Deutschlands Nationalparks
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Raus in die Natur – Deutschlands Nationalparks

 

Unberührte Wälder, weite Landschaften und kristallklare Seen – wer einmalige Naturerlebnisse sucht, muss nicht immer gleich in die USA, nach Kanada oder Neuseeland reisen. Viele Naturwunder warten direkt vor der eigenen Haustür. Wir zeigen euch, wo ihr in Deutschland die Wildnis hautnah erleben könnt.

In Deutschland gibt es 16 Nationalparks. Von der Nordsee bis zu den Alpen sind die Naturlandschaften zahlreich. Mehr als 20 Millionen Besucher zählen die Parks jährlich. Trotzdem hat vor allem die Jugend mittlerweile eine immer geringere Bindung an die Natur, wie der siebte Jugendreport Natur der Uni Köln zeigt. Doch gerade in Zeiten der Digitalisierung und Urbanisierung sind unberührte Landschaften als Rückzugsort wichtiger denn je. Es gibt viele Gründe, rauszugehen und die facettenreichen Landschaften der deutschen Nationalparks zu erkunden.

40 Jahre Nationalparks

Das Bundesamt für Naturschutz gibt die Gesamtfläche aller Nationalparks mit 1.047.859 Hektar an. Ein Großteil davon ist Wasser. Die Landfläche der Parks beträgt lediglich 214.588 Hektar. Das entspricht einem Anteil von 0,6 Prozent des Bundesgebiets. Der älteste deutsche Nationalpark, der Bayerische Wald, feierte 2018 seinen 40. Geburtstag. Der Hunsrück-Hochwald in Rheinland-Pfalz und dem Saarland hingegen wurde erst 2015 zum Nationalpark erklärt. Das Motto der zahlreichen Parks lautet: „Natur Natur sein lassen.“ Ein Eingreifen des Menschen in die natürlichen Abläufe soll also möglichst vermieden werden. Dies gelingt beispielsweise in Bayern besonders gut, wo Besucher mit etwas Glück sogar Luchse oder Fischotter entdecken können.

Erfolgreicher Artenschutz

Dass sich die Bemühungen der Naturschützer auszahlen, zeigt auch der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Dort hat sich der Bestand an Seeadlern nachweislich erholt. So zählt der NABU mittlerweile mehr als 360 Brutrevierpaare. Das entspricht rund 80 Prozent des gesamten Artbestandes in Deutschland. Neben der Fauna beeindrucken die Nationalparks auch mit einer floralen Artenvielfalt. Im besucherreichsten der Parks, dem Harz in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, zählen Hochlagen-Fichtenwälder, Buchenwälder, Moore, Bergwiesen, Blockhalden, Felsformationen und Fließgewässer zu den vorrangig geschützten Lebensräumen. Besonders beeindruckende Landschaften lassen sich in den Sandsteinformationen der Sächsischen Schweiz, an den bis zu 118 Meter hohen Kreidekliffs in Jasmund auf Rügen oder in den Berchtesgadener Alpen bestaunen.

Bildung zum Anfassen

Nach Definition der Internationalen Union zum Schutz der Natur müssen Nationalparks auch einen Bildungsauftrag erfüllen. In allen deutschen Nationalparks gibt es verschiedene Bildungsangebote, die Besucher Natur hautnah erleben lassen. Besonders beliebt sind die Wattwanderungen im deutschen Wattenmeer der Nordsee. Ob in Schleswig-Holstein, Niedersachen, oder Hamburg: Auf den geführten Touren lernen Besucher Flora und Fauna der Wattlandschaften aus der Nähe kennen. Highlight der Wanderungen sind die fünf bedeutsamsten Bewohner der Wattenmeere, liebevoll „small five“ getauft: Der Wattwurm, die Herzmuschel, die Strandkrabbe, die Wattschnecke und die Nordseegarnele.

UNESCO Weltkulturerbe

Neben dem Wattenmeer hat ein weiterer Nationalpark Deutschlands die Auszeichnung zum UNESCO Weltkulturerbe erhalten: Der Nationalpark Hanich in Thüringen. Genau genommen gilt die Auszeichnung nur für die Buchenwälder des Parks, die insgesamt 1.573 Hektar einnehmen, etwa die Hälfte der bewaldeten Fläche. Die Auszeichnung zum Weltkulturerbe stellt den Buchenwald im Hanich auf eine Ebene mit international bekannten Regionen wie Serengeti, Galapagos, oder Yellowstone. Trotzdem ist der Nationalpark in Deutschland sehr unbekannt, obwohl er einiges zu bieten hat: Auf dem Baumkronenpfad spazieren Besucher in einer Höhe von zehn bis 24 Metern ganz nah an den Wipfeln zahlreicher Laubbäume entlang. Im Frühling wandern sie auf einem weißen und rosa-violetten Blütenteppich aus Bärlauch und Hohlem Lerchensporn durch den Buchenwald. Außerdem tummeln sich stark spezialisierte Arten, wie etwa die Bechsteinfledermaus, der Neuntöter, der zum Überwintern nach Afrika fliegt, oder der hochgradig gefährdete Totholzkäfer im Gebüsch der Laubmischwälder.

Die 16 Nationalparks Deutschlands bieten Einblicke in wunderschöne unberührte Landschaften und laden zum Entdecken ein. Eine tolle Alternative, wenn es in der Urlaubszeit einmal nicht ganz so weit in die Ferne gehen soll.

Deutschlands Nationalparks

Download „Infografik Nationalparks in Deutschland“

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Ein Kommentar

Alexander

Ja, leider hat die Jugend mittlerweile eine immer geringere Bindung an die Natur, wie der siebte Jugendreport Natur der Uni Köln zeigt. Diese Orte sind wirklich tolle Alternative für den klassischen Urlaub am Meer.

Gruß Alex von bachelorschreibenlassen.com

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