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Blue Carbon: Wie blauer Kohlenstoff das Klima retten kann

 

Blue Carbon, auch blauer Kohlenstoff genannt, ist der Begriff für Kohlenstoff, der in unseren Ozeanen und küstennahen Ökosystemen gespeichert wird. In maritimen Gebieten nehmen Biomasse und Sedimente den Kohlenstoff auf, der ansonsten in unsere Atmosphäre gelangen würde. Die Speicherung von Blue Carbon auf unserer Erde spielt also eine große Rolle für den Klimaschutz.

Wenn Kohlenstoff in unsere Atmosphäre gelangt, trägt dieser Vorgang zum Treibhausgaseffekt und somit zur weltweiten Klimaerwärmung bei. Tatsächlich gelangt Kohlenstoff aber nicht immer in die Atmosphäre, sondern bleibt zu einem gewissen Anteil auf unserer Erde. Es gibt nämlich auch sogenannte natürliche Kohlenstoffspeicher auf unserem Planeten. Die wohl bekanntesten sind Waldgebiete, aber auch der Boden und fossile Speicher nehmen Kohlenstoff auf und verhindern dadurch, dass dieser in die Umwelt gelangt. Was viele aber nicht wissen: Auch das Meer und die Küstengebiete speichern Kohlenstoff.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich seit 2009 mit diesem Phänomen und haben sich bisher vor allem auf die Mangrovenwälder – an der Ostküste Südamerikas, in Latein- und Mittelamerika sowie in Indonesien – und auf die Salzmarschgebiete an den europäischen Küsten und Seegraswiesen konzentriert. Mittlerweile gehen sie aber davon aus, dass es noch viel mehr Kohlenstoff-speichernde Ökosysteme unter der Wasseroberfläche gibt, wie zum Beispiel in Algenwäldern.

Warum ist der Schutz unserer maritimen Ökosysteme so wichtig?

Um den Klimawandel aufzuhalten, müssen die globalen CO2-Emissionen stark verringert werden. Bei der Menge, die tagtäglich produziert wird, können Wälder, Böden und fossile Speicher dies allein nicht mehr schaffen. Blue Carbon kann also eine wichtige Rolle dabei spielen, CO2 auf der Erde zu binden. Maritime Ökosysteme binden in der Regel deutlich schneller und länger das ausgestoßene CO2 als unsere Wälder. Der Rückgang dieser Ökosysteme, aufgrund steigender Wassertemperaturen, Meeresverschmutzung und einer durch Aquakulturen bedingten Überdüngung, hat weitreichende Folgen. Diese Folgen bedrohen nicht nur die wichtigen Lebensräume von Pflanzen und Tieren, sondern lösen auch eine große Freisetzung von CO2 aus.

Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass durch die Abholzung der Mangrovenwälder bis zu zehn Prozent aller Emissionen wieder freigesetzt werden. Und auch die Marschlandschaften reduzieren sich jährlich um ein bis zwei Prozent. Dabei können sie große Mengen an Kohlenstoff aufnehmen, ohne viel Platz zu benötigen. Seegraswiesen bedecken weniger als zwei Prozent – Tendenz sinkend – des Meeresbodens und speichern trotzdem etwa zehn Prozent des gesamten Kohlenstoffdioxids, das sich jährlich in den Meeren ansammelt.

Um weiterhin Kohlenstoff in den Meeren und Küstengebieten speichern zu können, ist es von größter Bedeutung, diese zu erhalten. Denn wenn die maritimen Ökosysteme weiter zerstört oder beschädigt werden, gelangt eine enorme Menge an CO2 zurück in die Atmosphäre, was wiederum zur allgemeinen Erderwärmung beiträgt. Der Schutz und die Wiederherstellung unserer Mangrovenwälder, Marschgebiete und Seegraswiesen trägt also aktiv dazu bei, den Klimawandel zu verlangsamen.

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