Grüner Knopf
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Nachhaltig einkaufen: Grüner Knopf & Co.

 

Was wir kaufen, wo und wie, das hat viele Konsequenzen. Längst nicht nur für unser Portemonnaie, sondern vor allem für die Umwelt. Wir zeigen, worauf Sie achten können, um nachhaltig einzukaufen. So mancher Information muss man nämlich ganz schön auf den Zahn fühlen.

Nachhaltigkeit rückt vieles in den Fokus

Ein nachhaltiger Einkauf, das ist ein komplexes Anliegen. Denn Nachhaltigkeit betrifft viele verschiedene Bereiche: Natur und Umwelt sollen natürlich durch den Erwerb nicht belastet werden, aber die Herstellung soll auch fair und zu guten Arbeitsbedingungen ablaufen. Bei manchen Produkten können Produzenten das umsetzen, sofern sie es möchten. Bei anderen ist es gar nicht so einfach, selbst wenn der Wille da ist. Denn um wirklich ein vollständig nachhaltig und faires Produkt herzustellen, müssen alle Produktionsabläufe einbezogen werden – auch im Ausland oder bei Zulieferern.

Ob ein Produkt wirklich nachhaltig ist, ist für den Käufer darum oft nicht transparent. Abhilfe sollen Siegel schaffen. Davon gibt es mittlerweile so viele, dass man schnell den Überblick verliert. Erst seit letztem Jahr gibt es beispielsweise den Grünen Knopf – das erste staatliche Siegel für sozial und ökologisch produzierte Kleidung.

Fair produzierte Kleidung ist den Deutschen wichtig

Grüner KnopfÜber Mode hat man in puncto Nachhaltigkeit lange nicht nachgedacht – bis 2013 das Fabrikgebäude Rana Plaza in Bangladesch einstürzte und über 1.000 Textilarbeiter unter sich begrub. Vielen ist erst durch das Unglück bewußt geworden, unter welchen Bedingungen unsere Kleidung hergestellt wird. Seitdem geht der Trend immer mehr in Richtung fair und ökologisch produzierte Kleidung. Drei Viertel der Deutschen sagen heute, dass ihnen gute Produktionsbedingungen wichtig sind.

Darum hat das Entwicklungsministerium im September 2019 das Siegel „Grüner Knopf“ geschaffen. Bundesentwicklungsminister Müller verspricht sich viel von dem neuen Siegel: „Das gesamte Unternehmen wird kontrolliert. Einzelne Vorzeigeprodukte reichen alleine nicht aus. In dieser Tiefe prüft sonst keiner.“ Trotzdem steht der grüne Knopf so kurz nach seiner Geburt schon in der Kritik. Denn das Siegel ist freiwillig.

Was kann der Grüne Knopf?

Grüner KnopfDie Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen kritisierte das schon früh und bemängelte fehlende Kontrollmechnismen. Auch die Kampagne für saubere Kleidung hält die Kriterien und Richtwerte des Siegels für zu schwach. So ist beispielsweise eine Bedingung von Grüner Knopf, dass Mindestlohn gezahlt wird. Ein guter Ansatz – doch in vielen Ländern ist der Mindestlohn so gering, dass er nicht zum Leben reicht.

Hier könnte laut Verbraucherzentrale Bundesverband leicht nachgebessert werden: Eine klare Gesetzgebung mit Mindestkriterien einer sozial und ökologisch verantwortungsvollen Produktion, die sich auf die gesamte Herstellungskette beziehen, könnte das Siegel noch wirkungsvoller machen.

Nachhaltig einkaufen – wie geht das?

Sind Siegel also vollkommen unnütz? Definitiv nicht! Das GEPA-Siegel beispielsweise gilt als eines der strengsten. Hier findet man viele Bio- und fair gehandelten Produkte. Auch auf Bio-Siegel wie Demeter, Naturland oder Bioland ist bislang Verlass. Zum anderen kann man mit einigen einfachen Maßnahmen den eigenen Einkauf nachhaltiger gestalten:

  • Produkte mit wenig Umverpackung kaufen
  • Regionale Anbieter vorziehen
  • Auf Aktionsware und Billig-Textilien verzichten
  • Ohne Plastiktüten einkaufen
  • Mehrwegsysteme nutzen, Einweg stark einschränken
  • Den Fleischkonsum reduzieren

Fazit:

Wer nachhaltig einkaufen möchte, kann Siegel wie den Grünen Knopf für Textilien als Richtwert ansehen, auch wenn manche Siegel noch strenger sein könnten. Im Lebensmittelbereich sind einige Fair Trade- und Bio-Siegel bereits eine gute Orientierungshilfe. Abgesehen von Siegeln kann man mit dem eigenen Konsumverhalten viel erreichen, alleine indem man vor dem Einkauf gut überlegt, ob eine Neuanschaffung überhaupt notwendig ist.

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