Klimaneutrale E-Mobilität – Astypalea fährt voran

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Klimaneutrale Mobilität – Astypalea fährt elektrisch voran

 

Die ägäische Insel Astypalea ist zwar klein , aber oho! Denn hier wollen die griechische Regierung und der VW-Konzern beweisen, dass nachhaltige Energie schneller möglich ist, als alle denken. Ein ambitioniertes Pilotprojekt mit Modellpotential für Europa.

Astypalea gehört zur Gruppe der Dodekanes, die nordwestlich von Rhodos liegt. Wer jetzt an Urlaub denkt, liegt zwar richtig! Doch die Vision der nur 96 Quadratkilometer kleinen Insel ist größer, denn sie ist das Zukunftslabor für die Dekarbonisierung Europas: Bis 2026 will das idyllische Eiland komplett „grün“ werden und seine Einwohner dazu bewegen, sich von 500 Verbrenner-Autos und rund tausend knatternden Scootern zu verabschieden – und e-mobil zu werden.

Bewohner und Besucher der Insel fordern den ASTYBUS bequem per App an, der sie dann zum gewünschten Ziel bringt.

Statt stinkendem Bus flexibles Ride- und Vehicle-Sharing

VW-Chef Herbert Diess

„Astypalea ist ein Zukunftslabor für die Dekarbonisierung in Europa. Auf der Insel erforschen wir in Echtzeit, was die Menschen zum Umstieg auf die E-Mobilität bewegt und welche Anreize es für den Übergang zu einem nachhaltigen Lebensstil braucht”, so VW-Chef Herbert Diess. © Volkswagen AG

Nachdem vor gut einem Jahr, im Juni 2021 die ersten vollelektrischen Fahrzeuge auf der Insel eintrafen, werden gerade intelligente Mobilitätsdienste eingeführt. Statt der alten Bus-Linie, die bisher nur wenige Orte miteinander verband, können die Menschen nun via App Fahrten mit dem sogenannten ASTYBUS buchen, der fast 30 Ziele auf Astypalea anfährt. Abgerechnet wird pro Fahrt oder per Flatrate. Und ein Jahresticket? Kostet die Einwohner nur 60 Euro. Zudem fahren fünf Kleinbusse nach Bedarf auch abgelegene Ort der Insel an. Außerdem können über astyGO Bikes, Scooter und Autos gemietet werden. Denn zusätzlich zur Elektrifizierung des Inselverkehrs soll der Gesamtfahrzeugbestand reduziert werden: um schätzungsweise 30 Prozent.

Die Forschungsbedingungen sind gut: Da die Insel über eine überschaubare Zahl von Einwohnern, Fahrzeugen und Straßen- bzw. Pistenkilometern verfügt, müssen die elektrischen Autos mit einer Batterie-Reichweite von über 400 Kilometern sowieso nicht allzu oft aufgeladen werden. Ein flächendeckendes Netz aus öffentlichen Ladestationen wird gerade aufgebaut.

Üppige staatliche Förderung für die Insulaner

Um die Einwohner zum Umstieg auf E-Autos zu motivieren, fördert der Staat den Kaufpreis um bis zu 40 Prozent. Außerdem gewährt er eine Abwrackprämie für die alten Verbrenner. Zehn Prozent der Fahrzeuge auf Astypalea sind bereits elektrisch unterwegs. VW testet, inwiefern sich diese als Powerbank ins Stromnetz integrieren lassen, um den schwankenden Ertrag von grünem Strom auszutarieren: Vehicle-to-Grid nennt sich die Technologie, die der Hersteller demnächst in großem Maßstab in seinen Autos verbauen will.

Wie stehen die Einwohner von Astypalea zu E-Mobilität?

Mann auf E-Scooter

© Volkswagen AG

Befragungen zufolge sind 65 Prozent der örtlichen Bevölkerung grundsätzlich bereit, auf ein E-Auto umzusteigen. Als Hindernisse werden vor allem die Anschaffungskosten sowie fehlende Lademöglichkeiten genannt. 50 Prozent der Menschen erklärten sogar, unter bestimmten Voraussetzungen auf das eigene Auto verzichten und nur noch die Mobilitätsdienste nutzen zu wollen.

Sonne und Wind sollen für Antrieb sorgen

Noch wird auf der Insel ein Großteil des Stroms in einem Dieselkraftwerk produziert, das jährlich 4.800 t CO2 emittiert. Doch bis 2023 soll stattdessen ein Solarpark in Betrieb genommen werden, der mit rund drei Megawatt Leistung genug Ökostrom liefert, um den Energiebedarf der E-Elektromobilität zu decken sowie 50 Prozent des Energiebedarfs der kompletten Insel – zu 22 Prozent geringeren Kosten. Bis 2026 sollen dann perspektivisch 80 Prozent des verbrauchten Stroms aus Sonne und Wind kommen und die CO2-Emissionen der Insel um 70 Prozent gesunken sein.

Wir drücken beide Daumen für ein gutes Gelingen des Projekts und würden uns freuen, wenn die auf Astypalea gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen dabei helfen, auch den Verkehrssektor in Deutschland und ganz Europa umweltfreundlicher zu gestalten.

Könnt Ihr Euch vorstellen, auf das eigene Auto zu verzichten, wenn flächendeckend attraktive Ride- und Vehicle-Sharing-Dienste zur Verfügung ständen? Wie steht Ihr generell zu Elektro-Mobilität? Hinterlasst gerne einen Kommentar!

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