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No-tox! 9 Tipps gegen hässliche Chemikalien im Haushalt

 

Unsichtbar, aber gefährlich: Viele alltägliche Produkte enthalten Chemikalien, die unsere Gesundheit negativ beeinflussen. Einmal im Körper, begleiten sie uns oftmals ein Leben lang. Erfahrt hier, wir Ihr Euren chemischen Fußabdruck verkleinern und nicht nur Eure Gesundheit, sondern auch die nachkommender Generationen schützen könnt.

Sonnenblumenkerne, Spielzeuge, Stühle: Tests weisen immer wieder schädliche Chemikalien in Alltagsprodukten nach. Die Rede ist von persistenten organischen Schadstoffen (POP) wie zum Beispiel Pestiziden, Insektiziden, Fungiziden und Flammschutzmitteln, die sich im Körper anreichern – mit zum Teil erheblichen Folgen für die Gesundheit: Beispielsweise können sie das Krebsrisiko erhöhen, zu Fortpflanzungsstörungen oder Fehlgeburten und krankhaften Veränderungen des Immunsystems führen. Die gute Nachricht: Die Herstellung, Verwendung und Freisetzung von persistenten Stoffen wurden 2004 erstmalig auf internationaler Ebene durch die Stockholmer Konvention beschränkt. Die weniger gute: Die Stoffe verschmutzen Luft, Wasser und Boden oft über Jahrzehnte und können in Regionen gelangen, in denen sie weder genutzt noch jemals produziert wurden.

Was also können wir tun, um uns vor diesen Stoffen zu schützen? Die Umweltjournalistin Anna Turns hat sich mit den neuesten Forschungsergebnissen auseinandergesetzt und daraus praktische und einfache Tipps abgleitet:

  1. Nicht von Greenwashing beeindrucken lassen

Begriffe wie „natürlich“, „umweltfreundlich“ oder „von der Natur inspiriert“ sind nicht geschützt. Daher ist bei Produkten, die sich damit schmücken, eine gewisse Skepsis durchaus gesund. Und „frei von Chemikalien“ ist kein Produkt, denn alles ist Chemie und nicht jede Chemikalie ist schlecht. Die Empfehlung lautet, auf Marken und Produkte zu achten, die ihre Inhaltsstoffe vollständig transparent machen, anstatt mit der Erwähnung von Dingen, die sie nicht enthalten, von diesen abzulenken. Genau hier setzt auch die App ToxFox  des BUND an: Nach dem Motto „Barcode scannen – Gift erkennen“ hilft sie dabei, hormonelle Schadstoffe, Mikroplastik und Nanopartikel in Kosmetik, Spielzeugen, Möbeln, Teppichen, Sportschuhen, Textilien und elektronischen Geräten aufzuspüren.

  1. Auf Desinfektionsmittel verzichten

Bad- und WC-Reinigungsmittel, die Chlorbleiche (CL) enthalten, vergiften die Lebewesen in Gewässern, wirken reizend auf uns und führen bei übermäßigem Gebrauch zu antimikrobieller Resistenz. Daher sollten wir uns diese für medizinische Einrichtungen aufheben und zu Hause milde Reinigungsmittel wie Natron oder Essig mit Zitronensaft nutzen. Im Kommen sind probiotische Reiniger, die Keime mit gesunden Bakterien bekämpfen.

 

  1. Regelmäßig Staubwischen

Okay, Spaß macht es keinen – aber es wirkt. Denn viele Stoffe, die aus Gegenständen und Produkten in unserem Haushalt entweichen, reichern sich im Staub an. Das Spektrum reicht von Duftstoffen bis zu PFAS. Und da wir täglich ca. 20 mg Staub aufnehmen, ist es wichtig, ihn regelmäßig mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Politur? Nicht erforderlich. Zumal elektronische Geräte wie Router, Fernseher oder Spielekonsolen diese sowieso nicht vertragen, wohl aber Flammschutzmittel an den Staub abgeben. Daher auch diese unbedingt regelmäßig abwischen!

  1. Düfte sind nicht unbedingt dufte

Weder unsere Räume noch unsere Wäsche müssen nach Meer, Wald oder Blüten riechen. Lufterfrischer können Schadstoffe abgeben, die Erkrankungen wie Asthma verschlimmern. Und parfümierte Waschmittel hinterlassen Rückstände auf Kleidung, Handtüchern und Bettwäsche. Natürlich sind nicht alle synthetischen Duftstoffe schädlich. Aber da die Inhaltsstoffe von diesen „Duftspendern“ selten vollständig aufgelistet werden, kann ein Verzicht auf sie nicht schaden.

  1. Augen auf bei bestimmten Produkteigenschaften

Gegenstände mit den Eigenschaften wasserdicht, schmutzabweisend, knitterfrei oder fettabweisend enthalten womöglich PFAS. Der „Perlentest“ ist zwar noch kein Beweis, aber ein starkes Indiz dafür: einfach ein Tröpfchen Olivenöl auf die Oberfläche geben und schauen, ob es sich zu einer Perle formt. Wenn ja, gilt es abzuwägen, ob die Vorteile des Produkts das Gesundheitsrisiko überwiegen. Denn PFAS verbleiben für immer in unserem Körper und in der Umwelt. Viele von ihnen wirken auf unser Hormonsystem und einige können krebserregend sein.

  1. Sich für Bio und gegen Pestizide entscheiden

Ob Obst, Gemüse, Brot, Pasta, Baumwoll-Unterhose oder -Bettwäsche – Rückstände von Pflanzenschutzmitteln sind quasi allgegenwärtig. Um ihr Vorkommen zu verringern, sollten wir unsere Macht als Verbraucher nutzen und möglichst Bio-Lebensmittel und Textilien aus Bio-Baumwolle einkaufen.

  1. Regelmäßiges Lüften ist ein Muss

Gegen die Anhäufung von Luftschadstoffen hilft regelmäßiges und vor allem richtiges Lüften. In neueren oder gut gedämmten Häusern übernehmen dies Lüftungsanlagen. Ein solches Gerät kann auch in bestehenden Häusern nachgerüstet werden. Wie Ihr das passende für Euer Haus findet, lest Ihr hier. Außerdem ist es ratsam, generell emissionsarme Produkte, Materialien und Baustoffe zu wählen. Diese sind an Umweltzeichen wie dem „Blauen Engel“ zu erkennen. Wusstet Ihr, dass durch unsere Körperwärme mehr flüchtige organische Verbindungen (VOC) aus Polyurethanmatratzen ausgasen können? Also Augen auf beim Matratzenkauf! Und beim Kochen sollten wir die hinteren Kochstellen nutzen, wenn wir Schadstoffe aus Lebensmitteln über die Dunstabzugshaube nach draußen ableiten können.

  1. Second Hand ist oftmals erste Wahl

Viele neue Möbel und mitteldichte Faserplatten (MDF) geben VOCs ab. Daher sollten wir diese ein paar Tage auslüften lassen, bevor wir sie aufbauen. Oder wir entscheiden uns gleich für Gebrauchtmöbel. Muss etwas repariert und zusammengefügt werden, dann besser mit Schrauben als mit Klebstoffen. Und natürlich enthalten auch gebrauchte Kleider weniger Pestizidrückstände und Schadstoffe als neue – von der Material- und Ressourcenersparnis ganz zu schweigen.

  1. Helfen wir dem Körper beim Entgiften

Viele Schadstoffe belasten die Entgiftungsmechanismen unseres Körpers, vor allem die Leber und die Nieren. Um diese zu schonen, sollten wir nur mäßig Rauchen oder Trinken – wenn überhaupt. Antioxidantien tragen dazu bei, freie Radikale zu neutralisieren, die beim Kontakt mit Giftstoffen entstehen und unsere Gesundheit beeinträchtigen können. Daher sollten wir viel grünes Blattgemüse, Nüsse und Beeren verzehren – natürlich möglichst aus biologischem Anbau.

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