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Wohlig warmer Wintergarten – welche Heizung ist die beste?

 

Mit einem warmen Tee im Wintergarten den Schneeflocken beim Tanzen zusehen, oder dem Nieselregen im Übergang zum Frühjahr – das macht selbst die „unfreundlichen“ Monate im Jahr zu einem Genuss. Damit aber dabei auch die Behaglichkeit stimmt, hier ein paar wichtige Kniffe für die Planung Eurer Heizung und der Wärmeverteilung. Denn die Glasfenster eines Wintergartens wirken auf das Innenraumklima ganz anders als konventionelle, gemauerte Wände. Das Zauberwort für eine optimale Heizung mit wenig Heizkosten heißt hier: Thermik!

Den Wintergarten beheizen – wichtiger als die Heizung ist die Wärmeverteilung!

LuftauslassDa die Heizung für den Wintergarten an die Heizung für das Wohnhaus angeschlossen wird, ist der Wärmeerzeuger in der Regel vorgegeben. In modernen Eigenheimen sind das häufig energiesparende Gas-Brennwertgeräte. Immer beliebter sind außerdem Wärmepumpen. Sie machen regenerative Wärme nutzbar, zum Beispiel aus der Luft, dem Boden oder Grundwasser.

Unabhängig der Wärmeerzeugung ist die Behaglichkeit im Wintergarten jedoch in erster Linie von der Wärmeverteilung abhängig. Zu unterscheiden ist die Beheizung durch Konvektionswärme (Heizkörper) und Strahlungswärme (Fußbodenheizung oder elektrische Infrarotstrahler). Aufgrund der Thermik ist für die Beheizung von Wintergärten die Konvektion die erste Wahl.

Wintergarten beheizen – ja oder nein?

Ob und wie ein Wintergarten beheizt werden soll, hängt in erster Linie von der Nutzung ab. Dient er lediglich als Refugium für Gartenpflanzen, ist vielleicht keine Heizung notwendig oder eher eine Heizung wie im Gewächshaus. Wer mit dem Wintergarten aber seinen Wohnraum erweitern möchte, sollte auch eine Heizung installieren.

Den Wintergarten beheizen – Konvektionswärme muss!

WintergartenKonvektionswärme wird durch Heizkörper abgegeben. Sie erzeugen eine Thermik: warme Luft steigt zur Decke auf, kalte Luft vom Boden wird nachgefördert. Durch diese Luftzirkulation wird der ganze Raum erwärmt. Diese Beheizung ist für den Wintergarten ideal. Die Heizkörper sollten am besten vor den Fensterflächen platziert werden. Denn das Glas strahlt gerade im Winter Kälte ab. Das fühlt sich wie unangenehme Zugluft an. Steigt aber direkt vor den Fenstern die Wärme der Heizkörper auf, ist der Wintergarten selbst bei Schneefall ein wohlig warmer Ort. Ein weiteres Plus: die Fenster beschlagen kaum, und es läuft kein Kondenswasser an den Scheiben herunter. Wenn Euch die Heizkörper vor den Fensterflächen optisch stören: Eine Alternative sind Konvektoren, die im Boden eingelassen werden und über schicke Lüftungsgitter die warme Luft vor den Fenstern aufsteigen lassen.

Hier gibt es übrigens auch klasse Lösungen, wenn Ihr als Wärmeerzeuger eine ökologische Wärmepumpe habt: Unterflurkonvektoren mit eingebautem Gebläse. Damit lässt sich nicht nur der Wintergarten beheizen, sondern im Sommer sogar kühlen.

Den Wintergarten beheizen – Strahlungswärme kann!

Wintergarten

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Ergänzend dazu könnt Ihr – wie in Wohnhäusern mit Wärmepumpe üblich – auch im Wintergarten eine Fußbodenheizung installieren. Sie sorgt sehr energiesparend für die Grundwärme im Wintergarten. Die Unterflurkonvektoren können dann je nach Bedarf zugeschaltet werden. Entweder manuell oder automatisch über einen Temperatur- oder Feuchtesensor.

Den Wintergarten nur über eine Fußbodenheizung zu beheizen, ist allerdings nicht zu empfehlen. Der Grund: Eine Fußbodenheizung erzeugt Strahlungswärme. Die ist zwar sehr angenehm. Es fehlt aber die Luftkonvektion vor den Glasflächen, die wie ein unsichtbarer Vorhang vor der Kälteabstrahlung und dem Beschlagen schützt. Außerdem kann eine Fußbodenheizung die Raumtemperatur nur sehr langsam erhöhen. Wenn Ihr es also im Wintergarten schnell gemütlich warm haben wollt, um ein Buch „in der fast freien Natur“ zu lesen, reicht eine Fußbodenheizung allein nicht aus.

Anders ist das bei Infrarotheizflächen. Sie erzeugen umgehend angenehme Strahlungswärme aus Strom. Unscheinbar oder in auffälligem Design lassen sich diese Heizflächen wie ein Bild aufhängen – zum Beispiel, um eine kuschelige Sitzecke schnell zu beheizen. Das ist eine gute Lösung, wenn die Bodenfläche im Wintergarten nicht groß genug ist, um eine ausreichende Grundtemperatur zu liefern. Auf Konvektoren oder Heizkörper vor den Glasflächen solltet Ihr aber trotzdem nicht verzichten.

Heizen im Wintergarten: Wie Vorlauftemperatur, Wärmeerzeuger und Wärmeverteilung zusammenhängen

  • Als Vorlauftemperatur wird die Temperatur des Wassers bezeichnet, das durch die Heizkörper oder die Heizungsrohre im Fußboden fließt, um darüber die Wärme zu verteilen.
  • Gasbrennwertgeräte sind sehr energieeffiziente Wärmeerzeuger und liefern hohe Vorlauftemperaturen, wie sie für Heizkörper und Konvektoren erforderlich sind. Solche Wärmeverteiler eigenen sich am besten, um den Wintergarten zu beheizen.
  • Wärmepumpen entziehen der Umwelt die Energie zum Heizen und sind damit sehr ökologisch. Besonders effizient arbeiten diese Wärmeerzeuger, wenn nur geringe Vorlauftemperaturen gefordert werden, wie das bei Fußbodenheizungen der Fall ist. Hier strahlt der gesamte Boden die Wärme ab. Wintergärten können mit Wärmepumpen perfekt beheizt werden, wenn man dazu Gebläsekonvektoren einsetzt. Der zusätzliche Ventilator unterstützt die Thermik. Daher reicht bei diesen Konvektoren die geringere Vorlauftemperatur von Wärmepumpen aus.

Fazit

Die freie Sicht nach draußen – auf das Wetter, die Natur oder das Treiben der Anderen: Ein Wintergarten ist etwas Schönes. Er schlägt die Brücke zwischen dem Wohnen im Haus und der freien Natur. Und mit der richtigen Heizung steigt die Gemütlichkeit im Wintergarten nochmals an, gerade in der kalten Jahreszeit. Ungetrübt ist der Ausblick, wenn Ihr vor den Fenstern eine Heizung mit Konvektionswärme installiert. Der warme Luftschleier hält die kühle Zugluft zurück, die im Winter von den großen Glasflächen abstrahlt. Ergänzend könnt Ihr auch Strahlungswärme in Form einer Fußbodenheizung oder Infrarotheizung vorsehen, wenn die Heizleistung durch die Konvektoren nicht reicht.

Die notwendige Heizleistung ist aber überschaubar. Außerdem fängt der Wintergarten mit seinen großen Glasflächen gleichzeitig die Sonnenwärme ein. Das reduziert manchmal sogar in den Nachbarräumen den Heizwärmebedarf. Einen Wintergarten heizen ist also unter dem Strich nicht unbedingt teuer. Lasst Euch am besten von eurem Heizungsbauer beraten.

Wer von Euch hat einen Wintergarten? Schreibt Eure Erfahrungen! Und wer von Euch möchte einen bauen? Schreibt eure Fragen! Aus der Praxis für die Praxis! Danke fürs Mitmachen.

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Ein Kommentar

Ulrike

Interessant, dass Konvektionswärme eine gute Möglichkeit ist, um den Wintergarten zu beheizen. Da ich außerdem will, dass die Technik immer an die neusten Methoden angepasst ist, will ich die Heizung in meinem Haus generell modernisieren lassen. Energie muss bedacht angewandt werden!
https://www.lb-haustechnik.de/weil-am-rhein

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