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Energieberater – das lohnt sich!

 

Was ist die Aufgabe eines Energieberaters? Und wann lohnt sich eine Energieberatung? Die kurze Antwort: Wer größere energetische Maßnahmen an seinem Haus plant, ist mit einer unabhängigen Energieberatung gut beraten. Denn bevor Geld in eine neue Heizung, Dämmung oder neue Fenster fließt, lohnt sich ein genauer Blick auf den energetischen Zustand des Gebäudes. Bei bestimmten Fördermaßnahmen ist außerdem die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten Voraussetzung.

Helfen Energieberater wirklich, Energie zu sparen?

Wenn Ihr lediglich nach einfachen Möglichkeiten sucht, beispielsweise durch umsichtiges Verhalten Energie zu sparen, ist es meistens nicht nötig, dafür einen Energieberater zu bezahlen. Es gibt viele kostenlose Beratungsstellen und Internetportale, die Euch super Energiespartipps geben, beispielsweise:

Für eine erste Orientierung gibt es damit bereits viele kostenlose Angebote. Wer aber eine größere energetische Sanierung plant, sollte genauer hinschauen. Denn jedes Gebäude ist anders, und eine Maßnahme, die bei einem Haus sinnvoll ist, muss bei einem anderen nicht automatisch die beste Lösung sein.

Wenn Ihr allerdings richtig investieren wollt, um Euer Haus energieeffizienter zu machen, ist es sinnvoll, vorher eine Energieberatung in Anspruch zu nehmen. „Wer sein Zuhause energetisch modernisieren möchte, steht oft vor vielen Einzelentscheidungen. Eine qualifizierte Energieberatung hilft dabei, den Blick auf das gesamte Gebäude zu richten und Maßnahmen sinnvoll aufeinander abzustimmen. Gerade bei größeren Sanierungsvorhaben schafft das Orientierung für Eigentümerinnen und Eigentümer,“ betont Peter Bernhard, Experte für Energieberatung bei Vaillant. Bei einem Vor-Ort-Termin werden dann zum Beispiel diese Punkte unter die Lupe genommen:

  • Passt die Größe der Heizung zur tatsächlich benötigten Heizlast?
  • Was lässt sich durch einen Heizungstausch sparen?
  • Welche Heizung ist für Euer Haus die ideale Lösung?
  • Wie gut sind Fassade und Dach gedämmt?
  • Welche Qualität haben die Fenster und Außentüren in Sachen Dichtheit und Dämmung?

Auch die Frage, welche Maßnahme zuerst sinnvoll ist, gehört zur Energieberatung. Der Vorteil dieser Analyse: Die notwendigen Modernisierungsmaßnahmen lassen sich nach den größten Einspar-Effekten priorisieren. Manchmal ist auch eine bestimmte Sanierungsreihenfolge wichtig, um schlussendlich bestmöglich Energie zu sparen. Dabei gilt laut Peter Bernhard: „Heizung, Gebäudehülle und weitere Sanierungsmaßnahmen sollten möglichst nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist, wie die einzelnen Maßnahmen zusammenspielen und welche Lösung zu den individuellen Voraussetzungen und Zielen der Eigentümer passt.“

Tipp: Wollt Ihr Euer Haus schrittweise energetisch verbessern, lasst Euch von einem Energieeffizienz-Experten einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen. Der iSFP zeigt, welche Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind und in welcher Reihenfolge sie umgesetzt werden können. Werden bestimmte Maßnahmen des iSFP im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) umgesetzt, kann zusätzlich ein iSFP-Bonus von 5 Prozent gewährt werden. Mehr dazu hier.

Energieberater und Energieeffizienz-Experte – was ist der Unterschied?

„Energieberater“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Der Begriff „Energieberater“ allein sagt daher noch nichts über die Qualifikation oder eine Berechtigung für bestimmte Förderprogramme aus. Für Förderprogramme des Bundes gibt es die Energieeffizienz-Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena). Dort sind qualifizierte Expertinnen und Experten für unterschiedliche Förderbereiche gelistet. „Für Eigentümer ist vor allem wichtig, einen Experten zu finden, dessen Qualifikation zum jeweiligen Vorhaben passt. Neben der fachlichen Expertise spielt dabei auch eine Rolle, welche Leistungen angeboten werden; von der ersten Analyse über die Planung bis hin zur möglichen Begleitung der Umsetzung.“, erklärt Energieberatungs-Experte Peter Bernhard von Vaillant.

Bei bestimmten energetischen Sanierungsmaßnahmen ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten Voraussetzung für die Förderung. Dazu gehören beispielsweise Maßnahmen an der Gebäudehülle, bestimmte Maßnahmen der Anlagentechnik oder eine Heizungsoptimierung, wenn dafür der iSFP-Bonus genutzt werden soll. Beim Heizungstausch kann dagegen auch ein Fachunternehmen die erforderliche Bestätigung zum Antrag erstellen.

Bei einer Sanierung zum Effizienzhaus ist ein gelisteter Energieeffizienz-Experte einzubinden. Er begleitet das Vorhaben von der Planung bis zur Umsetzung und bestätigt unter anderem die Einhaltung der energetischen Anforderungen.

Welche Experten in Eurer Nähe tätig sind, könnt Ihr auf dieser Webseite sehen.

Wann ein Energieeffizienz-Berater erforderlich ist

Maßnahme Energieeffizienz-Experte erforderlich?
Heizungstausch nein*
Förderung einzelner Modernisierungsmaßnahmen nach BEG EM-Richtlinie ja**
Förderbonus für individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) ja
Sanierungsförderung nach BEG WG-Richtlinie ja
Neubauförderung nach BEG KFN (klimafreundlicher Neubau) ja

* Beim Heizungstausch kann die erforderliche Bestätigung zum Antrag auch durch ein Fachunternehmen erstellt werden.

**Bei BEG-Einzelmaßnahmen gilt die Pflicht insbesondere für Maßnahmen an der Gebäudehülle, Anlagentechnik (außer Heizung), Gebäudenetzen sowie für die Heizungsoptimierung, wenn der iSFP-Bonus genutzt werden soll.

 

Einzelheiten zur BEG erfahrt Ihr in den Förderratgebern von Vaillant.

Was kostet ein Energieeffizienz-Experte, und welche Förderungen gibt es?

Die Kosten für eine Energieberatung hängen vom Umfang der Beratung und vom jeweiligen Gebäude ab. Für eine geförderte Energieberatung für Wohngebäude gibt es aktuell eine eigene Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Auch bei der Frage der Unabhängigkeit kommt es auf die jeweilige Förderung an: Bei einer Sanierung zum Effizienzhaus muss der Energieeffizienz-Experte vorhabenbezogen unabhängig von den bauausführenden Unternehmen sein. Bei BEG-Einzelmaßnahmen ist eine solche Unabhängigkeit grundsätzlich nicht vorgeschrieben. Allerdings kann die separate Förderung der Fachplanung und Baubegleitung mit 50 Prozent entfallen, wenn keine entsprechende Unabhängigkeit besteht. Es gibt aber keine einheitlich geregelten Honorare. Daher ist es sinnvoll, Vergleichsangebote einzuholen.

Für die Energieberatung selbst und für die Fachplanung und Baubegleitung gibt es unterschiedliche Fördermöglichkeiten. Welche davon infrage kommt, hängt vom geplanten Vorhaben ab.

Förderung für Energieberatung und Leistungen von Energieeffizienz-Experten Förderquote Max. anrechenbare Fördersumme
Fachplanung, Ausführungsprüfung, Förderbeantragung, und -nachweise von Einzelmaßnahmen (BEG EM-Richtlinie) 50%

(max. 2.500 Euro)

Bis 5.000 Euro

Für Ein- und Zweifamilienhäuser pro Kalenderjahr und Vorhaben

Fachplanung, Baubegleitung, Förderbeantragung und -nachweise von Sanierungsvorhaben (BEG WG-Richtlinie)

Fußnote zur BEG WG-Richtlinie: Das Beratungshonorar darf höher liegen. Entsprechend erhöht sich der Eigenanteil.

50%

(max. 5.000 Euro)

Bis 10.000 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser pro Vorhaben
Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (BAFA-Förderung „Energieberatung für Wohngebäude“)

Fußnote: Bei Wohngebäuden mit drei oder mehr Wohneinheiten beträgt der maximale Zuschuss 850 €.

50%

(max. 650 Euro)

Bis 650 Euro

für ein Ein- und Zweifamilienhäuser

Stand: August 2026. Förderbedingungen können sich ändern.

Fazit

Bei vielen geförderten Energieeffizienz-Maßnahmen ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten erforderlich. Und das aus gutem Grund. So ist sichergestellt, dass Eure Investitionen in die energetische Qualität des Hauses fachgerecht geplant und umgesetzt werden und die angestrebten energetischen Ziele erreicht werden. Eine Energieberatung kann außerdem helfen, Sanierungsmaßnahmen sinnvoll zu priorisieren, Fördermöglichkeiten zu nutzen und teure Fehlentscheidungen zu vermeiden. Übrigens auch für die Umwelt! Apropos Qualität: Die Fachplanung und Baubegleitung durch einen qualifizierten Energieeffizienz-Experten können dabei helfen, die Qualität der energetischen Sanierung von der Planung bis zur Umsetzung im Blick zu behalten. Außerdem können die Experten bei Einzelmaßnahmen auch die Abwicklung der Förderung übernehmen. Deshalb ist eine professionelle Energieberatung vor größeren Sanierungsentscheidungen eine sinnvolle Investition.

Wer eigene Erfahrungswerte hat, worauf bei der Auswahl eines Energieeffizienz-Experten geachtet werden sollte, kann hier gerne sein Wissen teilen.

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