Photovoltaik
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Nachteile von Photovoltaik – Was ist dran? (Artikel 3/3)

 

Ihr liebäugelt mit einer Photovoltaik-Anlage, seid aber durch widersprüchliche oder negative Kommentare im Netz verunsichert, ob die Anschaffung sinnvoll ist? Wir haben diese vermeintlichen Nachteile gesammelt, geprüft – und richtiggestellt. Seht selbst!

In unseren Breitengeraden scheint für eine Photovoltaikanlage nicht genug Sonne.

Das ist falsch. Es scheint überall auf der Welt genug Sonne, um Freude an einer Photovoltaikanlage zu haben. Wie hoch der Ertrag ist, hängt natürlich von der Sonneinstrahlung am Standort ab.

Die Sonne muss scheinen, damit Photovoltaik Strom erzeugt.

Das ist falsch. Photovoltaik-Module produzieren auch bei sehr geringer Einstrahlung bzw. diffuser Strahlung Strom – sie arbeiten also jeden Tag. Insofern ist diese Aussage ein vermeintlicher Nachteil.

Es ist sinnvoll, einen Batteriespeicher einzuplanen – auch, wenn die Kosten der Photovoltaikanlage dadurch steigen.

Batteriespeicher Jain. Grundsätzlich benötige ich keinen Batteriespeicher, um von Photovoltaik zu profitieren. Möchte ich jedoch meinen Eigenverbrauch erhöhen, um weniger teuren Fremdstrom zukaufen zu müssen und mich so von Stromversorgern finanziell weitestgehend unabhängig zu machen, dann ist ein Batteriespeicher eine sinnvolle Investition. Es bietet sich an, den zwischengespeicherten Strom zur nächtlichen Versorgung der Standby-Elektro-Geräte zu nutzen oder zum Beispiel für den Betrieb einer Wärmepumpe. Kostenlos sind Batteriespeicher leider noch nicht, aber die Preise werden weiter fallen. Die Anschaffung eines Speichers verlängert die Amortisationszeit um ca. 10 Prozent.

Eine vollständige Versorgung mit Eigenstrom ist nicht möglich.

Das stimmt. Es ist nicht möglich, 100 % des von mir verbrauchten Stroms ganzjährig selbst zu erzeugen und „Stromautarkie“ zu erlangen. Möglich ist jedoch, mich finanziell zu 100 % von meinem Stromversorger unabhängig zu machen. Und zwar dadurch, dass ich im Sommer so viel Strom ins Netz einspeise und mir vergüten lasse, wie ich im Winter, bei geringerem Eigenstromertrag, zukaufen muss. Möglich wird diese ausgeglichene energetische Jahresbilanz durch eine bedarfsorientierte Anlagenauslegung: Benötige ich im Jahr zum Beispiel rund 4.000 kWh Strom, sollte mein Anlage ca. 5 kWp groß sein.
Wer mehr Geld investieren möchte, kann dies prinzipiell tun. Denn eine 8.000 Euro teure Anlage hat sich nach rund 10 Jahren ebenso refinanziert, wie eine 4.000-Euro-Anlage. Und die restliche Laufzeit? Erwirtschaftet die größere Anlage natürlich höhere Erträge. Dies gilt bei Ein- und Zweifamilienhäuern bis zu einer Anlagengröße von 10 kWp. Denn ab 10 kWp muss für jede selbstgenutzte Kilowattstunde 6 Cent EEG-Umlage gezahlt werden. Außerdem ist ein zweiter Zähler einzubauen, der zusätzliche Kosten verursacht, so dass die Wirtschaftlichkeit einer größeren Anlage wieder abnimmt.

Photovoltaikanlagen verlieren an Attraktivität, da die Förderung sinkt.

Das stimmt nicht. Denn bei Photovoltaikanlagen steht der Eigenverbrauch im Vordergrund: Ich produziere günstigen Strom, den ich selbst nutze und muss deshalb weniger teuren Fremdstrom beim Energieversorger kaufen. Das gesparte Geld macht also den Nachteil geringerer finanzieller Anreize wett – zumal die Anschaffungskosten für Photovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren ebenfalls stark gesunken sind. Die Amortisationszeiten haben sich zwischen 2004 und heute nicht wesentlich verändert.

Förderung macht Photovoltaikanlagen beliebt – auch wenn diese inzwischen geringer ist.

Jain. Es gibt für Photovoltaik keine Förderprogramme im klassischen Sinne. Vielmehr setzt der Gesetzgeber mit der im Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) geregelten Einspeisevergütung einen finanziellen Anreiz zur Anschaffung.

Wenn eine Photovoltaikanlage gewinnbringend ist, hat sie ein Alter erreicht, indem sie ausgetauscht werden muss.

Das stimmt nicht. Die Lebensdauer einer Photovoltaikanlage ist deutlich größer als ihre Amortisationszeit.

Vielen Ratgebern zufolge sollten Photovoltaikanlagen alle zehn Jahre erneuert werden.

Nein! Das stimmt nicht – zumal die Module auf dem Dach keiner mechanischen Belastung ausgesetzt sind. Es gibt Photovoltaikanlagen, die produzieren bereits seit 40 Jahren Strom. Nicht umsonst zahlt der Gesetzgeber 20 Jahre lang Einspeisevergütung. 2020 endet die Förderung der Anlagen der ersten Stunde – und diese funktionieren bis heute einwandfrei. Außerdem bieten nahezu alle Hersteller Leistungsgarantien von 25 Jahren. Komponenten, die im Laufe der Zeit getauscht werden müssen, sind in den Wirtschaftlichkeitsprognosen bereits berücksichtigt. Zum Beispiel der Wechselrichter, der eine technische Lebenserwartung von 25 Jahren hat.

Die vom Fachhandwerker prognostizierten Stromerträge werden häufig nicht realisiert.

Jain. In die Berechnungen fließen Mittelwerte ein, so dass es sich bei den Ergebnissen um Prognosen handelt. Andere Werte sind gar nicht verfügbar, da die Sonne nicht jedes Jahr gleich viel scheint. In einem verregneten Sommer produziere ich weniger Strom. In einem sonnenreichen Sommer sieht das schon wieder ganz anders aus. Wer die prognostizierten Stromerträge des Fachhandwerks als Richtwerte betrachtet, macht alles richtig!

Eine Photovoltaikanlage verursacht Elektrosmog.

Ja. Aber das ist kein Nachteil, da dieser Elektrosmog unbedenklich ist – im Gegensatz zum Elektrosmog von manchem elektrischen Gerät, dass uns tagtäglich umgibt.

Denkmalschutz verhindert die Installation von Photovoltaik.

Das stimmt nicht mehr. Früher mag es oftmals schwierig gewesen sein, die Installation von Photovoltaik auf denkmalgeschützten Gebäuden genehmigt zu bekommen. Aber schon Ende 2011 urteilte der Verwaltungsgerichthof Baden-Württemberg, dass Klimaschutz Bestandteil der Verfassung ist und Denkmalschutz nicht immer Vorrang hat. Vielmehr sei die bauliche Beeinträchtigung durch eine Photovoltaikanlage mit dem öffentlichen Interesse am Ausbau erneuerbarer Energien abzuwägen. Das ist zwar kein Freifahrtschein, aber eine zusätzliche Motivation dafür, sich bei der Planung von Photovoltaik eng mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde abzustimmen.

Dachfenster, Gauben oder Erker können die Installation einer Photovoltaikanlage verhindern.

Das stimmt. Es kann sein, dass durch die Bauart des Daches nicht genug Fläche für eine Photovoltaikanlage vorhanden ist. Insofern sind Dachfenster etc. ein möglicher Nachteil, wenn es um die Realisierung von Photovoltaik geht.

Wie steht Ihr zu dem Thema? Habt Ihr auch manchmal den Eindruck, dass falsche Aussagen zu innovativen, umweltschonenden Technologien getroffen werden?

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Ein Kommentar

Timo klein

danke!

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