Luft-Luft-Wärmepumpe einfach erklärt: Kühlen und Heizen mit einem System

Technologie verstehen
Was ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe?
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe gehört wie die Luft-Wasser-Wärmepumpe zu den Luftwärmepumpen. Sie nutzt die Energie der Außenluft, um Räume zu kühlen oder zu beheizen. Die gewonnene Wärme wird dabei direkt an die Raumluft abgegeben. Anders als bei anderen Wärmepumpenarten ist dafür kein wasserführendes Heizsystem mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung erforderlich.
In Deutschland werden Luft-Luft-Wärmepumpen meist als Klimaanlagen oder Klimageräte vermarktet. Moderne Systeme können nicht nur kühlen, sondern auch heizen. Ihre Stärken liegen vor allem in der schnellen Temperierung einzelner Räume und angenehmen Temperaturen in den Übergangszeiten.
Auf einen Blick
Die Vorteile einer Luft-Luft-Wärmepumpe
- Einfache Installation
Da kein wasserführendes Heizsystem erforderlich ist, fällt die Installation oft einfacher aus als bei klassischen Heizungen. Inneneinheiten und Außeneinheit werden mit leicht verlegbaren Kältemittelleitungen verbunden.
- Kühlen und Heizen mit einem System
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kann Räume im Sommer kühlen und in den Übergangszeiten auch effizient beheizen. Und sorgt so für mehr Komfort und Wohlfühltemperaturen.
- Schnelle Temperaturanpassung
Die Wärme oder Kälte wird direkt über die Raumluft verteilt. Dadurch lassen sich Räume innerhalb kurzer Zeit auf die gewünschte Temperatur bringen.
- Verbesserte Luftqualität
Moderne Geräte verfügen über Filtersysteme, die Staub, Pollen und weitere Partikel aus der Raumluft filtern können. Und für ein angenehmes Raumklima wird die Luft beim Kühlen gleichzeitig entfeuchtet.
Gut zu wissen
Das sollten Sie vor der Entscheidung beachten
Luft-Luft-Wärmepumpen haben auch Nachteile, die Sie vor einer Entscheiung berücksichtigen sollten. Bei niedrigen Außentemperaturen sinkt die Effizienz, wodurch der Strombedarf je nach Gebäude und Nutzungsverhalten deutlich steigt. Zudem ist keine Warmwasserbereitung möglich, sodass für Bad und Küche ein separates System benötigt wird. Eine energieeffiziente Lösung kann beispielsweise die Kombination mit einer Warmwasser-Wärmepumpe wie der aroSTOR plus sein.
Darüber hinaus eignen sich Luft-Luft-Wärmepumpen nicht für jede Heizsituation gleichermaßen. Ihre Stärke liegt vor allem beim Heizen einzelner Räume in der Übergangszeit. Sie heizt die Räume schnell auf und ist somit eine ideale Ergänzung für das vorhandenen Heizsystems. Für die ganzjährige Beheizung eines Hauses inklusive Warmwasserbereitung ist dagegen in der Regel eine Luft-Wasser-Wärmepumpe die passendere Lösung.
Auch Betriebsgeräusche im Innen- und Außenbereich sollten bei der Planung berücksichtigt werden. Moderne Geräte arbeiten jedoch deutlich leiser als viele vermuten. Unsere Innen- und Außeneinheiten der climaVAIR plus erreichen sehr niedrige Schalldruckpegel von bis zu 19 dB(A) beziehungsweise 40 dB(A) und sorgen so für angenehme Temperaturen in ruhiger Atmosphäre.
Das Prinzip dahinter
So funktioniert eine Luft-Luft-Wärmepumpe
Um Räume zu kühlen oder zu beheizen nutzen Luft-Luft-Wärmepumpen die Energie der Außenluft. Dafür entziehen sie der Umgebung Wärmeenergie und machen diese mithilfe eines Kältemittelkreislaufs für das Gebäude nutzbar. Anders eine Luft-Wasser-Wärmepumpe übergibt sie die Wärme dabei nicht an Heizungswasser, sondern direkt an die Raumluft.

Im Heizbetrieb nimmt die Anlage Wärme aus der Außenluft auf und gibt diese über das Innengerät an den Raum ab. Im Kühlbetrieb kehrt sich dieser Prozess um: Die Wärme wird den Räumen entzogen und nach außen abgeführt. Gleichzeitig wird die Raumluft entfeuchtet, was zusätzlich zu einem angenehmen Raumklima beiträgt.
Durch die direkte Wärme- und Kälteabgabe über die Luft sind Heizkörper oder Fußbodenheizungen nicht erforderlich. Luft-Luft-Wärmepumpen reagieren so besonders schnell auf Temperaturänderungen und die Räume lassen sich innerhalb kurzer Zeit auf die gewünschte Temperatur bringen.


Mögliche Anwendungsfälle
Wann ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe sinnvoll?
Ob eine Luft-Luft-Wärmepumpe die passende Lösung ist, hängt von den Anforderungen des Gebäudes und dem gewünschten Einsatzbereich ab. Ihre größte Stärke liegt im Kühlen einzelner Räume. Darüber hinaus können Luft-Luft-Wärmepumpen in den Übergangszeiten zum Temperieren genutzt werden. In Ferienhäusern oder Anbauten ohne wasserführendes Heizsystem kommen sie teilweise auch als alleinige Heizlösung zum Einsatz.
Soll eine Luft-Luft-Wärmepumpe als Heizlösung für das gesamte Haus genutzt werden, steigt der Installationsaufwand deutlich. Jeder Raum benötigt eine Inneneinheit, die über Kältemittelleitungen mit der Außeneinheit verbunden wird. Je nach Gebäude und Anzahl der Räume können zudem mehrere Außeneinheiten erforderlich sein.
Die Unterschiede im Überblick
Luft-Luft-Wärmepumpe oder Luft-Wasser-Wärmepumpe im Vergleich
- Luft-Luft-Wärmepumpe
- Luft-Wasser-Wärmepumpe

- Wärmeabgabe über die Inneneinheit an die Raumluft
- Kühlen und Heizen mit einem System
- Inneneinheit pro Raum
- Keine Warmwasserbereitung möglich
- Besonders geeignet für einzelne Räume, Ferienhäuser und Anbauten ohne wassergeführtes Heizsystem
Fazit: Für wen lohnt sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe?
Wer vor allem eine Lösung für angenehme Temperaturen im Sommer sucht und Räume zusätzlich in den Übergangszeiten temperieren möchte, findet in modernen Klimageräten beziehungsweise Luft-Luft-Wärmepumpen eine flexible Möglichkeit. Für die ganzjährige Beheizung eines Hauses inklusive Warmwasserbereitung ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe jedoch meist die passendere Lösung.
Flexible Systemlösungen
Single-Split oder Multi-Split: Welches System passt zu Ihrem Zuhause?
Luft-Luft-Wärmepumpen bestehen aus mindestens einer Innen- und einer Außeneinheit. Je nachdem, wie viele Räume gekühlt oder temperiert werden sollen, kommen unterschiedliche Systemlösungen zum Einsatz.
Ein Single-Split-System wie unsere climaVAIR plus verbindet eine Inneneinheit mit einer Außeneinheit. Diese Lösung eignet sich besonders für einzelne Räume, beispielsweise das Schlaf-, Wohn- oder Arbeitszimmer.
Bei einem Multi-Split-System werden mehrere Inneneinheiten an eine Außeneinheit angeschlossen. So lassen sich verschiedene Räume individuell kühlen oder temperieren. Je nach Gebäudegröße und Anzahl der Räume können auch mehrere Außeneinheiten climaVAIR multi zum Einsatz kommen.
Ihr Fachhandwerksbetrieb unterstützt Sie bei der Planung und findet das passende System für Ihr Zuhause.


Investition und Betrieb
Was kostet eine Luft-Luft-Wärmepumpe?
Die Kosten einer Luft-Luft-Wärmepumpe hängen von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem die Größe des Gebäudes, die Anzahl der zu klimatisierenden Räume sowie die Anzahl der benötigten Innen- und Außeneinheiten. Auch der Installationsaufwand und die gewünschte Leistung beeinflussen die Gesamtkosten.
Zu den Anschaffungskosten kommen die Ausgaben für die fachgerechte Installation sowie die laufenden Betriebs- und Wartungskosten hinzu. Da Luft-Luft-Wärmepumpen mit Strom betrieben werden, hängen die jährlichen Betriebskosten vor allem vom Nutzungsverhalten, den Strompreisen und der Energieeffizienz des Geräts ab.
Wichtig zu wissen: Die Installation von Split-Klimageräten beziehungsweise Luft-Luft-Wärmepumpen darf ausschließlich durch qualifizierte Fachbetriebe erfolgen. So wird sichergestellt, dass das System effizient, sicher und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben installiert wird.
Mögliche Kostenfaktoren auf einen Blick
- Anschaffung des Innen- und Außengeräts
- Installation durch einen Fachbetrieb
- Stromkosten im Betrieb
- Wartung und Service
- Anzahl der zu klimatisierenden Räume
- Single-Split- oder Multi-Split-System
Vaillant Tipp: Mit Photovoltaik Betriebskosten sparen
Wer eine Luft-Luft-Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage kombiniert, kann einen Großteil des benötigten Stroms selbst erzeugen und so die Betriebskosten reduzieren.


Die passende Ergänzung
Warmwasser Umweltenergie erzeugen
Für die Warmwasserversorgung bietet sich die Kombination von Luft-Luft-Wärmepumpe und Warmwasser-Wärmepumpe an. Unsere aroSTOR plus nutzt die Energie der Umgebungsluft, um Wasser für Bad, Dusche und Küche zu erwärmen. So entsteht ein effizientes System, das die Vorteile beider Technologien miteiner ander verbindet: angenehme Raumtemperaturen und zuverlässiger Warmwasserkomfort.
Sie möchten wissen, welche Kombination aus Luft-Luft-Wärmepumpe und Warmwasserlösung zu Ihrem Zuhause passt? Ihr Fachhandwerksbetrieb berät Sie individuell und unterstützt Sie bei der Planung


Fördermöglichkeiten prüfen
Gibt es Förderungen für Luft-Luft-Wärmepumpen?
Luft-Luft-Wärmepumpen, dazu zählen auch Split-Klimaanlagen mit Heizfunktion, können bei einer Heizungsmodernisierung grundsätzlich förderfähig sein. Voraussetzung ist unter anderem, dass das eingesetzte System die geltenden technischen Anforderungen erfüllt und als primäres Heizsystem eingesetzt wird.
Da sich Förderbedingungen und technische Anforderungen regelmäßig ändern können, empfehlen wir, die aktuellen Voraussetzungen vor der Umsetzung zu prüfen. Die neuesten Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Wärmepumpen-Förderung. Zudem unterstützt Sie ein qualifizierter Fachhandwerksbetrieb bei der Planung und Bewertung Ihrer individuellen Fördermöglichkeiten.
FAQ
Sie haben noch Fragen? Wir haben die Antworten.
Bitte beachten Sie, dass auf sämtliche Fördermittel kein Rechtsanspruch besteht. Der Staat unterstützt den Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme mit einer Basisförderung von 30 %. Für den Austausch einer alten, funktionierenden Heizung erhalten Sie zusätzlich derzeit 16 % Klimageschwindigkeitsbonus (ab 01.02.2027 halbjährlich jeweils um 4% sinkend) bei selbstgenutztem Wohneigentum, vorausgesetzt, das Gebäude wird nicht mehr mit fossilen Brennstoffen beheizt. Der Einkommensbonus bei selbstgenutztem Wohneigentum wird in folgenden Höhen gewährt: 40 % für zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen (zvE) bis 30.000 Euro, 30 % bis 40.000 Euro zvE und 10 % bis 50.000 Euro zvE. Das für die Berechnung der Förderung maßgebliche zvE reduziert sich um einen einmaligen Familienzuschlag von 10.000 Euro bei mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt und wird gewährt bei einem zvE bis maximal 60.000 Euro. Die staatliche Förderung ist insgesamt auf maximal bis zu 80 % der förderfähigen Gesamtkosten (bei zvE bis 30.000 Euro bzw. 40.000 Euro mit Kind) für eine Wohneinheit begrenzt. Die maximal förderfähigen Ausgaben betragen 28.000 Euro für die erste Wohneinheit (ab 01.02.2027 halbjährlich jeweils um 750 Euro sinkend), jeweils 15.000 Euro für die zweite bis sechste Wohneinheit, jeweils 8.000 Euro für jede weitere Wohneinheit. Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Förderratgeber. Alle Angaben ohne Gewähr.


