Nachteile von Solarthermie – Was ist dran?
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Nachteile von Solarthermie – Was ist dran?

 

In vielen Köpfen prägen vermeintliche Nachteile die Haltung gegenüber Solarthermie: Sie sei unwirtschaftlich, besonders in unseren Breitengraden, oder verbrauche bei der Herstellung mehr Energie als sie später erzeuge. Wir haben das Netz nach solchen Vorurteilen durchkämmt – und richtiggestellt.

Solarthermie ist zu teuer.

Das stimmt nicht. Denn Solarthermieanlagen bis 18 m2 Kollektorfläche und 1.500 l Speichervolumen amortisieren sich nach nur 12 bis 13 Jahren – bei einem Wärmepreis von 8 bis 9 ct/kWh einschließlich Investitionskosten. Große Solarthermieanlagen, wie sie die Industrie nutzt, sind sogar noch günstiger. Sie erzeugen Wärme für 5 ct/kWh und weniger – und das ohne mögliche Preisschwankungen wie bei fossilen Energieträgern. Eine kWh Wärme aus Gas zum Beispiel kostet aktuell 6 bis 7 ct – exklusive Investitionskosten. Der Wärmepreis ist also nur scheinbar günstiger als der von Solarthermie. Hinzu kommt, dass die Kosten für fossile Energieträger langfristig steigen werden, da sich das Angebot verknappt. Die für solare Wärme werden eher noch weiter sinken. Insofern ist der Preis von Solarthermie kein Nachteil.

Solarthermie funktioniert nicht. Die Wirkungsgerade sind zu schlecht.

SolaranlageDas stimmt nicht. Solarthermieanlagen können so ausgelegt werden, dass sie in den Sommermonaten als Hauptwärmerzeuger dienen. Und von Mai bis Oktober den Gesamtbedarf an Warmwasser liefern. Vergleicht man die Zahlen, so sehen bis zu 40 % Wirkungsgrad von Solarthermieanlagen gegenüber 96 % Wirkungsgrad bei Öl-Heizkesseln auf den ersten Blick blass aus. Aber fossile Brennstoffe wie Öl sind eben endlich und umweltfeindlich – Solarenergie dagegen unendlich und umweltfreundlich. Hier muss jeder für sich entscheiden, ob er den Wirkungsgrad als Nachteil bewertet.

In unseren Breitengeraden scheint nicht genug Sonne für Solarthermie.

Das ist falsch. Zur Nutzung von Solarthermie scheint überall genug Sonne. Denn Solarthermie nutzt nicht nur die direkte Sonneneinstrahlung, sondern auch die diffuse – also durch Wolken, Gebäude oder Boden in alle Richtungen abgestrahlte Energie. Wie hoch der Wärmertrag im Einzelfall ist, hängt natürlich von der Sonneneinstrahlung am Standort ab.

Eine Solarthermieanlagen zu warten, nutzt so gut wie nichts.

Das stimmt nicht. Nur wer seine Anlage regelmäßig warten lässt, kann sicher sein, dass sie immer die gewünschten Temperaturen liefert und einwandfrei funktioniert. Insofern ist die Wartung kein Nachteil, sondern ein Vorteil. Wenigstens der Anlagendruck und der Zustand der Solarflüssigkeit sollten jährlich geprüft werden.

Denkmalschutz verhindert die Installation von Solarthermie.

Jain. In der Vergangenheit haben die Denkmalschutzbehörden oftmals Absagen an die Solarthermie erteilt – trotz sorgfältiger Planung inklusive teuren Kompromissen. Heute sind die Behörden nicht mehr ganz so restriktiv: Je enger die Abstimmung, desto größer sind die Chancen auf Genehmigung. Zumal moderne Solarthermie-Kollektoren und -Module häufig einheitlich dunkel oder schwarz sind und sich optisch gut integrieren lassen. Es gibt sogar aufwendige Indach-Montage-Systeme, die sich weder räumlich noch farblich von den Ziegeln abheben.

Die Herstellung von Solaranlagen verbraucht mehr Energie als sie später erzeugen.

Das stimmt nicht. Je nach Produkt und Standort beträgt der Energierücklauf ein bis vier Jahre. Damit schneidet die Solarthermie deutlich besser ab, als alle anderen Energieerzeuger: Heizkessel, Elektroheizung, Kraftwerk etc. Muss eine Solarthermieanlage nach 20, 30 oder 40 Jahren ausgetauscht werden, kann sie übrigens sehr gut recycelt werden.

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