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Ratgeber Biomasse: Pelletkessel & Pelletheizung

Heizen mit Pellets ist umweltschonend, sauber und komfortabel. Die kleinen, länglichen „Nuggets“ aus Holz entstehen aus Resten bei der Holzverarbeitung. Überall, wo Späne fallen und Abfallprodukte entstehen, die normalerweise in der Tonne landen würden, liegt der Rohstoff für Pellets praktisch auf dem Boden. Das Heizen mit Holzpellets ist seit etwa 20 Jahren im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Ende 2017 gab es mehr als 435.000 Pelletfeuerungen in Deutschland.

Sie möchten sich über die Nutzung von Pellets und Pelletheizungen informieren? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wie funktioniert eine Pelletheizung?

Eine Pelletheizung funktioniert vollautomatisch und bietet ihren Besitzern einen hohen Komfort. Moderne Pelletkessel regeln alles selbst – von der Luft- und Brennstoffzufuhr bis hin zur automatischen Reinigung. Eine Lambda-Sonde misst ständig, welche Mengen an Luft und Pellets zugeführt werden müssen, um im optimalen Leistungsbereich für die aktuell benötigte Heizlast zu arbeiten. Dieser sogenannte modulierende Betrieb spart Brennstoff und vermeidet das häufige Zünden des Brenners. Wie sieht die Verbrennung des Brennstoffs bei der Pelletheizung aber konkret aus?

Die Verbrennung

Die Holzpellets werden über eine Schnecken- oder Saugförderung aus dem Lagerraum zum Pelletkessel bzw. Vorratsbehälter (beim Saugsystem) befördert.

Eine Einschubschnecke transportiert die Pellets über einen Fallschacht in den Brennerraum.

Im Brennerraum werden die Pellets durch ein Heißluftgebläse bzw. durch die vorhandene Hitze entzündet.

Der Regler der Pelletheizung steuert die Brennstoffzufuhr, die Primär- und Sekundärluftzufuhr sowie die Drehzahl des Saugzuggebläses während der Verbrennung.

Automatische Reinigung

Der Brenner reinigt sich in regelmäßigen Abständen durch Absenkung des Brennerrosts auf eine Matrize selbst, um Schlacken zu vermeiden. Die sogenannten Turbulatoren, die im Wärmetauscher durch Verwirbelungen für einen verbesserten Übergang der Abgaswärme auf das Kesselwasser sorgen, nehmen den Hauptteil der Flugasche auf. Sie lassen sich durch Auf- und Abbewegen einfach säubern. Das macht Pelletkessel zu einer sauberen Sache – bei niedrigsten Emissionen und geringstem Verbrauch.

Warum ist eine Pelletheizung umweltschonend?

Heizen mit Pellets ist besonders umweltschonend, da es sich um einen klimaneutralen Vorgang handelt: Bei der Verbrennung von Holzpellets wird nur so viel CO₂ freigesetzt, wie der Baum während seines Wachstums gebunden hat bzw. wie er bei der Verrottung im Wald freisetzen würde. Für die Herstellung von Pellets wird jedoch kein Baum gefällt, da sie aus naturbelassenem Restholz hergestellt werden. Genauer gesagt sind getrocknete Sägespäne, Sägemehl und Abfallprodukte, die bei der Holzverarbeitung anfallen, der Pelletrohstoff. Nach der Zerkleinerung presst man die Masse unter hohem Druck durch eine Stahlmatrize und erhält nach dem Zurechtschneiden bis zu 50 mm lange und 25 mm dicke Pellets.

Vorteile beim Heizen mit Pellets

  • Sie heizen klimaneutral und kostengünstig: Pellets sind im Schnitt rund 30% günstiger als Öl und Gas (Stand: Juni 2018) und unterliegen dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7%
  • Sie verbrennen naturbelassenes Restholz
  • Sie können die Bio-Asche als Dünger verwenden
  • Sie machen sich unabhängig von ausländischen Energieversorgern dank großer heimischer Waldbestände
  • Sie genießen hohen Komfort durch die automatische Regelung von Pellet-Versorgung, Betrieb und Reinigung

(Anmerkung: Pellets aus deutscher Produktion sind aus Sägenebenprodukten oder schnellwachsenden Hölzern, die wiederaufgeforstet werden, hergestellt. Bei günstigen Importpellets ist dagegen nicht immer klar, woher der Rohstoff stammt und ob er nachhaltig abgebaut wurde. Eventuell leidet auch die Qualität, was sich in einer höheren Restfeuchte, mehr Asche und schlechterer Verbrennung äußern kann.)

Aschenputtel wird Bio: Asche als Gartendünger

Pellets haben einen Aschegehalt von nur etwa 0,5 Prozent. Entsprechend selten müssen Sie die Aschelade der Pelletheizung entleeren. Da es sich um Bio-Asche (unbehandeltes Holz) handelt, können Sie diese zum Düngen von Pflanzen nutzen oder mit dem Hausmüll entsorgen. Während Pelletheizungen beim CO2-Ausstoß hervorragend dastehen, sind sie Erdgas und Heizöl in punkto Feinstaub unterlegen. Moderne Pelletkessel unterschreiten dennoch mühelos die Grenzwerte der Bundesimmissionsschutzverordnung und erfüllen die Anforderungen für das Umweltzeichen „Blauer Engel“.

Beschickung der Pelletheizung: automatisch oder manuell

Wer seine Pelletheizung von Hand mit Brennstoff versorgen möchte, lässt sich die Holzpellets in Säcken anliefern. Bequemer ist die Befüllung (Fachbegriff: Beschickung) mit einem automatischen Fördersystem: Die Pellets werden im Silowagen angeliefert, in einen Vorratsbehälter oder Lagerraum eingeblasen und von dort per Förderschnecke oder Saugförderung zum Brenner im Pelletkessel transportiert. Die jeweils vorteilhaftere Methode hängt von Ihren Ansprüchen und räumlichen Gegebenheiten ab: Wer wenig Platz hat und sich nicht scheut, alle ein bis zwei Tage Pellets nachzufüllen, wird auf das Fördersystem verzichten können. Ist das Pelletlager dagegen groß genug und weiter entfernt, lohnt sich die vollautomatische Förderung. Im Idealfall reicht das hauseigene Silo für einen ganzen Winter.

Solarthermie und Wohnraumlüftung erhöhen den Nutzen

Die Kombination der Pelletheizung mit einer Solarthermieanlage macht ökonomisch und ökologisch Sinn, denn dadurch ist es möglich, die Kosten für die Warmwasserbereitung deutlich zu reduzieren und gleichzeitig den Heizbetrieb zu unterstützen. Sind die Solarkollektoren (z.B. Vaillant auroTHERM exclusiv mit Pufferspeicher) ausreichend dimensioniert, können sie den Heizungs- und Warmwasserbedarf in den Frühlings- und Herbstmonaten sowie im Sommer vollständig abdecken. Der Pelletkessel muss währenddessen nicht geheizt werden, was sich wiederum positiv auf Brennstoffverbrauch, Lebensdauer und Emissionen auswirkt. Im Winter ergänzen sich die Solarthermieanlage und die Pelletheizung ideal: beide arbeiten Hand in Hand.

Einen weiteren Energie- und Emissionseinspareffekt erzielen Sie durch die Erweiterung des Systems um eine kontrollierte Wohnraumlüftung. Diese versorgt Sie zuverlässig mit staub- und pollengefilterter Frischluft und reduziert zugleich die Heizkosten durch Wärmerückgewinnung – sowohl im Neubau als auch bei Modernisierung. Sie möchten weitere Details erfahren? Dann entdecken Sie jetzt unsere Wohnraumlüftung recoVAIR.

Nachteile der Pelletheizung

Wie fast jede Technologie bringt auch die Pelletheizung nicht nur Vorteile mit sich. Die Verbreitung von Heizen mit Pellets hat zwar rasant zugenommen, es gibt aber auch gute Gründe, warum Hausbesitzer anderen Heiztechniken den Vorzug geben:

  • Anfangsinvestition
    Die günstigen Kosten für den Brennstoff sind nur die eine Seite der Medaille. Wer sich eine hochwertige Pelletheizung anschafft, muss etwa mit dem doppelten Preis einer vergleichbaren Gas- oder Ölheizung rechnen. Die Amortisation hängt dabei von der Preisdifferenz pro kWh zwischen Pellets und anderen Brennstoffen ab.
    Ein Beispiel: Wir nehmen den Heizbedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhauses mit 30.000 kWh pro Jahr an. In diesem Haus steht eine Pelletheizung, die 10.000 Euro mehr als eine entsprechende Erdgasheizung gekostet hat. Würde der Kostenunterschied 5 Cent/kWh betragen, wären die Mehrkosten nach rund 7 Jahren eingefahren. Beträgt der Unterschied aber nur 2 Cent/kWh (was angesichts der Preisentwicklung der Jahre 2016-18 ein realistischer Wert ist), amortisiert sich die Pelletanlage erst nach 17 Jahren. Die ungewisse Entwicklung der Brennstoffpreise lässt viele Hausherren deshalb genau überlegen, ob sich eine Pelletheizung für sie rechnet.
  • Platzbedarf
    Mit der Pelletheizung allein ist es nicht getan, denn der Brennstoff muss bevorratet werden. Dazu benötigt man Platz: Im Vergleich entspricht der Energiegehalt von einem Kilogramm Holzpellets etwa dem von einem halben Liter Heizöl. Das Vorratslager (Pelletsilo) für eine Saison wird also (abhängig von Dichte des Heizöls und Schüttdichte der Pellets) etwa doppelt so groß sein. Wer diesen Platz in seinem Haus nicht hat oder schaffen will, muss öfter nachfüllen lassen oder im Winter täglich per Hand nachlegen, was wiederum die Kosten in die Höhe treibt und den Komfort verringert.
  • Versorgung und Preisentwicklung
    In den letzten Jahren überstieg die Produktion stets den Verbrauch an Holzpellets. Nimmt die Zahl der Pelletheizungen aber kontinuierlich zu, wird irgendwann der Punkt erreicht sein, an dem die große Nachfrage zu Preissteigerungen führt.
  • Geruch und Gefahren
    Holzpellets sind im Vergleich zu Gas und Öl geruchsintensive Naturstoffe, da sie offen im Pelletsilo gelagert werden. In der Umgebung des Aufbewahrungsorts nimmt man sie also wahr. Zudem können Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid aus den Pellets austreten, die zur Gefahr für Menschen und Tiere werden, wenn das Silo bzw. der Lagerraum nicht ausreichend belüftet ist.

Unsere Alternative zur Pelletheizung? Die Wärmepumpe!

Vaillant bietet aktuell keine Pelletheizungen an. Wir konzentrieren uns verstärkt auf die Entwicklung von Wärmepumpen, um unsere Unternehmensvision mit Leben zu füllen: „Wir sorgen für ein besseres Klima“. Natürlich lassen sich auch Solarthermieanlagen und Wohnraumlüftungen mit unseren Wärmepumpen kombinieren. Fragen Sie Ihren Fachpartner und lassen Sie sich zum optimalen Produkt für Ihre Bedürfnisse beraten!

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