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„Heizspiegel 2026“: Für Öl- und Gas-Heizer wird die Zukunft immer teurer!

 

Mindestens 1,70 € – das war in etwa der Preis für einen (!) Liter Heizöl, der Ende September 2026 in Köln (bei 3.000 l Abnahmemenge inkl. MwSt.; Quelle: heizöl24.de) aufgerufen wurde. Fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Und nahezu täglich stark schwankend, mit der generellen Tendenz zu „weiter steigend“.  Von Entspannung am Brennstoffmarkt also keine Spur, bestätigt ebenfalls der „Heizspiegel 2026“. Der wird alljährlich von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund und warnt: „Besonders Heizöl und Holzpellets dürften deutlich teurer werden.“ Auch beim Erdgas könnten die Kosten nach einer leichten Entspannung im Spätsommer ab Ende 2026 oder 2027 wieder steigen.

Ein generelles Fazit daraus zieht Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online, so: „Fossiles Heizen ist langfristig teurer und bleibt mit größeren Kostenrisiken verbunden als das Heizen mit erneuerbaren Energien. Wer heute eine neue Heizung plant, sollte diese Entwicklung kennen, auch wenn der Einbau von reinen Gas- und Ölheizungen wieder erlaubt ist.“

Der darin versteckte Hinweis auf das Ende Juli in Kraft getretene Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) als Nachfolger des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) bedeutet nicht weniger als eine klare Empfehlung hin zur Installation von Luft/Wasser-Wärmepumpen. Denn für Bestandskunden lag der aktuelle Strompreis (Stand: 27.09.2026) bei durchschnittlich 33,4 Cent pro Kilowattstunde und damit rund 1 Cent unter dem Vorjahresniveau. Bei Abschluss eines neuen Vertrags wurden sogar nur bei 30,6 Cent pro kWh aufgerufen. (Quelle: strom-report.de). Diese Variante der Wärme- und Warmwasserzeugung ist zudem besonders nachhaltig, wenn beispielsweise Ökostrom aus Sonne und Wind als Antriebsenergie für die Wärmepumpe genutzt wird, also gar keine fossilen Brennstoffe.

Was will der „Heizspiegel“?

Der „Heizspiegel“ analysiert seit rund zwei Jahrzehnten den Wärmeenergiemarkt und wertet dafür zehntausende Abrechnungen aus. Die Preisentwicklung der Heizkosten stellt damit ein belastbares Abbild der Kostenrealität in den deutschen Heizungskellern dar. Das Ziel: Den Verbrauchern eine unabhängige Orientierung auf Basis ihrer realer Verbrauchsdaten zu geben und gleichzeitig Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die eigenen Heizkosten gesenkt werden können.

Was ist das aktuelle Ergebnis?

Das aktuelle Ergebnis des „Heizspiegels 2026“ lässt sich ebenso knapp wie eindeutig zusammenfassen: „Das Zeitalter günstiger fossiler Heizenergie ist spätestens seit der Energiekrise vor vier Jahren vorbei. Fossiles Heizen ist langfristig teurer und bleibt mit größeren Kostenrisiken verbunden als das Heizen mit erneuerbaren Energien“, so co2online. Wie viel das im Einzelnen und je nach Energieträger ausmacht, wird an den beiden Tabellen für eine 70 m² Wohnung bzw. ein 130 m² großes Einfamilienhaus deutlich.

 

Energieträger/ Heizsystem

Abrechnungsjahr 2025

Abrechnungsjahr 2026 (Prognose)

Erdgas 1.170 Euro (+14 % ) 1.120 Euro (-4 % )
Heizöl 1.030 Euro (0 % ) 1.275 Euro (+24 % )
Fernwärme 1.295 Euro (+6 % ) 1.310 Euro (+1 % )
Wärmepumpe 715 Euro (+5 % ) 735 Euro (+3 % )
Holzpellets 735 Euro (+20 % ) 860 Euro (+17 % )

Tabelle 1: Heizkosten für eine durchschnittliche 70 m² große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus (in Klammern: Veränderung ggü. Vorjahr)

Energieträger/ Heizsystem

Abrechnungsjahr 2025

Abrechnungsjahr 2026 (Prognose)

Erdgas 2.040 Euro (+15 % ) 1.930 Euro (-5 % )
Heizöl 2.145 Euro (+1 % ) 2.745 Euro (+28 % )
Fernwärme 2.040 Euro (+3 % ) 2.055 Euro (+1 % )
Wärmepumpe 1.260 Euro (+5 % ) 1.300 Euro (+3 % )
Holzpellets 1.415 Euro (+24 % ) 1.740 Euro (+23 % )

Tabelle 2: Heizkosten für ein durchschnittliches 130 m² großes Einfamilienhaus (in Klammern: Veränderung ggü. Vorjahr)

Quelle: Heizspiegel

Wobei auch diese Werte noch gesondert eingeordnet werden müssen, wenn es um die prognostizierte Preisentwicklung geht. Beim fossilen Energieträger Öl dürfte sich beispielsweise die aktuelle Eskalation im Nahen Osten nochmals kostentreibend auswirken. Bei Fernwärme sind die längerfristigen Abrechnungszyklen der Versorger zu berücksichtigen. Die gestiegenen Energiepreise kommen hier im Gegensatz zur direkten, also auch sofort zu bezahlenden Öl- oder Gaslieferung häufig erst mit einem Verzug von mehreren Monaten beim Verbraucher an.

Wohin geht die Entwicklung?

Losgelöst von den üblichen Marktpreisschwankungen werden politische Entscheidungen maßgeblich dazu beitragen, die Kosten für das Heizen mit Öl und Gas weiter zu verteuern. Ein Faktor: die steigenden CO2-Kosten. 2026 und 2027 liegen die zwischen 55 und 65 €/t. Bis 2030 sind, abhängig von der Marktentwicklung und dem europäischen Emissionshandel (ETS 2), durchaus 120 bis 200 €/t möglich – also mehr als das Doppelte. Ein zweiter Faktor: die sogenannte „Biotreppe“. Dieses Stufenmodell im GmodG sieht den schrittweisen Einsatz von immer mehr klimaneutralem Gas oder Öl in neuen Heizungen vor. Ab 2029 sollen es mindestens 10 % sein, ab 2030 schon 15 %, fünf Jahre später mindestens 30 %, und ab 2040 sogar 60 %. Weil die Bio-Brennstoffe aber deutlich teurer sind als herkömmliches Öl oder Gas, wird es dadurch zwangsläufig zu weiteren Preissteigerungen kommen.

Die Kosten für (Strom betriebene) Wärmepumpen „werden dagegen deutlich langsamer steigen und voraussichtlich dauerhaft am niedrigsten bleiben“, prognostiziert co2online im „Heizspiegel 2026“.

Grafik zur Entwicklung der Heizkosten für ein Einfamilienhaus in Deutschland von 2021 bis 2026.

Quelle: Heizspiegel

Was ist zu tun?

Die Analyse der Heizkosten und ihrer zu erwartenden Entwicklung ist das eine. Daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen, das andere. Ein wesentlicher Ansatz liegt nahe, und zwar energiesparende(re)s Heizen. Dass kann beispielsweise durch gezieltes Lüften oder eine geringfügige Absenkung der Raumtemperatur geschehen. Noch viel mehr Potenzial bieten aber eine bessere Gebäudedämmung und – ganz vorn – der Austausch einer veralteten Öl- oder Gasheizung gegen eine moderne Luft/Wasser-Wärmepumpe, empfiehlt auch der „Heizspiegel 2026“: „Beim Heizungstausch sollten Hauseigentümer … nicht nur die Investitionskosten, sondern auch die Betriebs- und Wartungskosten betrachten. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Gebäudehülle, Wärmebedarf und Heiztechnik. Ein Modernisierungskonzept hilft Hauseigentümern, Maßnahmen zu planen und abzustimmen, bevor sie von einer kaputten Heizung im Winter überrascht werden.“

Vor einem älteren Wohnhaus ist eine Vaillant Wärmepumpe aroTHERM pro aufgebaut.Vor diesem Hintergrund fällt beim Heizungstausch mittlerweile entsprechend häufig die Entscheidung zugunsten einer Luft/Wasser-Wärmepumpe aus: Zum einen macht sie unabhängig von den fossilen Energieträgern, also auch den unkalkulierbaren Entwicklungen auf dem Weltmarkt. Zum anderen gibt es für Privatpersonen attraktive Förderungen von 30 bis 80 % der förderfähigen Kosten als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Mit dem Ergänzungs¬kredit 358/¬359 darf dieser Zuschuss sogar zur Zwischen¬finan¬zierung der gesamten be-zuschuss¬ten ener¬getischen Ma߬nahme eingesetzt werden (Quelle: KfW). Das eröffnet ganz neue Spielräume bei der energetischen Sanierung eines Hauses.

Wie beurteilt ihr denn eigentlich die aktuelle Energiepreisentwicklung? Gehört ihr eher zur Fraktion der „Öl- und Gasheizer“? Oder ist für Euch beim Heizungstausch der Einbau einer zukunftssichere Luft/Wasser-Wärmepumpe gesetzt? Schreibt uns doch gerne mal hier Eure Gedanken dazu.

 

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