Wege in die Elektrifizierung
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Wege in die Elektrifizierung

 

Mehr tun für den Klimaschutz – aber die Bürger nicht überfordern. So lautete, kurz gesagt, die Botschaft der Bundesregierung mit dem Beschluss des Klimapakets im Dezember vergangenen Jahres. Seit dem 1. Januar 2020 greifen nun die Maßnahmen des Klimapaktes, welche auch die Heizungsbranche maßgeblich betreffen. Das Signal ist eindeutig: Zukünftig soll weniger mit Öl und mehr mit erneuerbaren Energien geheizt werden.

Derzeit wird weltweit deutlich mehr CO2 in die Atmosphäre abgegeben, als die Natur wieder aufnehmen kann – das gilt als Hauptursache für die Klimaerwärmung. Das Klimapaket der Bundesregierung zielt daher darauf ab, die CO2-Emissionen schrittweise zu senken und bis 2050 vollkommen klimaneutral zu sein. Besonders alte Heizkessel gelten als maßgebliche Verursacher von CO2-Emissionen – allein in Deutschland sind rund zwölf Millionen Heizungen sanierungsbedürftig. Vergleicht man den Anteil am Pro-Kopf-Verbrauch natürlicher Ressourcen im privaten Haushalt, wird das Bild noch deutlicher. Denn die vielerwähnte Mobilität steht mit einem Anteil von 27 Prozent nur an zweiter Stelle. Den größten Anteil trägt das heimische Heizverhalten und der Warmwasserverbrauch mit 36 Prozent. Somit kommt gerade einer Heizungsmodernisierung großes Potenzial zu, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

Für SHK-Betriebe steht eine Transformation an

Aufgrund von Austauschprämien und Fördermaßnahmen denken aktuell immer mehr Hausbesitzer über energetische Sanierungsmaßnahmen nach und tauschen ihre alte Ölheizung gegen umweltfreundlichere Heizsysteme aus. Besonders erneuerbare Energien, welche beispielsweise in Wärmepumpen oder solarunterstützten Gas-Brennwertsystemen genutzt werden, erhalten hohe staatliche Fördergelder. Aber auch das teilweise Einbauverbot von Ölheizungen ab dem Jahr 2026 beeinflusst die Entscheidung vieler Hausbesitzer. Was das für SHK-Betriebe bedeutet, erläutert Sebastian Pönsgen, Vorstand der PRIOGO AG: „Der politische Wille ist eindeutig und der Weg für die kommenden Jahre wird ebenfalls klar aufgezeigt: Das Heizsegment soll strombasiert laufen. Für viele SHK-Betriebe steht damit ein Transformationsprozess an, den wir schon durchlaufen haben.“ Bereits seit Gründung vor zwölf Jahren konzentriert sich die PRIOGO AG auf Photovoltaikanlagen, welche durch Solarzellen Lichtenergie in Strom umwandeln. Im Jahr 2011 richtete man das Angebot des Unternehmens dann strategisch auf elektrische Systemlösungen aus. Heute zählen neben Photovoltaikanlagen auch Wärmepumpen, Batteriespeicher und Lüftungsanlagen zum Produktportfolio.

Ökologie und Ökonomie unter einen Hut bringen

Durch das Klimapaket gilt ab 2021 auch eine CO2-Bepreisung in Höhe von 25 Euro pro Tonne CO2, die bis zum Jahr 2025 schrittweise auf bis zu 55 Euro ansteigt. Dadurch werden fossile Brennstoffe – insbesondere Heizöl – zunehmend teurer. Klimafreundliche Systemlösungen sind daher nicht nur ökologisch wertvoll, sondern lohnen sich für Hausbesitzer auch wirtschaftlich. „Die Technologien werden immer effizienter. Eine Photovoltaikanlage kann heutzutage 40 Prozent der Antriebsenergie einer Wärmepumpe liefern. In Kombination mit einem Batteriespeicher sogar 70 Prozent. Dadurch wird der Kunde im Sommer so günstig Warmwasser haben wie noch nie zuvor“, erklärt Sebastian Pönsgen. Auch bei seinem eigenen Neubau hat er deshalb auf Photovoltaik und Wärmepumpen gesetzt. „Man verkauft oder verbaut am besten, was man selbst im Einsatz hat“, betont er.

Energiewende fordert neue Kompetenzen

Durch die Elektrifizierung entstehen für das Fachhandwerk neue Aufgabenbereiche und Herausforderungen. Gleichzeitig steigen auch die Anforderungen zu Wissen und Kompetenz im Elektrobereich deutlich. „Besonders das Energiemanagement zu Hause wird immer wichtiger werden. Heizung, Photovoltaikanlage und künftig immer mehr Ladeboxen für Elektroautos müssen untereinander sowie mit einem smarten Stromzähler koordiniert werden – ein Batteriespeicher vernetzt Verbraucher und Erzeuger“, prophezeit Sebastian Pönsgen. Die Zusammenarbeit von Fachhandwerkern und Elektrikern wird daher zunehmend wichtiger. Auch ein enges Zusammenspiel von Hausbesitzern und Fachhandwerkern ist jetzt notwendiger denn je, um gemeinsam die gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen.

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