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Nachhaltig Freude an Kleidung – 8 praktische Tipps

 

Morgens frisch angezogen, abends die Punktlandung im Wäschekorb. Und das Tag für Tag. Kein Wunder, dass 60 bis 80 % des Energieverbrauchs von Kleidung beim Waschen, Trocknen und Bügeln entsteht – was sie auch noch schneller alt aussehen lässt. Doch es geht auch anders. Seht selbst!

1. Weniger waschen: insbesondere Wolle und Jeans

Jede Runde in der Waschmaschine ist für unsere Kleidung eine Tortur. Schaut daher genau, was Ihr waschen müsst oder auslüften könnt. Kleidungsstücke aus Wolle oder Jeans müssen seltener in die Trommel als oftmals gedacht. Wolle kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und Gerüche aktiv in ihre Fasern einschließen, was das Wachstum geruchsbildender Bakterien hemmt. Und wer seine Jeans zwischendurch lüftet, kann sie bis zu zehn Tage lang tragen. Manch einer steckt sie sogar „eingetütet“ ins Gefrierfach, um die Bakterien abzutöten. Das ist zugegeben Geschmackssache, aber es hilft!

2. Richtig waschen: gerne kühler und kürzer

Jedes Material hat eigene Pflegebedürfnisse. Daher lohnt sich ein Blick auf den Pflegehinweis – am besten schon vor dem Kleidungskauf. Ich zum Beispiel möchte alles selbst waschen und auf chemische Reinigung verzichten können. Außerdem wasche ich meine Kleidung oft kälter als vom Hersteller empfohlen – bei 30 oder 40 Grad Celsius im Kurzprogramm. Das spart nicht nur Energie und Wasser, sondern schont auch die Fasern. Für die Waschmaschine ist es ausreichend, sie einmal im Monat bei 60 Grad laufen zu lassen, um der Bildung von Keimen entgegenzuwirken. Um Verfärbung zu vermeiden, wasche ich Lieblingsstücke auf links gedreht – und Dunkles separat.

Pflegetipps für empfindliche Materialen

Wolle

  • Kleine Flecken vorsichtig mit feuchtem Tuch abnehmen – niemals rubbeln
  • Nicht jedes Kleidungsstück aus Wolle ist für den Wollwaschgang geeignet – daher unbedingt das Pflegeetikett beachten
  • Kleidungsstücke nach dem Waschen zügig aus der Maschine nehmen und in einem Frotteetuch ausdrücken
  • Stark verschmutzte Kleidung in die Trockenreinigung geben
  • Zedernholz, Lavendel oder Cadeöl als natürlichen Mottenschutz im Kleiderschrank nutzen
  • Zu heiß gewaschen? Kleidungsstück über Nacht in lauwarmem Wasser mit einem Schuss Conditioner einweichen, in ein Handtuch einrollen, auswringen und dann in seine ursprüngliche Form ziehen und liegend trocknen lassen

Seide

  • Auf links gedreht mit mildem Seidenwaschmittel von Hand waschen – wenn in der Maschine, dann immer in einem Wäschesack
  • In noch leicht feuchtem Zustand mit einem Baumwolltuch auf dem Kleidungsstück bügeln
Seifenblasen

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Kunstfasern gehören ebenfalls in einen speziellen Wäschebeutel, z. B. von Guppyfriend. Dieser verhindert, dass Polyester, Polyamid & Co. Mikroplastik in den Wasserkreislauf abgeben. Auch deshalb entscheidet Ihr euch besser für natürliche Fasern wie zum Beispiel Bio-Baumwolle. Einen Überblick über die Vorteile für Mensch und Umwelt sowie verlässliche Siegel findet Ihr hier. Ebenfalls natürlichen Ursprungs und zudem höchst innovativ sind die in folgendem Post vorgestellten Materialen: „Ökologische Textilien: Mode aus Ananas, Alge & Co“. Viel Spaß beim Entdecken!

3. Richtig trocknen: natürlich an der Luft

Trockner sind bequem, aber nicht für unsere Kleidung. Hängt sie lieber „luftig“ auf einen Wäscheständer, damit sich dazwischen keine Luftfeuchtigkeit staut. Legt nur trockene Kleidung in den Schrank, um die Bildung von schlechten Gerüchen und schlimmstenfalls Schimmel zu vermeiden. Die Sporen können nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch der Farbe und den Fasern unserer Garderobe schaden. Leicht knitternde Stücke trocknet Ihr am besten auf einem Bügel, so dass sie sich aushängen und weniger heiß gebügelt werden müssen. Wolliges trocknet am besten liegend auf einem Handtuch, damit es nicht ausleiert. Der Trockner ist tabu, da das Einlaufen dabei vorprogrammiert ist.

4. Richtig bügeln: öfter mit einem Tuch

Bügeln bringt unsere Lieblingsteile wieder in Form und glättet die Fasern, die beim Waschen aufgeraut wurden. Bügelt aber nie heißer als auf dem Pflegeetikett angegeben ist. Bei Kleidung aus Seide, Wolle, Tencel oder mit Elasthan legt Ihr ein feuchtes Tuch darauf, um Glanzbildung zu vermeiden und die Materialien zu schonen. Eine gute Bügelauflage ist ebenfalls hilfreich, da sich bei billigen Bügelbrettern das Metallgeflecht durchdrückt. Nach dem Duschen glätten sich Wollstoffe in der feuchten Luft des Badezimmers übrigens auch ohne Bügeln.

5. Richtig lagern: immer gut in Form

Auch die richtige Lagerung beeinflusst die Langlebigkeit von Textilien positiv. Strickteile zum Beispiel hängen nicht gerne auf einem Bügel, da sie dabei ihre Form verlieren. Am besten lagern sie nebeneinander bzw. nicht zu hoch gestapelt, um Druck zu vermeiden. Blusen, Kleider oder Blazer aus Tuchstoffen sollten dagegen unbedingt aufgehängt werden; am besten mit geschlossenen Knöpfen.

6. Pilling-Knoten: sicher und sanft entfernen

Diese kleinen Knötchen entstehen durch Reibung an der Oberfläche von Pullovern und Shirts. Nutzt zum Entfernen am besten einen Fusselrasierer oder eine Schere, um Laufmaschen zu vermeiden. Wollkleidung mit feinen, langen Haaren wie Mohair oder Alpaka freuen sich, wenn sie von Zeit zu Zeit sanft aufgebürstet und „entfilzt“ werden.

7. Reparieren statt aussortieren

Wenn nach einiger Tragezeit eine Naht aufgeht, ein Knopf abfällt oder sich eine Masche öffnet, ist das ganz normaler Verschleiß und noch kein Grund dafür, das Kleidungsstück in die hinterste Schrankecke zu verbannen oder gleich zu entsorgen: Solche Defekte sind mit Nadel, Faden und wenigen Handgriffen meist schnell behoben. Sollte das Teil jedoch nicht mehr zu retten sein, stellt sich die Frage „Wohin mit alter Kleidung?“.

Alternativen zu konventionellen Waschmitteln

  • Bio-Waschmittel: Konventionelle Waschmittel können gentechnisch veränderte Enzyme, erdölbasierte Tenside, künstliche Farb- und Duftstoffe, optische Aufheller und Mikroplastik enthalten. Bio-Waschmittel reinigen oft mit pflanzlichen oder mineralischen Tensiden, Pflanzenölseife oder Soda, wobei viele Inhaltsstoffe bio-zertifiziert sind. Sie enthalten keinesfalls Phosphate, Mikroplastik sowie Stoffe aus gentechnisch veränderten Organismen (GMO) oder auf Erdölbasis, sofern letztere nicht mit dem Umwelt-Siegel „Ecozert“ ausgezeichnet sind. Schwer abbaubare Stoffe wie Phthalate, die natürliche Gewässer zum „umkippen“ bringen oder Schwermetalle etc. sind ebenfalls keine enthalten.
  • DIY-Waschmittel: Aus Rosskastanien könnt Ihr relativ leicht ein hausgemachtes Flüssigwaschmittel herstellen, denn sie enthalten wie Waschnüsse das waschaktive Saponin. Versetzt mit ein paar Tropfen ätherischem Öl – z. B. Zitrone, Limette oder Orange – duftet auch das Home-made-Waschmittel wunderbar „zitrusfrisch“. Eine einfache DIY-Anleitung und praktische Tipps findet Ihr hier.
  • Waschnüsse: Dies sind die Früchte des in Asien beheimateten Waschnuss- bzw. Seifenbaums, deren Schalen Ihr in einem Säckchen als Waschmittelersatz zur Wäsche in die Trommel geben könnt. Da sie keine natürliche Bleichfunktion enthalten, eignen sie sich am besten für Buntwäsche. Am besten legt Ihr euch gleich einen Vorrat an, um wenigstens am Ende der Lieferkette den ein oder anderen Transport einzusparen.
  • Waschbälle: Im Inneren befinden sich Kugeln aus natürlichen Mineralien, die beim Kontakt mit Wasser schmutzlösende Ionen abgeben. Diese Wirkung wird durch die Reibung der Waschbälle an der Kleidung noch verstärkt. Bei stärkerer Verschmutzung oder wenn die Wäsche frisch duften soll, kann noch ein wenig Waschpulver zugefügt werden. Die Waschbälle reduzieren den Pulververbrauch dann immer noch um ca. 80 %.

8. Die richtige Waschmaschine – ist energieeffizient

Nachhaltiges Waschen fängt mit dem Kauf der Waschmaschine an. Diese verbraucht möglichst wenig Strom und Wasser – nicht nur bei der Benutzung, sondern auch schon bei der Herstellung. Außerdem hat sie das für Euren Haushalt passende Fassungsvermögen: 5 kg für 1-2 Personen, 6 kg für 2-4 Personen und 7 oder 8 kg für größere Haushalte. Beladet die Maschine stets ausreichend, was sie idealerweise auch rückmelden kann – durch die Funktionen „Beladungserkennung“ und „Dosierungsempfehlung“.

Einige Tipps sind sicherlich keine bahnbrechenden Neuheiten, aber sie regen dazu an, achtsamer zu sein. Denn mit nachhaltig hergestellter Kleidung allein ist es nicht getan. Habt Ihr noch Tipps, die hier fehlen? Dann hinterlasst gerne einen Kommentar!

 

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