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Energiesparen! Jetzt. Sofort. Und wirksam! Hier die Tipps.

 

In den vergangenen Wochen sind die Energiekosten dramatisch gestiegen. Binnen Jahresfrist haben sich die Gaspreise nach Berechnungen des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) nahezu verdoppelt. Wer als Mieterin oder Mieter bei der Nebenkostenabrechnung nicht böse überrascht werden möchte, muss jetzt handeln und Energie sparen.

Für Euch haben wir deswegen heiße Energiespartipps zusammengestellt, die am schnellsten wirken:

1. Wie kann man weniger heizen, um Energie zu sparen?

Wann die Heizung abschalten?Hört sich simpel an, ist aber so. Es genügt schon, wenn Ihr die Raumtemperatur um nur 1 Grad absenkt. Das spart nämlich bis zu sechs Prozent Energie, also auch bis zu sechs Prozent Kosten. Im Wohnbereich sorgen knapp 20 °C für guten Wärmekomfort, in der Küche genügen 18 °C, im Schlafzimmer sogar nur 17 °C. Das empfiehlt übrigens auch das Umweltbundesamt.

2. Wie stellt man das Thermostatventil richtig ein?

Wie warm es im Zimmer wird, wird über das Thermostatventil am Heizkörper geregelt. In Mittelstellung („3“) sind das etwa 20 bis 21 °C, in „1“ nur 12 °C. Und wer auf „5“ heizt, kommt auf hochsommerliche 28 °C. Um Energie zu sparen, ist die ideale Stellung für Wohnräume also knapp unter „3“.
Wenn Ihr die manuellen Thermostatventile gegen elektronisch gesteuerte austauscht, spart Ihr übrigens noch mehr Energie. Dafür programmiert Ihr einfach eine „Nachtabsenkung“, zum Beispiel von 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Diese „Nachtabsenkung“ kann problemlos 2 bis 3 Grad niedriger liegen als tagsüber und spart – siehe oben – dann in dieser Zeit deutlich mehr als 6 Prozent Heizenergie ein.
In diesem Zusammenhang solltet Ihr auch wissen: Es macht überhaupt keinen Sinn, das Heizkörperventil voll aufzudrehen, um einen Raum schneller warm zu bekommen. Denn das Ventil reguliert nur die Menge der Wärme, die in den Heizkörper fließt, nicht die Geschwindigkeit.

3. Wie kann man weniger Wärme weglüften?

Jedes Zimmer muss regelmäßig gelüftet werden, vor allem Küche, Bad und Schlafzimmer. Wer das aber mit „Fenster auf Kipp“ macht, lüftet die Energie im wahrsten Sinne des Wortes zum Fenster hinaus. Besser ist Stoßlüften. Also die Thermostatventile am Heizkörper schließen und die Fenster für ein paar Minuten ganz weit, am besten in gegenüberliegenden Zimmern öffnen. Bei dieser kombinierten Quer- und Stoßlüftung wird die verbrauchte Luft am schnellsten ausgetauscht – und es geht am wenigsten Wärme verloren.

4. Wie kann man Wärmeverluste verhindern, um Energie zu sparen?

Ein Mann stellt an einem Heizkörper das Thermostatventil ein.

So gelingt Energie sparen sofort: Der Heizkörper ist frei und kann seine Wärme ungehindert an den Raum abgeben, die Temperatur wird gerade um 1 Grad abgesenkt – und das Rollo reduziert ein wenig die Wärmeverluste durch das bodentiefe Fenster.

Eine Menge Energie lässt sich auch einsparen, wenn Ihr Euer Haus oder Eure Wohnung auf die typischen „Energieräuber“ hin untersucht. Häufig sind das undichte Fenster oder Türen, durch die die Wärme unkontrolliert nach draußen entweicht. Oder die Wände hinter dem Heizkörper sind nicht gedämmt. In Türen und Fenstern sorgen selbstklebende Dichtungsbänder für Abhilfe, hinter den Heizkörpern Dämmmatten mit oder ohne Alukaschierung. Beides kostet nicht die Welt, bringt aber eine Menge: Pro Fenster liegen die Einsparungen je nach Spaltbreite und Größe zwischen 4 und 10 Euro, hat ein Hersteller von Dichtbändern ausgerechnet. Durch die Dämmung hinter den Heizkörpern senkt Ihr Eure Energiekosten um weitere 15 bis 20 Euro pro Heizkörper, so die Verbraucherzentrale.

5. Wie kann man Wärme möglichst effizient nutzen?

Jede Kilowattstunde Wärme, die Eure Heizung erzeugt, kostet bares Geld. Deswegen sollte sich diese Wärme möglichst optimal im Raum verteilen. Das geht am besten, wenn die Heizkörper nicht durch Möbel zugestellt sind oder von dicken Vorhängen verdeckt werden.
Ein Gluckern im Heizkörper zeigt dabei übrigens an, dass neben dem warmen Heizwasser auch Luft im Heizkörper ist. Das verhindert ebenfalls eine effiziente Wärmebereitstellung. Macht Euer Heizkörper Geräusche, müsst Ihr den Heizkörper entlüften. Das geht ganz einfach. Wie, zeigen wir Euch hier .
Zudem solltet Ihr nur die Räume auf Wohlfühltemperatur heizen, in denen Ihr Euch auch tatsächlich aufhaltet. In Nebenräumen könnte Ihr die Temperatur hingegen auf bis etwa 16 °C absenken. Noch weniger macht allerdings keinen Sinn, weil sonst möglicherweise Schimmel entsteht. Deswegen: Türen zu, und abends am besten noch die Rollläden herunterlassen. Dann bleibt die Wärme da, wo Ihr sie haben möchtet – bei Euch im Zimmer.

6. Wie kann man den Warmwasserbedarf verringern?

Ein Mann kommt aus der Dusche

Wenn Ihr aktiv Energie sparen möchtet, könnt Ihr auch Euer Duschverhalten ändern. Denn die Warmwasserbereitung macht in gut gedämmten Häusern oft schon bis zu 40 Prozent des gesamten Energiebedarfs aus.

In gut gedämmten Häusern macht der Anteil von Energie, der nicht zum Heizen, sondern für die Warmwasserbereitung gebraucht wird, mittlerweile oft mehr als 40 Prozent des gesamten Energiebedarfs aus. Wenn Ihr weniger Warmwasser verbraucht, verringert Ihr also auch direkt Eure „Heizkosten“. Durch einen Duschsparkopf, der dem Wasser Luft beimischt, wird beispielsweise allein schon die benötigte Warmwassermenge um 20 bis 40 Prozent verringert. Und wer statt der durchschnittlichen 11 Minuten Duschdauer nur 8 Minuten duscht, spart nochmals Energiekosten.
Wie viel das für Euch sein kann, könnt Ihr über diesen interaktiven Duschkostenrechner ermitteln und sehen, wo und wie Ihr noch Kosten einsparen könnt.

7. Wie kann man weniger kühlen?

Wenn Ihr in einem gut gedämmten Niedrigenergie- oder sogar Passivhaus wohnt, betrifft Euch das Thema „Energie sparen“ nicht nur beim Heizen, sondern – gerade in diesen heißen Sommermonaten – genauso beim Kühlen. Denn häufig sorgt die Sonnenhitze dafür, dass sich die Räume unangenehm aufheizen, vor allem bei großen Fensterflächen. Damit die „energiefressende“ Klimaanlage möglichst wenig läuft, könnt Ihr die Raumtemperatur über kluges Lüften nach unten bringen: Solange es morgens draußen kühl ist, lüftet Ihr intensiv alle Räume über weit geöffnete Fenster und Türen. Steigt die Temperatur draußen über Raumtemperatur an, werden Fenster und Türen geschlossen. Ebenso die Rollläden der zur Sonnenseite gelegenen Fenster. Das schützt vor zusätzlichen Wärmeeinträgen.

8. Wie kann man den Energieverbrauch kontrollieren?

Eure Heizkosten zahlt Ihr als Mieter in der Regel abschlägig im Voraus. Die Jahresabrechnung erhaltet Ihr aber erst bis zu zwölf Monate nach Ablauf des Abrechnungsjahres vom Vermieter. Das kann aber bei Preissteigerungen wie aktuell problematisch sein, denn wer behält dabei schon den vollen Kostenüberblick? Orientierung bietet co2online. Dort könnt Ihr auch prüfen, ob Ihr zu viel fürs Heizen bezahlt.

Tipps zum Energie sparen im Überblick:

  • Achtet auf die richtige Raumtemperatur: Jedes Grad, auf das Ihr verzichten, spart 6 Prozent Energie.
  • Vermeidet Auskühlung: Die Temperatur in ungenutzten Räumen sollte nicht zu stark abgesenkt werden. Durch zu stark abgekühlte Wandflächen können Schäden entstehen wie zum Beispiel Schimmel.
  • Nutzt die Möglichkeiten der Heizungsregelung aus: Mit Reglersystemen können die Temperatur zu frei wählbaren Zeiten automatisch einstellen.
  • Heizkörper nicht blockieren oder zustellen: Sind Heizkörper durch Möbel verstellt, können sie ihre Wärme nicht frei an die Raumluft abgeben. Dies führt zu Hitzestaus und treibt die Heizkosten in die Höhe.
  • Lasst Eure Heizanlage regelmäßig warten: Ein jährlich gewartetes Heizgerät arbeitet mit besserem Wirkungsgrad, ist wirtschaftlicher und hat die besten Voraussetzungen für dauernde Betriebsbereitschaft, Zuverlässigkeit und hohe Lebensdauer.
  • Falls nötig: Heizungsanlage modernisieren: Ist die Heizungsanlage schon älter, sollte über einen Austausch nachgedacht werden, denn eine moderne Heizung ist langfristig die effizienteste Art, Heizkosten zu sparen.
  • Fenster und Türen auf Dichtigkeit prüfen: Durch undichte Fenster oder Türen können große Wärmeverluste entstehen. Selbstklebende Dichtungsbänder und Zugluftstopper können hier Abhilfe schaffen.
  • Wassersparende Armaturen verwenden: Nutzt zur Verringerung des Verbrauchs wassersparende Armaturen und Aufsätze: zum Beispiel Duschunterbrecher und Durchflussbegrenzer, Sparduschköpfe, Perlstrahler oder Strahlregler, die anstatt des Siebes auf die Armatur geschraubt werden.
  • Stoßlüften im Herbst und Winter, Kipplüften nur im Frühjahr und Sommer: Im Winter wechselt die komplette Raumluft durchschnittlich schon in 7 bis 20 Minuten, so dass bei Dauerkipplüftung zum „Fenster hinaus“ geheizt wird.

 

Ihr seht, es gibt eine Menge Möglichkeiten, schnell und wirkungsvoll Energie zu sparen und so den steigenden Energiekosten ein Schnippchen zu schlagen. Probiert unsere Tipps einfach aus. Wetten, dass sie funktionieren?! Und teilt uns gerne mit, wie Ihr noch Energie spart.

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