Jemand wirft einen Euro in eine Spardose aus Holz.
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Bauförderung: KfW-Kredit oder Investitionszuschuss – was lohnt sich wann?

 

Die Bereitschaft der Menschen, gegen den Klimawandel anzukämpfen, ist hoch. Aber konkrete Maßnahmen kosten konkret Geld – wie zum Beispiel die energetische Sanierung des eigenen Hauses oder der möglichst energieeffiziente Bau des neuen Eigenheims. Deshalb hat der Staat 2021 die Bauförderung nochmals erhöht und flexibler gestaltet. Was geht jetzt mit der sogenannten „Bundesförderung für effiziente Gebäude“, abgekürzt BEG? Hier ein kurzer Überblick.

Bundesförderung mit oder ohne KfW-Kredit

Das Prinzip der BEG ist klar: Je weniger Energie ein Haus verbraucht und je höher der Anteil erneuerbarer Energien ist, umso mehr Fördergelder gibt es. Die Richtlinien der Bundesförderung für effiziente Gebäude sind dabei dreigeteilt. Aus der Tabelle könnt Ihr entnehmen, welche Bauförderung für Euer Projekt infrage kommt.

BEG-Förderrichtlinien Was wird gefördert? Wie wird gefördert? Wie hoch ist die Förderung?
für Einzelmaßnahmen (BEG EM) Einzelne Sanierungsmaßnahmen bestehender Wohngebäude.

Maßnahmenpakete nach individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP)*.

Beispiele: Heizungstausch, Heizungsoptimierung, Dämmungen, Fenstertausch etc.

Investitionszuschüsse als festgelegter prozentualer Anteil der förderfähigen Kosten.

Höchstgrenze 60.000 € pro Wohneinheit und Jahr.

Neue Alternative: Zinsverbilligter KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss.

Förderhöhe ist abhängig von der CO2-Einsparung.

Beispiel Umstieg von Ölheizung auf Wärmepumpe: bis zu 50 %

für Wohngebäude (BEG WG) Neubauförderung für Effizienzhäuser.

Modernisierung bestehender Wohngebäude auf Effizienzhausniveau.

Zinsverbilligter KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss.

Neue Alternative: Investitionszuschuss.

Förderhöhe ist abhängig von der Effizienzhaus-Stufe.

Beispiel Effizienzhaus 55 EE**: max. Kredithöhe 150.000 € mit Tilgungszuschuss von 45 %

für Nichtwohngebäude (BEG NWG) Neubauförderung für Effizienzgebäude, die überwiegend der gewerblichen Nutzung dienen.

Modernisierung bestehender Gewerbeobjekte zu Effizienzgebäuden.

Für Eigenheime nicht zutreffend. Für Eigenheime nicht zutreffend.
*) Mehr Informationen im Blog-Beitrag „Individueller Sanierungsfahrplan für Euer Haus: Von A wie Antrag bis Z wie Zuschuss“.

**) Die höhere Förderung der zusätzlichen Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse) ist erreicht, wenn 55 Prozent des Wärme- und Kälteenergiebedarfs des Gebäudes mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Mehr Informationen dazu auf vaillant.de.

Bauherrenpaar sitzt im Beratungsgespräch mit einem Architekten an einem Tisch. Diskutiert wird, welche Effizienzhaus-Stufe nach BEG wie hoch gefördert wird.

Wichtig zu wissen beim Gespräch mit dem Architekten: Ein Effizienzhaus zu bauen oder zu sanieren wird nach BEG WG mit hohen Investitionszuschüssen oder Tilgungszuschüssen gefördert.

Neu ist also: Für einzelne Sanierungsmaßnahmen konnten bislang nur Investitionszuschüsse beantragt werden. Seit dem 1. Juli 2021 ist es jetzt auch möglich, bis zu einer Höchstgrenze von 60.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr einen Förderkredit zu bekommen. Die gleiche Flexibilität bietet die BEG bei der Neubauförderung und der Sanierungsförderung: Statt wie üblich einen Förderkredit für solche umfangreichen Bauvorhaben bei der KfW-Bank zu beantragen, könnt Ihr jetzt genauso einen Investitionszuschuss bekommen, ohne einen Kredit in Anspruch zu nehmen. Welche Varianten lohnen sich am meisten?

Was lohnt sich eher – ein Förderkredit oder ein Investitionszuschuss?

Ein geöffnetes Portemonnaie liegt auf dem Tisch. Münzen, Geldscheine und Kreditkarten schauen heraus.

Hohe Rendite für Eigenkapital: Um ein Effizienzhaus zu bauen, zu sanieren oder zu kaufen ist kein Förderkredit der KfW-Bank mehr erforderlich, um die hohen Zuschüsse zu erhalten.

Welche Fördervariante sich eher lohnt, hängt von Eurer Finanzplanung ab. Die Fördergelder, die Euch der Staat praktisch „schenkt“, sind bei einem Förderkredit und bei der Zuschussvariante gleich. Denn: Die Höhe des Tilgungszuschusses eines KfW-Kredits entspricht der Höhe des Investitionszuschusses, wenn Ihr Euer Vorhaben aus eigenen Mittel bezahlt.

Es gibt allerdings Unterschiede, die sich auf Eure Liquidität auswirken: Der Tilgungszuschuss wird auf die letzten Raten angerechnet und verkürzt damit die Kreditlaufzeit. Der Investitionszuschuss hingegen wird ausbezahlt, sobald das Vorhaben abgeschlossen ist und alle erforderlichen Nachweise eingereicht wurden.

Wer für sein Kapital eine hohe Rendite sucht, für den lohnt sich die Investition in ein energieeffizientes und damit nachhaltiges Eigenheim also mehrfach: durch die Wertsteigerung der Immobilie, durch eingesparte Energiekosten und durch hohe Zuschüsse des Staates.

Die Außeneinheit einer neuen Luft/Wasser-Wärmepumpe steht vor einem älteren Eigenheim.

Heizungstausch mit Förderkredit: Für Einzelmaßnahmen, wie die Installation einer neuen Wärmepumpe, können gemäß der Förderrichtlinie BEG EM nun auch Förderkredite der KfW-Bank in Anspruch genommen werden.

Wer ein neues Eigenheim plant, kommt in der Regel nicht ohne Baufinanzierung aus. Ein Effizienzhaus zu bauen, ist dabei aber in jedem Fall zu empfehlen. Die Energiekosten sind deutlich niedriger als bei einem Haus, das nur den energetischen Mindestanforderungen entspricht. Und ein Effizienzhaus ist die Voraussetzung für einen Förderkredit der staatseigenen KfW-Bank. Der ist grundsätzlich zinsgünstiger als marktüblich. Außerdem ist es möglich, tilgungsfreie Anlaufzeiten zu vereinbaren. So könnt Ihr zuerst die teureren Kredite eurer Hausbank bedienen.

Übrigens: Wer ein Effizienzhaus als Ersterwerber kauft – ob einen Neubau oder einen modernisierten Altbau – kann die gleichen KfW-Förderungen in Anspruch nehmen, wie ein Bauherr. Allerdings nur, wenn das Vorhaben nicht schon über die BEG subventioniert wurde.

Fazit: Die Energiekosten werden auch in Zukunft kontinuierlich steigen; allein schon durch den CO2-Preis auf fossile Brennstoffe. Möglichst effizient bauen oder sanieren ist also die beste Zukunftsinvestition. Ob die Förderungen auf dem hohen Niveau bleiben, lässt sich allerdings schwer voraussagen. Tatsächlich ist die BEG zunächst bis 2030 befristet. Mit anderen Worten: Das Investitionsklima für Eigenheime war noch nie so gut – per Förderkredit ebenso wie mit Eigenkapital.

Weitere Informationen rund um die Bundesförderung für effiziente Gebäude findet Ihr auf der Vaillant Webseite.

Hintergründe zur CO2-Bepreisung könnt Ihr in diesem Blog-Beitrag lesen.

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