Richtige Dimensionierung einer Wärmepumpe: Wie viel kW braucht mein Haus?

Die perfekte Größe
Warum ist die richtige Dimensionierung einer Wärmepumpe wichtig?
Wird die Leistungsgröße Ihrer Wärmepumpe genau auf Ihr Haus und Ihren Bedarf abgestimmt, profitieren Sie von einem effizienten, wirtschaftlichen und verlässlichen Betrieb der Anlage. Eine zu klein dimensionierte Wärmepumpe kann den Wärmebedarf Ihres Hauses an kalten Tagen möglicherweise nicht vollständig decken. Ist sie zu groß ausgelegt, liefert sie zu viel Leistung und schaltet sich häufiger ein und aus. Dieses sogenannte Takten erhöht den Verschleiß und kann die Effizienz der Anlage beeinträchtigen.
Eine korrekt dimensionierte Wärmepumpe hingegen sorgt für einen komfortablen Heizbetrieb, geringe Energiekosten und eine lange Lebensdauer. Die Auslegung sollte immer auf die individuellen Eigenschaften Ihres Hauses abgestimmt sein.
Eine erste Berechnung der Leistungsgröße können Sie selbst durchführen, die exakte Dimensionierung der Wärmepumpe übernimmt Ihr Heizungsfachbetrieb.
Dimensionierung nach Gebäudezustand
Wie viel kW pro m² braucht eine Wärmepumpe?
| Gebäudezustand | Richwert Leistung | Leistungsgröße Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Sehr gut gedämmter Neubau | ca. 0,035 kW/m² | ca. 5,3 kW |
| Durchschnittlich gedämmtes Gebäude | ca. 0,07 kW/m² | ca. 10,5 kW |
| Unsanierter bzw. schlecht gedämmter Altbau | ca. 0,10 kW/m² | ca. 15 kW |


Formel zur Dimensionierung
Einfach selbst berechnen: Dimensionierung Ihrer Wärmepumpe
Mit dieser Formel lässt sich die benötigte Wärmepumpenleistung grob abschätzen: Wohnfläche (m²) x Dämmkoeffizient
Der Dämmkoeffizient beschreibt die Dämmung von Gebäuden: Für gut gedämmte Neubauten gilt ein Wert von ca. 0,035 kW/m², für durchschnittlich gedämmte Häuser der Wert 0,07 kW/m² und für Altbauten mit schlechter Dämmung der Wert 0,10 kW/m². Für ein Haus mit 150 m² Wohnfläche und durchschnittlicher Dämmung ergibt sich demnach eine benötigte Heizleistung von ca. 10,5 kW (150 × 0,07).
Beachten Sie, dass das Ergebnis dieser Berechnung nur ein Richtwert ist. Für eine professionelle Dimensionierung Ihrer Wärmepumpe wenden Sie sich an einen unserer qualifizierten Heizungsfachbetriebe. Details zur exakten Berechnung der Dimensionierung können Sie im nächsten Abschnitt nachlesen.
Zum Hintergrund
So wird die Wärmepumpenleistung exakt berechnet
Für die exakte Dimensionierung der Wärmepumpe werden verschiedene Gebäudedaten und regionale Rahmenbedingungen berücksichtigt. Dazu gehören:
- Der Wärmebedarf Ihres Hauses, der sich aus dem jährlichen Wärmeenergiebedarf (kWh/m² pro Jahr) und der Nutzfläche (m²) ergibt.
- Der Heizgradtag, der eine durchschnittlich gewünschte Raumtemperatur (z.B. 20 °C) mit der durchschnittlichen Außentemperatur in Relation setzt. Je größer die Differenz zwischen diesen Werten, desto mehr Wärme muss erzeugt werden.
- Die minimale Auslegungstemperatur, die sich aus dem Durchschnitt der niedrigsten zu erwartenden Außentemperaturen in Ihrer Region ableiten lässt.
Diese Werte fließen in die Berechnung der Heizleistung ein:
Heizleistung (kW) =
Wärmebedarf x (20 °C – minimale Auslegungstemperatur)
____________________________________________________
Heizgradtag x tägliche Heizstunden
Die genaue Berechnung erfolgt durch einen Heizungsfachbetrieb und berücksichtigt zusätzlich die individuellen Eigenschaften Ihres Gebäudes sowie die regionalen Klimabedingungen.
Worauf es ankommt
Was beeinflusst die Dimensionierung einer Wärmepumpe?
- Wärmedämmung
Eine gute Gebäudedämmung, wenige Fenster und hochwertige Fensterrahmen tragen dazu bei, die Temperatur im Haus zu halten. Dadurch muss grundsätzlich weniger Heizleistung aufgebracht werden. Geht hingegen viel Wärme verloren, muss diese wieder neu erzeugt werden.
- Raumgröße und -nutzung
Die Größe und das Volumen Ihrer Wohnräume spielen eine wichtige Rolle. Größere Räume benötigen mehr Wärme, um ein angenehmes Raumklima zu erreichen. Auch Ihr Nutzungsverhalten und Ihre individuelle Wohlfühltemperatur bestimmen, wie viel Wärme die Wärmepumpe bereitstellen muss.
- Sonneneinstrahlung
Wird Ihr Haus regelmäßig von der Sonne erwärmt, kann sich die Heizlast des Gebäudes verringern – es muss also tendenziell weniger geheizt werden. Witterungseinflüsse können dagegen dazu führen, dass mehr Heizleistung benötigt wird.
- Regionales Klima
Auch die Klimabedingungen in der Region, in der Sie wohnen, haben Einfluss auf die Heizlast und damit auf die Wahl der Wärmepumpengröße. Die durchschnittliche Außentemperatur ist hier genauso wichtig wie wiederkehrende jahreszeitliche Schwankungen.
Schritt für Schritt
Vorgehensweise bei der Dimensionierung von Wärmepumpen
- 1/4
Die Gebäudedämmung sowie der Zustand von Dach, Fenstern und Außenwänden beeinflussen den Wärmebedarf des Hauses. Sie bilden die Grundlage für die spätere Dimensionierung der Wärmepumpe.
- 2/4
Die Heizlast wird gemäß DIN EN 12831 berechnet. Zusätzlich wird der individuelle Warmwasserbedarf berücksichtigt. Beide Werte sind entscheidend für die benötigte Wärmepumpenleistung.
- 3/4
Es macht einen Unterschied, ob in Ihrem Haus eine Fußbodenheizung oder Heizkörper installiert sind. Das vorhandene Wärmeverteilsystem beeinflusst die erforderliche Vorlauftemperatur und damit die Auslegung der Wärmepumpe.
- 4/4
Je nachdem, welche Möglichkeiten es auf Ihrem Grundstück gibt, kommt eine Luft-Wasser-, eine Sole-Wasser- oder eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe infrage. Haben Sie gemeinsam mit Ihrem Fachbetrieb eine Wärmequelle ausgewählt, wird die passende Leistung Ihrer neuen Wärmepumpe exakt bestimmt.
FAQ Dimensionierung von Wärmepumpen



