Mobilität
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Mobilität im Wandel: Flexibel, schnell und emissionsfrei

 

Bei der Fortbewegung der Zukunft reden wir nicht mehr von Verkehr, sondern von Mobilität. Wo einst Straßen und Fahrzeuge im Fokus standen, werden zunehmend Lebensstile, Verhaltensweisen und Gewohnheiten berücksichtigt. Das heißt vor allem eines: Wir werden zukünftig angenehmer, schneller und flexibler vorankommen.

Mobilsein ist ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Wir pendeln weite Strecken zur Arbeit, unsere Kinder erreichen ihre Schule und Freunde nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln – die gelebten Lebenszusammenhänge sind weiträumiger als früher noch. Doch dabei stehen wir oft im Stau, das Stadtbild wird von qualmenden Auspuffen und Autokolonnen geprägt. Wir stehen vor der Herausforderung, die Mobilität an unsere Lebensstile anzupassen und dabei die Umwelt sowie unsere Lebensqualität zu berücksichtigen.

Städte und Städter verzichten auf das Auto

Das Auto spielt nur eine untergeordnete Rolle – zumindest in der mobilen Stadt der Zukunft. Zwar ist der Antrieb auf vier Rädern immer noch Fortbewegungsmittel Nummer eins in Bezug auf individuelle Mobilität. Die Diskussionen um Lärm und Feinstaub verleiten Kommunen jedoch zunehmend dazu, Autos in der Stadtplanung nicht mehr mitzudenken. Auch eine wachsende Zahl junger Erwachsener verzichtet bereits jetzt auf das Auto. Gründe hierfür sind hohe Anschaffungs- und Betriebskosten, ewige Staus und Parkplatzsuche. Aber auch auf Grund der Umweltbelastung findet in den jüngeren Generationen ein Umdenken statt. Doch was ist die Alternative?

Leihen und leasen statt besitzen

StauDas Verhältnis zum eigenen Auto verändert sich, es verliert zunehmend an Bedeutung als Statussymbol. Trotzdem wollen wir noch schnell und komfortabel von A nach B kommen. Aktuell entsteht eine komplett neue Infrastruktur, die uns dies ermöglicht. Dank Car-Sharing müssen wir ein Auto gar nicht mehr selbst besitzen, um damit fahren zu können. Wir teilen Autos und minimieren dadurch noch den negativen Umwelteinfluss. Für kurze Strecken bieten uns E-Scooter – die neueste Form der Mikromobilität, ein flexibles und schnelles vorankommen. Sie ermöglichen es uns, auf der sogenannten „letzten Meile“, also dem letzten Stück des Weges, das Auto zu ersetzen. Schnell und flexibel sucht man per App einen E-Scooter in der Nähe, fährt damit zum Ziel und stellt ihn an beliebiger Stelle wieder ab. Kritisch zu betrachten sind die Gefahren im Straßenverkehr durch unachtsame Nutzung. Darüber hinaus muss der Strom, mit dem die E-Scooter betrieben werden, ebenfalls grün sein, sonst ist auch diese Form der Mobilität nicht umweltverträglich.

Multimodalität – der Flexibilitätsgarant

Eines der Schlagworte, das in diesem Kontext am häufigsten fällt, ist „Multimodalität“: Für jeden Teil des Weges wird das Fahrzeug genutzt, das einen am schnellsten zum Ziel führt. Um den Weg optimal zu bewältigen, verbindet Multimodalität die verschiedenen Fortbewegungsmittel miteinander. Das können Bus und Bahn, ein gemietetes Auto oder auch das öffentliche Fahrrad um die Ecke sein.

Der schnellste Weg zum Ziel in einer App

E-ScooterSchneller, mobiler, einfacher: In dieser vernetzten Welt erleichtert vor allem das Smartphone unser Leben. Nicht wenige Start-Ups arbeiten daran, alle Fortbewegungsmöglichkeiten in einer App zu sammeln. Schon jetzt sind beispielweise mit Google Maps Wegkombinationen verschiedenster Art abrufbar. Und die Ideen gehen noch weiter: Die Karten könnten durch die Standorte des nächstgelegenen E-Scooters oder öffentlichen Fahrrads ergänzt werden. Auch das Mieten der Fahrräder, E-Scooter und der Kauf einer Fahrkarte für die Bahn soll dann in einer App gekoppelt sein. In der Folge sind die Nutzer weniger abhängig von einem Transportmittel wie dem Auto.

Der Lebensraum in der Stadt soll wachsen

FahrräderDies ist wichtig, denn Wissenschaftler gehen davon aus, dass 2030 zwei Drittel der Menschheit in Ballungsräumen leben. Das hat Auswirkungen auf die Mobilität und auch die Lebensqualität. Aktuell sind allein 90 Prozent des öffentlich verfügbaren Raumes in Städten mit Parkplätzen belegt – und das, ohne Straßen mit einzurechnen. Lebensraum ist wichtig – und die Städter wollen ihren zurückgewinnen. Neue Mobilität bietet Möglichkeiten, die Lebensqualität in Städten wiederzuerlangen. Ein Beispiel hierfür ist Kopenhagen. In der dänischen Hauptstadt entschied man, 1.000 Kilometer Straßenfläche umzuwidmen. Für Radfahrer wurde eigens ein Netz aus extrabreiten Radwegen und Hochgeschwindigkeitsstrecken angelegt und in der Stadtmitte entstanden Fußgängerzonen. Zunächst regte sich in der Bevölkerung Widerstand gegen die Pläne. Die Befürchtung: Ohne Autos würden vor allem zum Einkaufen weniger Leute in die Stadt kommen. Die Ängste bestätigen sich aber nicht. Stattdessen nutzen in der Folge die Einwohner deutlich häufiger das Rad und lassen das Auto außerhalb der Stadt stehen. Das Leben in Kopenhagen wurde durch mehr Grünflächen und das entspanntere Verkehrsaufkommen lebenswerter und attraktiver.

Abschließend lässt sich sagen, unser Lebensstil ist dynamisch und stets im Wandel. Dies erfordert Flexibilität in allen Lebenssituationen – deshalb müssen wir unsere Mobilität an die neuen Herausforderungen anpassen. Dabei steht die Sicherung von Lebensqualität und Verbesserung von Lebensräumen an vorderster Stelle. Durch Multimodalität gewinnen wir die Lebensräume in den Städten zurück, vereinfachen die Mobilität, machen uns unabhängiger und gewinnen Lebensqualität. Die neue Mobilität ist weniger individuell, sondern durch Teilen und Gemeinschaft geprägt. Das macht Mobilität ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig und daher auch zukunftsfähig. Doch sie erfordert auch eine Umstellung der Gewohnheiten und einen Wandel der Verhaltensweisen. Forscher prognostizieren allerdings, dass die Alternativen so attraktiv und komfortabel sein werden, dass beispielweise ein eigenes Auto überflüssig wird.

Was haltet ihr von Carsharing sowie Leih-E-Scootern und -Fahrrädern?

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