können? Schreibt uns doch einfach mal, was geht – und an welchen Stellen Ihr eher sagt „Besser nicht!“.

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