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Vorsicht! Heiß! Heat Officers sorgen für Abkühlung

 

In Deutschland folgt eine Hitzewelle auf die nächste. Hitze und Trockenheit nehmen global immer mehr zu. In einigen Städten auf der Welt ist aufgrund der stetig wärmeren Temperaturen sogar ein neuer Beruf entstanden: „Heat Officers“. Was machen sie genau und könnte es sie auch bald in Deutschland geben?

Frau im Auto sucht KühlungDie Folgen des Klimawandels sind auch schon bei uns längst bemerkbar: Regelmäßig Temperaturen bis zu 40 Grad, trockene Böden und häufigere Waldbrände. Vor allem in dicht bebauten Großstädten wird es besonders heiß, was die Situation sehr gefährlich macht, denn es kommen zunehmend Menschen aufgrund der extremen Hitze ums Leben. In Deutschland gab es von 2018 bis 2020 mehrere tausend hitzebedingte Todesfälle.

Folglich muss das Bewusstsein für die Gefahren der zunehmenden Hitze in der Bevölkerung geschärft werden. So wurde bereits in Metropolen wie Athen, Santiago de Chile, Miami, Phoenix und Freetown ein neues Berufsbild für dieses Thema geschaffen: „Heat Officer“ (zu Deutsch „Hitzebeamtin“ oder „Hitzebeamter“).

StadtWas machen „Heat Officers“?

Da der Beruf so neu ist, gibt es noch keine klare Definition, welche Aufgaben Heat Officers übernehmen müssen. In den Städten, wo es sie bereits gibt, setzen sie sich unter anderem dafür ein, dass mehr Grünflächen zur Abkühlung der Städte eingeplant werden, der Verkehr reduziert wird und sich Seniorinnen und Senioren in allgemein zugänglichen, kühlen oder klimatisierten Räumen aufhalten können. Aber auch auf Kinder muss bei Hitze besser aufgepasst werden. Heat Officers sorgen dafür, dass sich in der Hitze keine Tropenkrankheiten ausbreiten können und dass ältere, kranke und sozial schwächer gestellte Menschen nicht ausgegrenzt werden.

Europas erste „Hitzebeamtin“

Eleni Myrivili ist seit Sommer 2021 Europas erster „Heat Officer“ in Athen. „Diskussionen und Maßnahmen zum Klimawandel konzentrieren sich auf Probleme wie Überschwemmungen und Waldbrände, aber kaum auf Hitze. „Als ob die Hitze nicht auch das Problem wäre“, erklärt sie. Eigene Entscheidungen kann sie leider noch nicht treffen. Sie sei nur beratend tätig, setze sich jedoch dafür ein, dass ihr Beruf in der Verwaltung verankert wird. In diesem Sommer wird in Athen ein Pilotprojekt zur Analyse von Daten starten, um Hitzewellen zu kategorisieren. Es werden meteorologische Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind aus den letzten 30 Jahren genommen und mit der Sterblichkeitsrate verknüpft. Auf diese Weise lässt sich feststellen, wie sich extreme Hitze auf die Sterblichkeitsrate auswirkt.

Frau mit Wasserflasche„Heat Officers“ demnächst auch bei uns?

Bis jetzt gibt es keine Pläne, Heat Officers in Deutschland einzuführen, sagt Alexander Handschuh, Pressesprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebunds. Aber: „Natürlich haben die Städte und Kommunen das Thema auf dem Zettel und wirken dem schon entgegen“, sagt Handschuh. Beispiele sind erste „Cooling Zones“ (Abkühlzonen) in deutschen Städten.

Wien geht in Sachen Hitzebekämpfung voran und hat schon einen Hitzeaktionsplan präsentiert, der frei zugängliche Räume zum Abkühlen bereitstellt. Mittel- und langfristig müssen Städte aber umgebaut werden: Mehr Grünzonen, mehr Wasser und die Errichtung von Klimaschneisen können Teil der Lösung gegen die Hitze sein.

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