Wann die Heizung abschalten?
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Wann die Heizung abschalten?

 

Endlich Frühling: Die Sonne zeigt sich öfter, die Bäume werden grüner, und die Temperaturen steigen – zumindest tagsüber. Also einfach die Heizung abstellen und Energie sparen? Und wie sieht es eigentlich im Sommer oder in längeren Urlauben aus? Bei uns erfahrt ihr alles rund ums Thema Heizung abschalten!

Heizung abschalten im Frühling: Tagsüber nicht heizen?

Viele Menschen schalten die Heizung komplett aus, sobald sich Räume durch Sonneneinstrahlung von außen angenehm erwärmen. Das ist vorschnell, denn meist kühlt die Wohnung in den Frühlingsnächten deutlich ab. Es folgt der erneute Gang zur Heizanlage – doch bis die Wohlfühltemperatur wiederhergestellt ist, dauert es. Und das ist nicht das einzige Problem: Das vorrübergehende Abstellen der Heizung ist alles andere als kostensparend. Um die ausgekühlte Wohnung abends wieder zu erwärmen, braucht es deutlich mehr Energie als sich am Tag sparen lässt. Zudem drohen Kälteschäden an den Wänden, wenn die Raumtemperaturen zu stark fallen. Schimmel zum Beispiel gedeiht bei 14 Grad Celsius und weniger besonders gut. Das gilt übrigens auch für den Herbst, der dem Frühling in Sachen Temperatur ähnelt.

Heizung abschalten im Sommer: Betrieb umstellen oder gar nicht heizen?

Im Sommer klettern die Temperaturen am Tag öfter über die 20-Grad-Marke und auch nachts bleibt es angenehm warm. Da lohnt es doch, die Heizung auszuschalten und Energie und Geld zu sparen – oder? Ganz so einfach ist das nicht. Denn auch im Sommer gibt es kalte Tage, an denen die Wohnung unbeheizt auskühlen kann. Vermieter sind daher verpflichtet, die Heizung einzuschalten, sobald die Außentemperatur drei Tage in Folge unter 12 Grad beträgt. Passiert das nicht, darf der Mieter mit Mietminderungen reagieren. Die richtige Heizstrategie im Sommer hängt außerdem vom Heizungstyp ab: Wer eine Zentralheizung ohne Warmwasserbereitung besitzt, sollte diese im Sommer abschalten, um sich unnötige Kosten zu sparen. Bei Heizungen, die auch Warmwasser erzeugen, ist das anders: Die modernen Geräte von Vaillant zum Beispiel wechseln automatisch in den Sommerbetrieb: Hier wird kein Heizungswasser, sondern nur noch warmes Wasser für Küche und Bad zur Verfügung gestellt.

Lesen Sie mehr zum Thema „Heizen im Sommer“!

Heizung abschalten im Winter: Lohnt sich die Nachtabsenkung?

In der kalten Jahreszeit brauchen wir die Heizung am meisten. Mit ihrer Hilfe bleibt die Wohnung trotz Minusgraden und Frost schön warm und gemütlich. Doch durchgängig Heizen ist teuer: Daher fragen sich viele Menschen, ob sie die Heizung in der Nacht abstellen sollten. Lieber nicht, raten Experten. Es kostet sehr viel Energie, kalte Räume wieder aufzuheizen. Eher in Frage kommt die Nachtabsenkung: Hier reduziert sich die Raumtemperatur in der Nacht um 3 bis 4 Grad. Um Kälteschäden zu vermeiden, sollte eine Mindesttemperatur von 16 Grad dabei nicht unterschritten werden. Besonders schlecht gedämmte Häuser und Wohnungen profitieren von der Nachtabsenkung, während sich die Temperaturreduzierung bei gut gedämmten Gebäuden eher nicht lohnt. Welchen Einfluss die Gebäudedämmung, die Heizungsart und andere Aspekte auf den Erfolg der Nachtabsenkung haben und ob diese sich für euch lohnt, erfahrt ihr hier: https://www.vaillant.de/heizung/heizung-verstehen/tipps-rund-um-ihre-heizung/nachtabsenkung/.

Lesen Sie mehr zum Thema „Richtig heizen im Winter!

Heizung ausschalten im Urlaub?

Ich bin dann mal weg! Wenn die langersehnten Sommerferien gekommen sind und es Richtung Meer geht, sollten Hausbesitzer und Mieter auch ihrer Heizanlage eine Pause gönnen. Experten rufen dazu auf, den Heizkessel vor dem Urlaub abzustellen, damit sich die Anlage an kalten Tagen nicht unnötig automatisch einschaltet. Über einen Schalter oder die Heizungsregelung lässt sich zudem die Heizungs-Umwälzpumpe deaktivieren, was zusätzliche Stromkosten einspart. Damit sich nichts festsetzt, sollte die Pumpe einmal im Monat angeschaltet werden. Moderne Heizungen machen das automatisch, doch bei älteren Modellen müssen Besitzer selbst daran denken. Etwas andere Regeln gelten für das Heizen im Winterurlaub: Wer Kälteschäden und Schimmelbildung ausschließen möchte, muss trotz Abwesenheit heizen. Das gilt nicht nur für Wohnräume, sondern auch für Küche und Bad. Bei zu niedrigen Temperaturen in diesen Räumen können Wasserleitungen gefrieren und erhebliche Schäden entstehen. Um hier auf Nummer Sicher zu gehen, sollte im Winterurlaub in der gesamten Wohnung eine Temperatur von mindestens 15 Grad herrschen.

Unser Fazit

Wir stellen viel zu oft vorschnell die Heizung aus. Es kostet oft mehr Energie, sie wieder hoch zu fahren als sie auf einem bestimmten Niveau zu belassen. Außerdem kühlen die Wände zu sehr aus und es droht Schimmel. Besser die 16 Grad nicht unterschreiten und auf moderne Heiztechnik mit smarter Regelung setzen.

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26 Kommentare

T. Eh.

“Um die ausgekühlte Wohnung abends wieder zu erwärmen, braucht es deutlich mehr Energie als sich am Tag sparen lässt.”

Das ist Unsinn. Bitte lassen Sie dies von einem vernünftigen Physiker prpfen.

Raphael

Das ist einfach falsch was Sie schreiben. Beschäftigen Sie keine Thermodynamiker bei Vaillant? Fragen Sie die doch mal bitte bevor Sie als Heizungshersteller solch falsche Empfehlungen aussprechen.

Gruß

Hanna Adams

Vielen Dank für den Beitrag zum Thema Heizen. Mein Bruder erwartet die jährliche Lieferung von Flüssiggas und hat sich gefragt, wie er seine Heizkosten senken könnte. Gut zu wissen, dass es sich nicht immer lohnt die Heizung abzustellen, da es sehr viel Energie kostet kalte Räume aufzuheizen.

Oskar

Nach dem Kauf einer neuen Brennwerttherme habe ich den Temperaturverlauf im Winter kontrolliert. Die Nachtabsenkung auf 16Grad hat gar nichts gebracht, weil die Räume auch nachts wegen der guten Hausisolierung BJ 1992 warm blieben und bei mindestens 20 Grad verharrten. Deshalb schalte ich die Heizung nachts komplett aus und sogar das wenig beheizte Dachzimmer kühlt um nur 3 Grad ab. Ich bleibe zudem durchweg in allen Räumen über 16 grad und im Erdgeschoss sind es Morgens immer noch 20 grad obwohl die Heizung auf nachts auf 3grad eingestellt und damit aus ist.
Insgesamt spare ich mit dieser Maßnahme, die so gar nicht mit den Expertenempfehlungen übereinstimmt. Denn wenn ein Haus gut isoliert ist benötige ich weniger Energie um es Morgens aufzuheizen, oder?

21 grad Redaktion

Hallo Oskar,

vielen Dank für Deinen Kommentar.
Wenn ein Haus, wie in Deinewm Fall, wirklich gut isoliert zu sein scheint, kann es unter Umständen auch sinnvoll sein, die Heizung auszuschalten. Wie in dem Artikel beschrieben ist, führt dies aber häufig zu einem zu starken Auskühlen der Räume. Dann wird viel Energie benötigt, um die Räume wieder auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Wenn die Räume aber nicht viel an Wärme verlieren, wird auch morgens zum Aufheizen nicht viel Energie benötigt.

Liebe Grüße,
Jacqueline vom 21grad Team

Christoph

Erstaunlich, dass viele der falschen Aussagen, die hier seit über 2 Jahren zu Recht kritisiert werden, immer noch nicht korrigiert wurden. Ein Thermodynamiker (die Thermodynamik ist ein Teilgebiet der Physik und für diese Fragen relevant) würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen! So ist die Behauptung “Um die ausgekühlte Wohnung abends wieder zu erwärmen, braucht es deutlich mehr Energie als sich am Tag sparen lässt.” falsch, wie unten gezeigt wird. Weitere eindeutig falsche Behauptungen sind: “Um Kälteschäden zu vermeiden, sollte eine Mindesttemperatur von 16 Grad dabei nicht unterschritten werden.”

Um das Thema zu verstehen, benötigt man Wissen in zweierlei Gebieten:

1. Energiebedarf eines Objektes, das im Innern beheizt wird
Der Energiebedarf eines solchen Objektes hängt von der Dämmung (dem Wärmedurchgangskoeffizienten U) und der an der Heizung eingestellten Temperatur im Verhältnis zur Außentemperatur sowie von der Dauer der Einwirkung ab.

2. Gefahren z. B. durch Frost oder Feuchtigkeit (Schimmel)
Gefahren durch Frost bestehen nur bei Temperaturen (hier: der wasserführenden Leitungen) von null Grad oder darunter. Sollten Wände feucht sein, gilt dies auch für Hauswände.
Das Wesen der Luft ist, bei höheren Temperaturen mehr Feuchtigkeit aufnehmen zu können als bei niedrigen Temperaturen (deshalb spricht man von relativer Luftfeuchtigkeit). Beim Absinken der Temperatur der Luft steigt daher die relative Luftfeuchtigkeit bis der Taupunkt (rel. Luftfeuchtigkeit = 100%) erreicht wird. An den Stellen im Haus, wo dies geschieht, fällt Feuchtigkeit aus und es kann deshalb bei längerer Einwirkung Schimmel entstehen. Dies wird in Häusern vor allem an den Fensterlaibungen der Fall sein, da dies i. d. R. die kältesten Punkte im Haus sind. Vor allem in Räumen wo regelmäßig viel Feuchtigkeit anfällt (z. B. in Bädern) ist Vorsicht geboten.

Zunächst zu Punkt 1 – mögliche Einsparungen bei Absenken der Temperatur:
Der Energiebedarf eines Gebäudes während einer Zeitspanne t1 bis t2 ergibt sich durch Berechnung des Integrals über Delta T (Temperaturdifferenz zwischen Innen und außen) multipliziert mit einem Faktor für das Maß mit dem das Gebäude gedämmt ist (Wärmedurchgangskoeffizient U) von einem Zeitpunkt t1 bis zu einem Zeitpunkt t2. Vergleicht man die Ergebnisse des Integrals für unterschiedliche Werte von Delta T, U und der Zeitspanne t1 bis t2 so erhält man mögliche Energieersparnisse bzw. Energiemehraufwendungen.
Die Energieersparnis ist höher, d. h. der Wärmeverlust ist geringer, wenn man weniger und kürzer heizt. Bei geringem Wärmedurchgangskoeffizient (= guter Dämmung) ist die Energieersparnis geringer, d. h. bei älteren, ungedämmten Gebäuden lohnt sich Sparen mehr.
Es braucht hier nicht untersucht zu werden, wie die Heizung die Energie bereitstellt. Dies ist in der Regel kurzfristig durch die Bewohner ohnehin nicht änderbar. Sicherlich gibt es Bereiche, in denen die Heizung besonders effizient bzw. weniger effizient arbeitet, dies beeinflusst das vorher Gesagte jedoch i. d. R. nur untergeordnet. Eine Ausnahme jedoch ist z. B. eine Wärmepumpe, die bei schnellem Aufheizen und bei niedrigen Temperaturen einen Heizstab verwendet, der im Vergleich zur Wärmepumpe sehr viel verbraucht.

Nun zu Punkt 2 und zur Frostgefahr und der “Gefahr für die Wände”):
Eine Frostgefahr besteht – das sollte eigentlich klar sein – erst bei Temperaturen nahe Null Grad nicht schon bei 16 Grad. Ein Haus kühlt zunächst schnell und dann immer langsamer aus. Erfahrungsgemäß benötigt es daher eine längere Frostperiode, um die Frostgefahr im Haus real werden zu lassen, auch z. B. wegen solarer Gewinne (Sonne durchs Fenster), abhängig von der Dämmung des Hauses etc. Trotzdem empfiehlt es sich, aufzupassen oder die Heizung mit Hilfe einer Steuerung (z. B. Smart Home System mit Temperaturfühler und Schalter für die Heizung – z. B. Anschluß der Heizung über ferngesteuerte Steckdose) auszustatten, damit die Heizung bei Frostgefahr automatisch eingeschaltet wird.
Nun zur Gefahr durch Schimmelbildung:
Schimmel entsteht durch schlechtes Lüften (Dichte Fenster, seltenes Lüften). Dabei kommt es darauf an, ob Kondensation entsteht und diese wiederum hängt davon ab, ob Feuchtigkeit ins Haus eingetragen wird (z. B. durch Bewohnen: Kochen, Duschen, Menschen, die Feuchtigkeit verlieren etc.) und ob diese rechtzeitig auf dem Haus wieder entfernt wird (Lüften!), bevor sie sich an den kältesten Stellen (Fensterlaibungen, Fensterscheiben) absetzt. Besondere Vorsicht ist bspw. beim Trocknen von Wäsche ratsam, da dadurch besonders viel Feuchtigkeit entsteht.
Es empfiehlt sich natürlich, unmittelbar vor dem Verlassen das Hauses und dem Ausstellen der Heizung zu Lüften und auch vorher die Raumfeuchte (und damit die der Wände) gering zu halten. Dann wird die Luft im Haus beim Abkühlen kaum den Taupunkt erreichen. In einem schon heruntergekühlten Haus sind die Temperaturschwankungen dann ohnehin so gering, dass ein massives Ansteigen der Luftfeuchtigkeit ausgeschlossen werden kann.

Fazit:
Die Ersparnisse beim Absenken oder gar Ausschalten der Heizung sind sehr groß, die Risiken beherrschbar.

Karl

mit Verlaub: Das ist nun mal wirlich der größte Blödsinn, den man sich denken kann. Natürlich verbrauche ich weniger Energie, wenn ich die Heizung abschalte als wenn ich die Laufen lasse. Wir haben leider so einem Vollpfosten vom Vaillant Kundendienst so eine schwachsinnige Steuerung abgekauft. Konsequenz: die Heizung lässt sich nicht mehr abschalten. Der Gasverbrauch ist entsprechend gestiegen (rd. 20%). Schade, dass selbst Techniker Physik und Esoterik durcheinander werfen.
Was Vaillant eigentlich meint: Manch Nutzer dem die Heizung nicht warm genug ist und der einfach nur nicht weiß, dass die in Wirklichkeit nur träge ist, dann heizt er möglicherweise ineffizient. Deswegen aber die Heizung selbst im Sommer durchlaufen zu lassen ist einfach nur Unsinn.

21 grad Redaktion

Hallo Karl,

es tut uns Leid, dass es bei Dir Grund zur Verärgerung gibt. Wir geben Dein Feedback natürlich weiter und hoffen, dass wir Dich in Zukunft wieder überzeugen können.
Aufgrund des Auskühlens der Räume wird bei Abschaltung der Heizung, wie in dem Artikel beschrieben, in den meisten Fällen mehr Energie benötigt. Natürlich kann es sein, dass dieser Sachverhalt, beispielweise aufgrund einer sehr guten Isolierung Deines Hauses, bei dir nicht zutrifft.

Liebe Grüße,
Hanna vom 21grad Team

Karl

hallo Redaktion,
Danke fürs Feed back. Zu Physik und Energieverbrauch bekommen wir keine Einigkeit. Ich weiß ja schließlich, dass ich einen unnötig hohen Verbrauch habe, den ich ohne Steuerung noch nicht hatte.
Aber vielleicht können Sie mir weiterhelfen. Ich möchte meine Heizung abschalten. Vaillant Kombitherme.
Ich habe nun die Heizung auf Sommerbetrieb gestellt. Das sollte ja auch eigentlich dann eindeutig sein. Ist es aber nicht.
Zudem Thermostat auf 15C. Trotzdem heizt die Heizung meine Wohnung ständig auf. Also so alle 2 h auf etwa 19C. Das ist natürlich doof, da wir ab 18 C eigentlich immer lüften.
Natürlich könnte ich auch den Techniker rufen, aber ich vermute, dass der mir erklärt, das sei ein feature.

21 grad Redaktion

Hallo Karl,

danke für Deine Anfrage. Diese kann unser Expertenteam am besten beantworten. Bitte nutze dafür unser HelpCenter unter folgendem Link, um Kontakt aufzunehmen: www.vai.vg/kontaktformular. Nach der Auswahl “Technische Frage” kannst Du dann wählen, wie Du von kontaktiert werden möchtest.

Vielen Dank und liebe Grüße,
Jacqueline vom 21grad Team

Rosalie

Mit hat heute der Techniker erzählt, ich dürfte auch im Sommer die Heizung nicht abstellen, denn dann würden sich Legionellen im Wasser ausbreiten. Außerdem ginge die Heizung durch häufiges An-und Ausschalten kaputt, aber das ist doch Quatsch, stimmts?

21 grad Redaktion

Hallo Rosalie,

vielen Dank für Deine Nachricht und entschuldige bitte unsere späte Rückmeldung. Der Techniker hat hier zwei wichtige Punkte angesprochen. Wenn warmes Wasser zu stark abkühlt und keine Umwälzung des Wasser gegeben ist (z.B. durch die Entnahme von Wasser an Zapfstellen) kann es durchaus zu der Bildung von Legionellen kommen. In underem Blogartikel erfähst Du mehr zu dem Thema: https://www.vaillant.de/21-grad/rat-und-tat/legionellenprophylaxe-so-beugt-ihr-legionellen-im-leitungswasser-vor/.
Zudem sollte das zu häufige Ein- und Abschalten der Heizung vermieden werden.
Wenn Du auf der Suche nach Tipps zum Energie sparen bist, können wir Dir schon mal ankündigen, dass wir in Kürze einen Blogbeitrag zu diesem Thema veröffentlichen werden. Schaue doch gerne in nächster Zeit bei uns im Blog vorbei.

Liebe Grüße,
Jacqueline vom 21grad Team

Klaus F.

Ausschalten spart eine Menge Heizenergie. Heizenergie wird gebraucht für den Ausgleich vom Wärmeabfluss von innen nach außen. Die Menge ist abhängig von der Temperaturdifferenz. Die Heizung in nicht benutzen Räumen, auch Fluren und Treppenhaus, ausschalten, und morgens in dem genutzten Zimmer einschalten, spart sicherlich Heizenergie. Was hier postuliert wird hat die gleiche Logik wie, bei einer vollen Badewanne mit gezogenem Stöpsel ständig Wasser nachlaufen lassen, weil sonst beim Baden das Befüllen der Badewanne mehr Wasser verbrauchen würde. Oder den Herd ständig anlassen, weil beim Anheizen zum Kochen mehr Energie gebraucht würde. Man darf auch nur mit normaler Heizleistung, Erhaltungswärme, wieder genutzte Zimmer aufwärmen. Wenn morgens im Heizungs-Turbogang eine ganze Wohnung, oder ein ganzes Gebäude gleichzeitig in kurzer Zeit auf Normaltemperatur gebracht werden soll, dann stimmt die Aussage zum erhöhten Energiegebrauch, aber nur dann mit der Heizung im Turbogang.
Bei einer Gastherme kann man das austricksen. Zuerst alle Heizkörper ausschalten, dann Gastherme einschalten. Im Turbogang heizt die Gastherme ihren Vorratsbehälter kurz auf. Schaltet sie auf Normalbetrieb zurück, kann man langsam, sehr, etwas Geduld, nach und nach die benötigten Heizkörper wieder einschalten. Langsam steigern, sonst sinkt die Rücklauftemperatur, kalter Heizungskreislauf, zu stark, und die Gastherme schaltet wieder auf Nachhol-Turbobetrieb.

Klaus F.

Grundsätze für Lagerung sind kühl, trocken und luftig. Das Gegenteil ist warm, feucht und stehende Luft (Luftsackgassen in abgeschlossenen Räumen). Warme Luft ist feucht, kalte Luft ist trocken. Vermeiden, warme Luft in kalte Räume oder auf kalte Fläche zu lassen (Kondenswasserbildung). Nicht genutzte Räume kalt lüften, und dann geschlossen halten, kühl und trocken. Wichtig ist luftig, Luftbewegung, und Luftaustausch. Das transportiert laufend Feuchtigkeit ab. Nur genutzte Räume heizen, Türen nur anlehnen. Dadurch ständig kleiner Luftaustausch von kühler trockener Luft gegen warme feuchte Luft (Permanentbelüftung). Das entspricht dem Lagerungsgrundsatz von luftig. Im Bad braucht man keine Heizung. Der automatische Thermostatfrostschutz von 8 Grad reicht. Stehende Luft ist nicht kalt, Luftzug ist kalt. Duschen macht genug Abwärme. Fenster nur halb verriegeln. Das Prinzip der undichten Fenster, ständiger kleiner Luftaustausch. Niedrigenergiehäuser mit Dreifachverglasung arbeiten auch mit Lüftungsschlitzen in Rahmen. Sonst müsste man im Bad sehr stark heizen, weil sich sonst auf kalten Wandflächen Kondenswasser, und dann Schimmel bildet. Halbwarm, 16 Grad, macht an Kältebrücken Kondenswasser und Schimmel. Ein kühles und luftiges Bad hat keine Kältebücken, weil es nur geringe Temperaturdifferenzen gibt, und ständige kleine Luftbewegung. Auch die Badtür nur anlehnen. Dann hat man ein Heiz- und Lüftungsmanagement von genutzten und geheizten Räumen, über Flur und Bad, bis zur Außenluft.
Das tägliche Durchlüften bleibt.

P.S.: Das gleiche gilt auch alles für Kelleräume, kühl, trocken und luftig. Die Luft muss zirkulieren können. Kellerwände haben die Temperatur vom Erdreich von 12 Grad. Warme Außenluft macht Kondensnässe und Schimmel, und auch stehende Luft, die sich nicht bewegen kann.

Klaus F.

@Jacqueline vom 21grad Team, 18.07.2022, 15:19 Uhr, zu Rosalie 06.07.2022: “… sollte das zu häufige Ein- und Abschalten der Heizung vermieden werden.” Eine Aussage muss begründet und belegt werden. So ist es nur eine Behauptung. Man kann nicht nachvollziehen und entscheiden, ob es plausibel ist. Oder ob das nur “Das sagt man üblicherweie so” ist.

21 grad Redaktion

Hallo Klaus,

die tägliche Netztrennung unserer Heizgeräte entspricht keiner bestimmungsgemäßen Verwendung. Je nach Gerätetyp und installierter Regelung vor Ort muss sich zum Beispiel nach jeder Netzunterbrechung die Software einzelner Komponenten neu laden und anschließend neu kalibrieren. Ein erhöhter Verschleiß bei täglicher Netzunterbrechung ist daher nicht auszuschließen und wird von uns nicht empfohlen.

Liebe Grüße,
Jacqueline vom 21grad Team

Uli

Hallo, haben das System Vailland ecotec plus.
Wir wollen diesen Winter wegen der Gaspreise vermehrt mit dem Holzofen/Kamin heizen wenn wir zuhause sind – in der Regel durchgängig am Wochenende..
Der Thermostat reagiert sehr träge und zeitversetzt, sodass es sehr heiß wird, wenn die Heizung nicht manuell zurück gefahren wird.
Was ist besser: für die Stunden, in denen der Kamin brennt auf Sommerzeit stellen oder lieber ausschalten? Oder haben Sie einen anderen Tip?

21 grad Redaktion

Hallo Uli,

danke für Deine Nachricht. Bitte entschuldige die verspätete Rückmeldung.

In der Zeit in der das Heizgerät nicht heizen soll, sollte es auf Sommerbetrieb gestellt werden.

Liebe Grüße
Michelle vom 21grad Team

J. Gebauer

@ Klaus F.
Danke für die anschaulichen Analogien mit der Badewanne und der Herdplatte, so können es auch weniger physikalisch gebildete Leute verstehen. Können Sie Ihre Aussage
“… Wenn morgens im Heizungs-Turbogang eine ganze Wohnung, oder ein ganzes Gebäude gleichzeitig in kurzer Zeit auf Normaltemperatur gebracht werden soll, dann stimmt die Aussage zum erhöhten Energiegebrauch, aber nur dann mit der Heizung im Turbogang. …”
bitte noch erklären? Das wäre super um auch hier letzte Unklarheiten zu beseitigen.
Besten Dank vorab!
Viele Grüße,
J. Gebauer

Carsten

Trotz Lektüre dieses und anderer Artikel sowieder Kommentare verstehe ich manches nicht.
Wenn ein Haus / eine Wohnung umso mehr nach außen verliert, je größer der Temperaturunterschied ist, muss ich doch auch umso mehr Enegie nachheizen mit dem jedem Grad Cesius, das ich in der Wohnung behalte, oder? Das müsste doch wohl auch mit dem Maß gelten, mit dem die ich die Wände warm halte. Wie kommt es dann zu der Feststellung, dass “ausgekühlte Räume ” beim wieder Aufheizen mehr Energie verbrauchen, als vorher gespart wurde? Ich gebe doch mit jedem Grad höherer Raumtemperatur auch dauerhaft mehr Wärme nach außen ab, und verbrauche damit zu jedem Zeitraum, wo die Temperatur hoch gehalten wird, mehr Energie. Wenn besser gedämmt ist, müsste sich doch auch das Abschalten oder Abdrehen der Heizung weniger auswirken, und damit das wieder Anschalten oder Hochdrehen der Hochdrehen umso später notwendig werden.
Dies entspricht auch meiner Erfahrung in verschiedenen unterschiedlich gut gedämmten Mietwohnungen, wo zum Beispiel auch im Winter in einer Wohnung trotz wochenlanger Abwesenheit die Temperatur nicht unter 17°C gesunken ist bei Thermostat auf Frostschutz. In meiner aktuellen Wohnung ist die Temperatur noch nie unter 12°C gesunken, und ich glaube nicht, dass ich da nach 6 Wochen ohne Heizen beim Aufheizen mehr Gas verbraucht habe, als wenn ich ich die ganze Zeit 17°C oder 15°C gehalten hätte.
Mit Schimmel hatte ich noch nie Probleme. Voraussetzung ist natürlich vernünftiger Luftaustaustausch, nämlich immer kurz vor dem Heizen und kurz nach dem Heizende, denn eine niedrige absolute Luftfeuchtigkeit erhöht die Effizienz und entzieht dem Schimmel Nahrung.

Bernhard Strasser

Hallo Carsten,

Der Grund, warum du das nicht verstehst, ist ganz einfach: Was hier in dem Artikel geschrieben steht ist Blödsinn. Es würde dem Energieerhaltungssatz der Physik widersprechen, wenn man mehr Energie zum Aufheizen benötigen würde, als beim Auskühlen verloren geht (wohin soll denn bitte diese Energie gehen? Und wenn das so ist, warum bauen wir dann kein Perpetuum Mobile daraus??).
Es kann allerdings unter gewissen seltenen Voraussetzungen mehr Primärenergie (z.B. Gas/Strom) verbraucht werden, wenn man die Heizung absenkt. Ein Beispiel wäre eine Gastherme die äußerst ineffizient wird, wenn sie viel arbeiten muss, also z.B. am Morgen nach der Nachtabsenkung. Meine Vermutung ist allerdings, dass sich der Effizienzunterschied eher im Prozentbereich abspielt. Ein besseres Beispiel wäre eine Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovolotaikanlage: Hier lohnt es sich oft nicht, während der Arbeit tagsüber die Heizung zu sehr abzusenken, da gerade während dieser Zeit genug Strom von der Photovoltaikanlage vorhanden ist, um die Wärmepumpe zu betreiben. Am Abend, wenn man von der Arbeit heimkommt, steht dieser Strom dann allerdings nicht zur Verfügung.

Dr. Mathias Wagner

Hmm, ich fasse es nicht. Da wird die Redaktion mehrfach und seit Jahren darauf hingewiesen, dass es großer Kokolores ist, zu behaupten, es braucht mehr Energie zum Aufheizen eines kalten Gebäudes, als einfach durchzuheizen… Und Sie bleiben bei diesem Unsinn??? Das ist wirklich eine Aussage Ihrer “Experten”? Vergessen Sie diese Experten oder noch besser, entlassen Sie diese. Ich habe einen Dr. in Physik, Festkörperphysik um genau zu sein, und ich kann es Ihnen vorrechnen, dass das alles Unsinn ist. Aber das wurde oben ja schon versucht. Es hilft Ihnen vielleicht beim Verkauf von überdimensionierten Heizungen, das mag sein, aber es bleibt nach wie vor großer Unsinn. Und in Zeiten wie diesen ein für den Mieter oder Hausbesitzer sehr kostspieliger Unsinn! Ihre falschen Ratschläge können ärmere Mieter oder Hausbesitzer diesen Winter in den finanziellen Ruin treiben!

Ein einfaches Beispiel: Ich schalte meine Heizung für ein Jahr in den Frostschutz Modus und spare hierbei, sagen wir einmal, 3000 Liter Öl. Dann fange ich an, mein Haus aufzuheizen. OK, das kann vielleicht drei Tage dauern. Aber es wird NIEMALS 3000 Liter Öl in diesen drei Tagen verbrauchen. Nicht einmal annähernd. In den 3000 Liter Öl stecken ca 3000 * 9,8 kWh = 29400 kWh Energie. Davon wird nicht alles genutzt. Sagen wir mal es werden nur 15000 kWh effektiv in Ihrem Brenner genutzt, was sehr wenig ist. Ein Vaillant Brenner mit einer Leistung von 20 kW braucht dann 750 Stunden Volllast, um das zu verbrennen. Das ist ein Monat voller Hochbetrieb des Brenners. Sie werden zugeben, dass es nicht so lange dauert, bei weitem nicht, um selbst ein extrem abgekühltes Haus wieder aufzuwärmen.

Wir könnten genauso gut die Nachtabschaltung betrachten. Mit dem gleichen Ergebnis. Und es ist egal, ob das Haus gut gedämmt ist oder nicht, es wird IMMER Energie eingespart.

Also, nehmen Sie Ihren Mut zusammen und korrigieren Sie sich. Es ist überfällig. Es ist schon peinlich genug….

Dr. Mathias Wagner

Die Energie, die in einem Gebäude steckt, bezeichne ich als C0. Um die Rechnung einfach zu halten, nehme ich an, dass aussen einen konstante (gerne niedrige) Temperatur herrscht. Wenn ich die Heizung ausschalte, dann nimmt die im Gebäude gespeicherte Energie mit der Zeit t exponentiell ab, C(t) = C0*exp(-t/T), wobei T ein Parameter ist, welcher mit der Isolierung des Hauses zusammenhängt. Je besser das Gebäude isoliert ist, desto größer ist T. Wenn ich die Heizung nach einer Zeit t wieder einschalte, muss ich C0*(1-exp(-t/T)) an Energie in das Gebäude stecken, um es wieder auf die gleiche Temperatur zu bringen. (Und da dies nicht in milli Sekunden geht, sondern etwas Zeit braucht, muss man entsprechend etwas mehr Energie reinstecken, aber das ist für diese Betrachtung egal.) Andererseits spare ich in dieser Zeit t Energie. Wieviel? Naja, die Heizung muss nach obiger Formel konstant C0/T Wärmeleistung ins Gebäude pumpen, damit es nicht auskühlt. Über die Zeitspanne t ist dies eine Energie von C0*t/T. Eingespart habe ich also eine Energie von C0*(t/T – 1 + exp(-t/T)). Dieser Wert ist immer größer Null. Nun sagen einige, dass die Brennwertheizung nicht mit dem gleichen hohen Wirkungsgrad mehr arbeiten kann, wenn sie auf Hochtouren läuft, um ein kaltes Gebäude wieder aufzuheizen. Das mag sein, aber wie stark kann der Wirkungsgrad runter gehen, um letztendlich mehr Energie zu brauchen als C0*(t/T – 1 + exp(-t/T)) ? Wenn t sehr viel größer als T ist, dann ist dies näherungsweise einfach C0*t/T und wird mit der Zeit beliebig groß. Andererseits, wenn der Brennwerteffekt nicht mehr optimal sein sollte, dann geht der Wirkungsgrad vielleicht um 10% runter, aber er geht nicht auf 0%. Umgekehrt, wenn t sehr viel kleiner als T ist, dann ist das Gebäude noch nicht ausgekühlt und der Brennwerteffekt kann sich noch nicht stark geändert haben. Deshalb muss es schon extrem schräge kommen, wenn man durch das Abschalten der Heizung keine Energie einsparen sollte. Genau genommen muss man sagen, wenn dies der Fall sein sollte, dann ist der Brenner nicht gut konstruiert!!!! Im Übrigen kann man einer Verschlechterung des Brennwerteffektes dadurch vorbeugen, dass man das Haus nach dem wieder Einschalten nicht mit voller Leistung aufheizt, sondern statt dessen mit reduzierter Last ein paar Stunden früher damit anfängt. Eine gute Heizung sollte das können.

Wenn man das ganze mit variablen Aussentemperaturen rechnet, werden die Formeln komplizierter, aber die Logik bleibt die gleiche.

Stoer Thomas

Ich schließe mich der Darstellung einiger Vorredner an. Ich bin über Ihre Darstellung – und zig weitere, die man in ähnlicher Form lesen muss – extrem irritiert.

Die Aussage „um die ausgekühlte Wohnung abends wieder zu erwärmen, braucht es deutlich mehr Energie als sich am Tag sparen lässt“ ist physikalisch schlicht falsch!

Wenn Sie es wünschen, sende ich ihnen gerne eine einseitige Rechnung, die das auf Basis der Wärmeleitungsgleichung beweist. Eventuell kann man auf der Basis sachlich diskutieren anstatt falsche Glaubenssätze weiterzuverbreiten. Ich lasse mir auch gerne einen Fehler in der Argumentation aufzeigen.

Anne D.

Ich bin weder Physikern noch Gasthermefachfrau, aber ich kann meine Gasabrechnung dahingehend auswerten, daß ich feststelle, daß, seit ich die Gastherme NICHT mehr komplett ausschalte, einen deutlich höheren jährlichen Verbrauch habe als zuvor!
Im Oktober 2007 wurde in meiner Wohnung eine neue Gastherme verbaut, der Monteur gab mir den Rat, diese nicht komplett auszuschalten, wenn ich tagsüber außer Haus sei, da…s. Erklärung vaillant.
Dem bin ich gutgläubig gefolgt, was ein Fehler war!
Denn ich kann den jährlichen Verbräuchen seither ablesen, daß der Verbrauxh sehr wohl höher ist bei Dauerbetrieb, als in den Jahren zuvor, in denen ich die Therme immer einfach komplett abgeschaltet habe.

Ich danke den Physikern und Profis hier, die mir meine einfache bäuerliche Beobachtung bestätigen.
Als Laie verläßt man sich auf solche Ratschläge und zahlt drauf. Ich schalt die Therme jetzt wieder ab, die Gasrechnung ist gekommen, kann ich mir nicht leisten. Aus die Maus.
Wo nix fließt, auch kein Verbrauch. Und die Wohnung braucht NICHT lange, um aufzuwärmen!

Renso

Ich muss leider auch immer wieder lesen, dass eine Absenktemperatur nicht sinnvoll wäre bei gut isolierten Häusern und das es keinen Einsparwert hätte. Das ist leider völlig falsch. In gut isolierten Häusern fällt bei Abschaltung der Heizung die Temperatur von ca. 19 Grad innerhalb 8 Stunden höchstens um 3 Grad = 16 Grad. Hier spart man erheblich in diesen 8 Std., da die Heizung keine Energie hier verbraucht. Beim Hochfahren der Temperatur im Tagesbereich braucht die Heizung auch nicht lange um zu den gewünschten Temperaturen (meistens so um die 20 Grad) zu kommen. Man spart also mit dieser Vorgehensweise richtig Geld. Leute denen erzählt wird, dass man nicht Absenken soll verbrennen Geld, dass ist Fakt.

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