3. Auf dem Boden liegendes Pärchen hält einen leuchtenden Globus. Quelle: unsplash.com
9 Lesern gefällt das

Earth Hour 2019: Ein globales Zeichen für den Klimaschutz

 

Es war einmal in Sydney... Da schalteten plötzlich 2,2 Millionen Menschen und über 2.000 Geschäfte eine Stunde lang das Licht aus. Sie setzten damit ein Zeichen für den Klimaschutz. Diese allererste Earth Hour im Jahr 2007 hat sich längst zu einer weltweiten Bewegung gemausert. Am 30. März 2019 ist es wieder so weit.

Earth Hour ist eine globale Initiative, die der World Wide Fund for Nature (WWF) federführend organisiert. Jedes Jahr ruft die Aktion dazu auf, gemeinsam an einem Tag Ende März zwischen 20.30 und 21.30 das Licht auszuschalten. Das internationale Event soll Aufmerksamkeit für den Klimawandel schaffen, den der WWF als eine lebensbedrohliche Entwicklung für den Menschen einschätzt: „Das ist ein mächtiges Signal, das nicht überhört wird. Ob Privatperson, Politiker oder Unternehmen – alle sind aufgerufen, ihren Teil beizutragen, jeden Tag“, sagte Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland zur Earth Earth 2018.

Earth Hour: 400 deutsche Städte machen mit

Seit der Geburtsstunde in Sydney hat Earth Hour enorm an Zuspruch gewonnen. Im letzten Jahr schlossen sich 188 Länder an. Viele Prominente, darunter der UN Generalsekretär António Guterres, der Tennisspieler Andy Murray, der Schauspieler Jared Leto und die Sängerin Ellie Goulding. An fast 18.000 Wahrzeichen und Monumenten weltweit gingen die Lichter aus. Allein in Deutschland beteiligten sich 400 Städte. Vom Brandenburger Tor über den Kölner Dom und die Frankfurter Skyline bis zur Münchener Frauenkirche – überall verschwanden Wahrzeichen im Dunkeln. Der Effekt ist so groß, dass die Aktion sogar im Weltall sichtbar ist.

11 Monumente, die sich zu Earth Hour verdunkeln

  • Golden Gate Bridge, San Francisco
  • Sydney Opernhaus
  • Basilius Kathedrale, Moskau
  • Burj Khalifa, Dubai
  • Big Ben, London
  • Jesus-Statue, Rio de Janeiro
  • Tafelberg, Kapstadt
  • Skytree, Tokio
  • Sky Tower, Auckland
  • Empire State Building, New York
  • Eiffelturm, Paris

Go East: Wie verläuft Earth Hour?

Europas Lichtermeer bei Nacht aus dem Weltall betrachtet. Quelle: publicdomainpictures.netAufgrund der Zeitverschiebung wandert Earth Hour einmal um die ganze Erde und zwar vom Osten gen Westen. Die Aktion startet auf der Inselgruppe Samoa im Südpazifik. Dann hüpft sie von den Fidschi-Inseln und Neuseeland rüber nach Australien. Weiter geht’s in die asiatischen Metropolen wie Hong Kong und Japan, in die arabischen Länder und Russland. Es folgen Afrika, Europa und zuletzt Nord- und Mittelamerika. Das Schlusslicht bildet wieder eine Inselgruppe: Die Cookinseln sind zwar nur 1.500 km von Samoa entfernt, zwischen den Atollen verläuft jedoch die Datumsgrenze. Darum bildet der Pazifik den Start- und Endpunkt von Earth Hour.

Wie kann ich bei der Earth Hour mitmachen?

Je mehr Menschen sich der Aktion anschließen, desto größer ist der Effekt der Bewegung: Würden sich beispielsweise alle deutschen Haushalte daran beteiligen, könnten 18 Millionen Kilowattstunden eingespart werden, was einer CO2-Reduktion von rund 10.600 Tonnen entspräche. Das hat zumindest der Energieversorger E.ON berechnet.
Mitmachen ist recht einfach: Man muss lediglich am 30. März zwischen 20.30 und 21.30 Uhr das Licht ausschalten. Am besten verzichtet man auch auf andere elektronische Geräte. Eine gute Gelegenheit, um besondere Aktivitäten zu planen. Hier ein paar Ideen:

  • Sterne gucken
  • Abendessen bei Kerzenlicht
  • Brettspiele spielen
  • Eine Nachtwanderung unternehmen
  • Geschichten erzählen
  • Endlich das Schlafdefizit aufholen

In vielen deutschen Städten finden öffentliche Veranstaltungen mit Musik und Showeinlagen statt. Zentrum des Events ist meist eine Sehenswürdigkeit, deren Beleuchtung pünktlich um 20:30 Uhr erlischt. Auch bei diesen Veranstaltungen lässt sich Earth Hour gut verbringen.
Falls es kein Event in der Nähe gibt – warum nicht eines planen? Der WWF unterstützt Privatpersonen mit einem Aktionsleitfaden darin, zu Earth Hour eine Aktion auf die Beine zu stellen.

Volle Social Media-Power für den Klimaschutz

Um Earth Hour noch bekannter zu machen und mehr Menschen zum Mitmachen zu bewegen, stellt der WWF viel Material zur Verfügung. Beispielsweise kann man sein Facebook-Profilbild mit einem Earth Hour-Rahmen versehen. Dafür muss man lediglich die Facebook-Rahmen aufrufen und nach „Earth Hour“ suchen. Titelbilder für Facebook und Twitter mit entsprechenden Motiven zur Aktion stellt der WWF ebenfalls zur Verfügung. Für Instagram gibt es einen Countdown zur Earth Hour, der sich über die Funktion „Story“ einrichten lässt. Mit dem (englischsprachigen) Tutorial ist es recht schnell umgesetzt.

Fazit:

Earth Hour ist eine globale Gemeinschaftsaktion, die zwar punktuell stattfindet, aber eine langfristige Wirkung erzielen möchte: Die Aktion motiviert weltweit Millionen von Menschen dazu, umweltfreundlicher zu leben und zu handeln – weit über die sechzig Minuten hinaus. Jeder kann sich an Earth Hour beteiligen, mit mehr oder weniger Engagement. Wie wollt ihr Earth Hour verbringen?

9 Lesern gefällt das

Ein Kommentar

Armin

Guten Tag zusammen,

seit einigen Jahren bin ich bereits großer Fan der Earth Hour.
Ich finde es ist eine großartige Idee und man könnte es von meiner Seite aus ruhig zwei Mal im Jahr veranstalten.
Da ich in meiner Gemeinde eine höhere Postion im einnehme, kann ich immer dazubeitragen, dass auch unsere kleine Gemeinde an der Earth Hour teilnimmt. Ich versuche meinen Mitmenschen damit zu zeigen, wo überall Strom eingespart werden könnte und sie so für das Thema zu sensibilisieren.
Für mich persönlich geht es dabei allerdings nicht nur um Stromeinsparung. Es geht um das große Ganze und wie wir alle einen Teil zur Rettung und Erhaltung unserer Erde beitragen können. Viele denken, es wäre ein großer Einschnitt in ihr gewohntes Leben und sie müssten sogar etwas opfer. Allerdings ist das Quatsch. Es gibt doch so viele kleine Dinge, die jeder machen könnte. Gemeinsam würden diese kleinen Dinge eine große Veränderung herbeiführen.
Um meine Mitbürger auf die Earth Hour aufmerksam zu machen, habe ich auch in diesem Jahr wieder „Warnschilder“ angebracht. Sie weißen die Leute daraufhin, was alles zur Earth Hour ausgeschaltet wird und was eventuell ausgeschaltet werden könnte, wenn sie daran teilnehmen wollen. Das kann man auf der Arbeit auch mal versuchen (für alle Unternehmen die das gerne tun wollen: Die Schilder habe ich hier https://www.seton.de/28/Warnschilder/ besorgt.
Gerne schaue ich mir auch einen Livestream aus anderen Städten und Länder an und sehe dabei zu, wie große Bauten und Monumente einfach mal für eine Stunde im dunklen stehen. Das tut ihrer Magie nichts an, im Gegensatz! Ich finde, alles wirkt viel beeindruckender, wenn die Lichter wieder angehen. Wieso macht man dass nicht jede Nacht so?! Es könnte sovel Strom eingespart werden. Zudem Geld! Dass das die Länder und Städte nicht mehr interessiert, wunder mich immer wieder.

Danke für diesen schönen Beitrag und macht weiter so!
Übrigens: die nächste Earth Hour ist bereits morgen abend (28.3.2020)

Viele Grüße

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.