Nachhaltig Bauen
9 Lesern gefällt das

Nachhaltig Bauen – Mehrwert für die Zukunft

 

Wer ein Haus baut, hat viele Entscheidungen zu treffen. Auch die, wieviel Platz er dem Thema Nachhaltigkeit einräumt. Erfahrt nachfolgend, wie sich mit strategischer Planung und Expertise bei der Umsetzung ressourcenschonende Ideen kostenbewusst realisieren lassen.

Mit gutem Gewissen gesunden Lebensraum schaffen

Spätestens bei der Bauplanung, der Frage nach Baustoffen und der Energie für die Heizung kommt das Thema Nachhaltigkeit bei jedem Bauherren ins Spiel. Denn dann geht es um die Schadstoffbelastung des Grundstücks, die zukünftige Wohngesundheit innerhalb des Hauses, zu erwartende Kosten und Fördermöglichkeiten oder den Aspekt der Recycelbarkeit und viele andere Themen mehr, von denen wir nachfolgend die wichtigsten ansprechen.

Inhalt

Was bedeutet nachhaltiges Bauen?

Kind mit SetzlingNachhaltig Bauen bedeutet, den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes im Hinblick auf die Minimierung des Verbrauchs von Energie und Ressourcen zu betrachten – von der Rohstoffgewinnung über die Errichtung bis zum Rückbau. Die komplette Planung ist dabei auf nachhaltige Aspekte wie zum Beispiel ökologische Materialauswahl, günstige Recycelbarkeit, aber auch auf ökonomische Gesichtspunkte wie langfristig günstige Betriebskosten und soziokulturelle Kriterien wie Wohngesundheit und -komfort ausgelegt. Grundlegende Erkenntnisse über umwelt- und zukunftsgerechte Innovationen liefert in diesem Zusammenhang der Artikel „Nachhaltige Technik & grüne Technologien für die Umwelt”.

Wohngesundheit: Ist öko auch gesünder?
Nachhaltige Bauplanung aus biologischer Sicht thematisiert vor allem die Wohngesundheit – ein weites Feld. Denn gesundes Wohnen umfasst viel mehr Bereiche, als nur die Verhinderung schädlicher Einflüsse. Dazu gehören beispielsweise ein angenehmes Raumklima, ausreichender Luftaustausch, weitgehende Ruhe oder auch wohl temperiertes Licht. Verantwortlich für das Raumklima ist vor allem der verwendete Baustoff. Denn es eignet sich bei Weitem nicht jedes Material für das ökologische Bauen. Übrigens zeigt der Beitrag „Biologisch bauen & sanieren: Besuch vom ‚Haus-Arzt’” auf, welche negativen Folgen Schadstoffe beim Hausbau haben können.

Zeit für ein gutes Klima
Manche Materialien sind deshalb besser geeignet als andere, weil sie nicht nur regenerativ sind, sondern auch über andere positive Eigenschaften verfügen. Man denke nur an das behagliche Wohngefühl in einem Holzhaus. Holz sorgt für ein angenehmes Raumklima, da es Feuchtigkeit aufnimmt und bei Bedarf wieder abgibt. Es ist zudem träge in puncto Temperaturveränderung. Ihr habt also im Sommer länger eine kühle Atmosphäre und im Winter leichter ein warmes Haus. Weiteres zu ökologischen Baustoffen findet Ihr weiter unten im Artikel.

Nur keine dicke Luft
Im Hausinneren ist die richtige Lüftung entscheidend. Während es in alten Häusern mit Spalten und Ritzen ausreicht, zweimal am Tag zu lüften, sollte in gut gedämmten Neubauten drei- bis viermal pro Tag gelüftet werden. Denn dort ist der notwendige Luftaustausch oft nicht ausreichend gegeben. Lüften meint in dem Zusammenhang übrigens das effektive Querlüften, also das komplette Öffnen von gegenüberliegenden Fenstern bzw. Türen für 2-5 Minuten. Das dauerhafte Kippen von Fenstern ist keine Alternative, da die Zeit für einen vergleichbaren Luftaustausch viel länger dauern würde und dabei zu viel Wärme verloren ginge. Bei Bedarf können auch spezielle Lüftungsanlagen eingebaut werden, die dann in der Regel Bestandteil eines ganzheitlichen Energiekonzepts sind.

Kühler Kopf und warme Füße
Im Hinblick auf die Wohngesundheit führt kein Weg an natürlichen Fußbodenbelägen vorbei. Außer Parkett- oder Massivholzböden, deren Holz am besten aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in der Region stammt, findet Ihr mittlerweile eine Menge anderer ökologischer Bodenbeläge wie beispielsweise Kork, Linoleum oder Naturhaar. Korkfliesen sorgen für einen warmen, elastischen Fußboden, der auch allergikergeeignet ist. Das Granulat, das für die Herstellung von Korkböden verwendet wird, fällt bei der Produktion von Flaschenkorken an.

Linoleum wird vielfach zwar für ein künstliches Produkt gehalten, besteht aber aus einer Mischung aus Leinöl, Holz- oder Korkmehl, Naturharzen, Kalksteinmehl und anderen mineralischen Füllstoffen sowie natürlichen Farbstoffen, die auf einen Gewebeträger aus Jute aufgebracht wird. Das Material ist frei von Lösungsmitteln, Weichmachern und anderen bedenklichen Wohngiften. Es hat seine Vorteile in puncto Strapazierfähigkeit und Pflegeleichtigkeit und lässt sich problemlos mit einer Fußbodenheizung kombinieren.

Lasst Euch was über den Kopf wachsen
Eine Dachbegrünung oder eine Erdanschüttung hat ebenfalls positive Einflüsse auf das Wohnklima im Haus. Sie gleicht Temperaturschwankungen aus, indem sie im Winter gegen Kälte und im Sommer vor zu viel Hitze schützt. Vom Aufbau her Bedarf es dazu mehrerer Schichten: einer wasserdichten Schicht, einer Durchwurzelungsschicht und einer Schicht für das Bodensubstrat. Besonders Wildkräuter, Wildgräser oder Moose eignen sich zur Begrünung. Beachtenswert ist dabei immer die Dachneigung, die nicht mehr als 15 % betragen sollte, um ein Abrutschen des Substrates zu verhindern. Selbst Photovoltaikanlagen sind auf Gründächern möglich, ja sogar angeraten, da die Umgebungstemperatur vergleichsweise niedrig bleibt.

Ein Zeichen des Wohnkomforts
WintergartenWintergärten sind für viele Bauherren ein sichtbares Zeichen des Wohnkomforts. Auch sie werden mehr und mehr nach Kriterien der Nachhaltigkeit errichtet, in Abhängigkeit von den Faktoren Sonneneinstrahlung, Beschattung, Belüftung, Verglasung und Heizung. Denn während für eine kleine windgeschützte Ecke eine simple Terrassenüberdachung mit Windschutz und Vordach ausreicht, erfordert die Bewohnbarkeit im Winter bereits eine umfangreiche Planung und gut isolierende Gläser. Passiv beheizte Wintergärten nutzen zum Beispiel die eingestrahlte Sonnenenergie, was auch einer zu starken Aufheizung vorbeugen kann. Dem Spezialthema Wintergarten-Wärme gilt die ganze Aufmerksamkeit in unserem Artikel „Wohlig warmer Wintergarten – welche Heizung ist die beste?

Risiko Radon – Gefahr aus der Tiefe

Nur wenige Bauherren wissen, dass fast überall im Boden eine unsichtbare Gefahr lauert: das geruchlose, natürliche Gas Radon, genauer gesagt Radon 222. Es kann aufgrund seiner Radioaktivität Krebs auslösen und ist für ca. 5 % der Lungenkrebstoten in Deutschland verantwortlich. Daher unsere Empfehlung: Holt ein Bodengutachten ein, um die Gefahr auf Ihrem Gelände entdecken und einschätzen zu können. Im Zweifelsfall zieht einen Baubiologen zu Rate.

Wie plane ich ein nachhaltig gebautes Haus?

Wer nachhaltig neu bauen will, sollte bei der Planung strategisch beginnen. Es gilt zahlreiche Fragen zu klären, zum Beispiel nach dem individuellen Flächenbedarf, dem Standort in puncto Infrastruktur, Sonnenposition und Lichteinfall, dem Einsatz ökologischer oder nachwachsender, regionaler Baustoffe, der Wärmedämmung, des Heizsystems und und und.

Lage
Haus ModellDer Standort ist das wichtigste Kriterium für den Kauf eines Grundstücks. Man unterscheidet zwischen der Makrolage und der Mikrolage eines Geländes. Die Makrolage bezieht sich auf die Region, die Stadt oder den Stadtteil des Grundstücks, während die Mikrolage eher die unmittelbaren Bedingungen vor Ort meint, zum Beispiel die Bevölkerungsstruktur, den Straßenlärm, Anbindung an den ÖPNV, gute Infrastruktur bezüglich Schulen, Kindergärten oder Freizeitmöglichkeiten. Entscheidend kann auch das Image des Viertels sein. Ein Musterbeispiel für den kreativen Umgang mit Standortbedingungen stellen wir in dem Artikel „‚La famiglia’ – eine Ruine wird zu einem neuen zu Hause” dar.

Lage-Aspekte der Nachhaltigkeit
Spätestens bei der Mikrolage kommen Aspekte der Nachhaltigkeit zum Tragen. Zum Beispiel die Frage: Sind das Grundstück selbst und seine Umgebung frei von Altlasten? Sind Übergabeschächte für Schmutz- und Regenwasser vorhanden? Ist das Baufenster frei von Bäumen oder alten Gebäuden, sodass das Haus nicht beschattet wird? Oder können in unmittelbarer Umgebung später hohe Gebäude errichtet werden? Antworten auf all diese Fragen beeinflussen die Nachhaltigkeit eines Neubaus. Mehr zum Thema Standort & Sparpotenziale erfahrt Ihr übrigens in unserem Post „Wir bauen – und sparen dabei durch den richtigen Bauplatz!

Architekten- oder Fertighaus?
Die Frage, ob Ihr ein individuelles Architektenhaus oder ein Fertighaus bauen solltet, ist aus nachhaltiger Perspektive nicht eindeutig zu beantworten. Wenn Ihr einen Architekten beauftragen möchtet, solltet Ihr  darauf achten, dass er Erfahrung in nachhaltigem Bauen hat und sich mit umweltfreundlichen Baustoffen und Bautechniken auskennt. Dann sollte das Haus unter streng ökologischen Aspekten entworfen und während der Bauphase mit größtmöglicher Umweltschonung errichtet werden.

08/15 ist passé
Auch die Fertighausbranche hat den Trend zum nachhaltigen Bauen aufgegriffen und bietet eine hohe Zahl an ökologisch vorbildlichen Häusern an, die in Größe und Ausstattung weitgehend individualisierbar sind. Ihr habt die Wahl. Die Konsequenzen der Architektur für den Energiebedarf eines Hauses thematisiert der Artikel „Hausbau planen: Mit der richtigen Architektur spart Ihr Geld!”

Welche Bauweise ist am nachaltigsten?

Terrasse mit LandschaftsblickMassiv- oder Leichtbau? Holz, Beton, Stahl, Glas oder klassisches Mauerwerk? Das Baumaterial, aus dem ein Haus besteht, hat immer auch Konsequenzen für Klima und Umwelt. Wir erklären beispielhaft an den beliebten Formen des Holz- und Mauerwerksbaus, wie die verschiedenen Bauweisen aus ökologischer Perspektive zu bewerten sind. Unter Bauweise verstehen wir dabei den Aufbau der Außenwände.

Wachsende Begeisterung
Der Hausbau mit Holz wird zunehmend beliebter. Das gilt sowohl im Hinblick auf den Holzrahmenbau wie auch für den massiven Holzbau, der inzwischen sogar mehrgeschossige Gebäude ermöglicht. Die Vorteile des Holzbaus in puncto Nachhaltigkeit liegen darin, dass Holz ein nachwachsender Rohstoff ist und in unseren Gebäuden langfristig CO2 speichert. Für seine Herstellung wird vergleichsweise sehr viel weniger fossile Energie benötigt als bei anderen Baustoffen. Außerdem bietet Holz im Verhältnis zu seiner Tragfähigkeit sehr gute wärmedämmende Eigenschaften, wodurch geringere Wandstärken möglich sind. Last but not least sorgt Holz durch seine Eigenschaft, die Raumluftfeuchte positiv zu beeinflussen, für ein gesundes Wohnklima und eine hohe Wohnqualität.
Mehr dazu erfahrt Ihr im Post „Astreines Baumaterial: Holz, der natürliche CO2-Killer”.

Beliebte Bausteine
Der Mauerwerksbau steht gemeinsam mit dem Betonbau für die klassische Massivbauweise. Je schwerer hierbei der Stein ist, desto größer ist seine Tragfähigkeit und sein Schallschutz. Aber mit steigender Festigkeit nimmt auch die Dämmwirkung ab, weil die Wärmeleitfähigkeit zunimmt. Daher verbaut man heute oft Steine mit zusätzlichem Wärmeschutz. Hierzu zählen zum Beispiel Dämmziegel aus Ton, Gasbeton oder Vulkangranulat, deren Wärmeleitfähigkeit durch das Befüllen mit Perliten oder Polystyrolkugeln verringert wird. Gleiches gilt für Vollziegel aus Kalksandstein, Ton oder Beton mit vorgehängter, hinterlüfteter Fassade. Aber nicht allein die Außenwände sind entscheidend, denn Nachhaltigkeit spielt auch bei fast allen anderen Bauelementen eine wichtige Rolle.

Was sind nachhaltige Baustoffe?

HolzAußer den bereist erwähnten Materialien Holz, Beton und Stein kommen beispielsweise noch Stroh, Lehm, Zellulose, Flachs, Hanf, Jute, Schilf, Kork etc. hinzu. Die Liste ließe sich mühelos verlängern. Grundsätzlich sollten Herstellung, Transport und Entsorgung des Materials energie- und schadstoffarm sein. Schadstoffe in jeglicher Form sind selbstverständlich tabu, ebenso Kunststoffe auf Rohölbasis. Bei Sand oder Kies ist zu bedenken, dass deren Vorräte langsam zur Neige gehen. Ist recyceltes oder recycelbares Material einsetzbar? Der Primär-Energie-Inhalt (PEI) ist ein guter Indikator für Umweltverträglichkeit, denn er visualisiert, wieviel Energie in einem Material steckt.

Außen hui, innen auch
Gerade im Innenbereich finden ökologische Baustoffe Anwendung, da sie die Wohngesundheit unterstützen und verbessern. Hier gibt es als Alternative zu den weit verbreiteten Gipskarton- und Gipsfaserplatten einen großen Bedarf an Trockenbaustoffen wie zum Beispiel Strohbau- und Lehmbauplatten. Strohbauplatten aus hoch verdichtetem Getreidestroh sind einfach zu verarbeiten und verfügen über gute Schallschutz- und Wärmedämmeigenschaften. Bei Lehmbauplatten wird Lehm oder Ton durch eine Schilfrohrmatte armiert oder durch Stroh- bzw. Holzfasern stabilisiert. Die Fähigkeit zur Wärme- bzw. Feuchtigkeitsisolierung ist hier besser als bei jedem anderen Baustoff. Außerdem absorbieren Lehmplatten Geruch und Strahlung.

Ökologisch bunt
So wie Putze und andere Naturfarben auf der Basis von Kreide oder Kasein sind auch Lehmfarben besonders beliebt. Denn zusätzlich zu seinen positiven Eigenschaften als Baustoff zieht Lehm als Basis von Lehmfarbe keine Schmutzpartikel aus der Luft an, das das Material sich nicht elektrisch auflädt. Aber auch Kalkfarbe wird häufig genutzt, da diese unter anderem Schimmelbildung verhindert. Naturfarben und -putze sind für den Innenbereich hervorragend geeignet. Sie können ebenso individuell und kreativ verarbeitet werden wie konventionelle Produkte, bieten aber eben zahlreiche baubiologische Vorteile.

Auf welche Baustoffe bauen?
Nachhaltige Baustoffe verfügen über zahlreiche Eigenschaften, die langfristig einen positiven Einfluss auf die Wohngesundheit ausüben und der Umwelt zugute kommen: Ressourcen werden geschont und die Umweltbelastung reduziert. Nach anfänglich leicht höheren Investitionen im Vergleich zu konventionellen Materialien profitiert Ihr als Bauherr auf lange Sicht deutlich vom ökologischen Bauen und Sanieren. Einen spannenden Einblick in Wohl und Wehe eines umweltbewussten Bauherren verschafft unser Blogpost „Nicos Youtube-Kanal: Nachhaltiges Bauen – online und live miterleben!”

Wie zeigt sich nachhaltiges Bauen in der Praxis?

Rohbau mit KranHier gibt es viele verschiedene Aspekte, aber zentrales Thema – schon der Planung – ist die Energie. Welche Klasse von Häusern ist die nachhaltigste? Schauen wir uns hierzu verschiedene Energiestandards an: das Niedrigenergiehaus, Effizienzhaus, Passivhaus und das Nullenergie- bzw. Plusenergiehaus.

Energiestandards: Wer bietet weniger?
Das Niedrigenergiehaus (NEH) ist rechtlich nicht exakt definiert. Seit der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009 muss der international gängige Richtwert für den maximalen Heizwärmebedarf im Niedrigenergiehaus von maximal 70 kWh pro Quadratmeter sowieso von jedem Neubau in Deutschland erfüllt werden. Niedrigenergiehäuser sollten die gesetzlich zulässigen Maximalwerte unterschreiten, was die staatlich geförderten Effizienzhäuser sowie Passivhäuser und Co. in jedem Fall tun.

Effizienzhäuser werden durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Im Rahmen unterschiedlicher Programme werden verschiedene Energiestandards definiert. Hierfür wird der jährliche Primärenergiebedarf des Gebäudes berechnet und mit einem Referenzgebäude nach der gültigen Energieeinsparverordnung verglichen. Die vergebene Zahl gibt an, wie viel Prozent des Energiebedarfs des Vergleichsgebäudes erreicht werden dürfen. Bei einem KfW-Effizienzhaus 40 sind das 40 % oder andersherum 60 % weniger Wärmebedarf als vorgeschrieben.

Ein Passivhaus zeichnet sich durch eine ideale Dämmung der Gebäudehülle sowie die maximale Nutzung der Sonnenenergie aus. Die Passivhäuser werden also sehr gut „verpackt”, ohne Wärmebrücken errichtet und mit einer kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Sie benötigen daher so wenig Heizwärme, dass auf ein konventionelles Heizsystem verzichtet werden kann. Kontrollwert ist der Jahresheizwärmebedarf, der 15 kWh pro Quadratmeter nicht überschreiten darf. Die Lüftungsanlage, die bis zu 98 % ihrer Wärmeenergie aus der Abluft zurückgewinnt, übernimmt allein die Beheizung.

Während Nullenergiehäuser den eigenen Energiebedarf selbst abdecken, erzeugen Plusenergiehäuser sogar mehr Energie als sie verbrauchen. Meist sind die Gebäude bereits im Passivhausstandard errichtet, sodass der Eigenbedarf sehr niedrig ist. Die mehr als benötigte Energie kann dann durch Photovoltaikanlagen, Solarthermieanlagen, Erd- oder Wasserwärmepumpen oder ein Mini-Windrad erzeugt werden. Wenn Ihr wissen wollt, wie man durch vorausschauende Planung Energie einsparen kann, dann schaut in unseren Post „4 Tipps zum Bauen nach KfW-Effizienzhausstandard”.

Einfach elektrisierend, die Haustechnik
Steigende Strompreise sind eine große Motivation zum Energiesparen. Positiv im Sinne der Nachhaltigkeit ist auch die zunehmende Preisangleichung von Ökostrom und konventionellem Strom. Vor diesem Hintergrund ist es kaum noch ein Kostennachteil, zu einem günstigen Ökostromanbieter zu wechseln.

Tipps: Sparen ist ganz einfach

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat auf ihrer Webseite einige lesenswerte Broschüren mit Energiespartipps veröffentlicht. Durch einfache Ratschläge wie das Aufstellen von Kühl- und Gefrierschränken an kühlen Standorten in der Wohnung, das Waschen und Trocknen mit stets voller Beladung oder das Backen mit Umluft statt Ober- und Unterhitze lassen sich in Summe schon nennenswerte Beiträge sparen. Der Einsatz von LED-Lampen oder der Kauf von Geräten mit einer niedrigen Energieeffizienzklasse (A/B) sind weitere sinnvolle Maßnahmen, die keine Komforteinbußen nach sich ziehen.

Heißes Thema Heiztechnik

Bauherren haben die Wahl aus einer Vielzahl von Energiequellen: Umweltwärme, Strom, Holz, Gas, Öl, Wind oder Sonne. Dabei sind die Unterschiede zwischen den Quellen in puncto Nachhaltigkeit enorm. Beispielsweise lassen sich Neubauten mit guter Dämmung und geringem Energiebedarf sehr effizient heizen und kühlen und eignen sich daher besonders gut für Heizungsanlagen mit Wärmepumpen. Diese gewinnen die Wärme aus der Umwelt (Boden, Luft, Wasser), machen unabhängig von Öl- und Gaspreisen und benötigen nur rund 25 % Strom als Antriebsenergie. Dass Wärmepumpen gefördert werden und auch noch seltener gewartet werden müssen, macht sie noch attraktiver.

Wasserdampf: mehr als heiße Luft
Öl oder Gas zu nutzen, ist durch den Einsatz moderner Brennwerttechnik effizienter geworden. Allerdings sind beide Energieträger nur begrenzt verfügbar und haben eine mehr oder weniger gute CO2-Bilanz. Das Positive: Neben der Energieeinsparung von bis zu 30 % durch den höheren Nutzungsgrad und dem niedrigeren Schadstoffausstoß sprechen auch der hohe Wohn- und Warmwasserkomfort, mögliche Fördermittel und die Chance zur Kombination mit Solarthermie für das Heizen nach dem Brennwert-Prinzip. Mehr über den Zusammenhang zwischen Energieverbrauch und Fördermitteln erfahrt Ihr in unserem Blogpost „Wir bauen – auch dank Förderung Hausbau!

Heizen mit Förderung
Es existiert eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten für Heizungen auf verschiedenen Ebenen: Bund, Länder, Kommunen und Energieversorger. Eine informative Zusammenstellung findet Ihr auf vaillant.de – wo auch der smarte Vaillant Fördergeld Service zu Hause ist.  Weitere Informationen zum Thema Hausbau und Förderung erhaltet Ihr zudem hier: „Hausbau: Welche Heizung erhält ab 2020 die höchste Förderung?

Fazit: Vorteil Nachhaltigkeit

SonnenblumenVor dem Hintergrund von Ressourcenschwund und Klimaerwärmung wird der Wunsch vieler Bauherren nach mehr Nachhaltigkeit immer größer. Dabei hängt die Realisierung der Wünsche nicht mehr nur vom Umfang des Budgets ab. Denn nachhaltiges Bauen ist zwar (noch) etwas teurer als konventionelles. Doch die Mehrkosten rechnen sich langfristig durch Fördermittel und Einsparpotenziale bei den Betriebskosten.

Wer nicht gleich alles auf einmal umsetzen will oder kann, sollte sich Schwerpunkte setzen und sich fragen: Was ist mir am wichtigsten in meinem Haus: Wohngesundheit? Komfort? Langlebigkeit? Umnutzungsfähigkeit? Um hier die richtigen Antworten und Lösungen zu finden, sollten Ihr Euch genau informieren und bei der Planung einen Experten hinzuziehen. Damit Ihr von Anfang an den richtigen Grundstein für die Zukunft legen.

9 Lesern gefällt das

Schreibe gerne einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.