Vier in den Turm eingezogene Ebenen sorgen zusätzlich für Raum

Im ursprünglich komplett offenen Schaft des Turmes wurden außerdem vier Ebenen eingezogen. Über eine an der Außenwand geführte „Wendeltreppe“ aus Stahl verbunden finden darauf eine Bibliothek und ein Büro, eine kleine Küche und eine exklusive Lounge Platz – also die für ein Gebäude solcher Nutzung notwendige Infrastruktur.

Die klare, designorientierte Einrichtung der offenen, reduzierten Räume spiegelt dabei die Formensprache des Objektes genau so wider wie seine Intention – und bildet in dieser Kombination den idealen Rahmen für die „Licht im Raum“-Objekte der Manufaktur von Dinnebier Licht, die den Turm zugleich als Experimentierfeld für neue Lichtlösungen nutzt.

Die Wärme kommt aus der Tiefe

Die Idee, einen zukunftsweisenden Ort zu schaffen, beschränkte sich aber nicht nur auf die architektonische oder programmatische Umsetzung. Sie schloss vielmehr – fast selbstverständlich – auch die Heiztechnik mit ein. Denn hier wird „Zukunft“, in Form begrenzter Ressourcen, ebenso fassbar wie nach Wasser und Licht eine weitere elementare Komponente des Seins, nämlich Wärme.

In fast schon beispielloser Symbolik zum Licht kontrastierend wurde diese Wärme in der Tiefe des bergischen Erdreichs gefunden: Drei bis zu knapp 80 Meter abgeteufte Erdsonden versorgen heute eine geoTHERM Sole/Wasser-Wärmepumpe von Vaillant mit Energie. So können etwa 75 Prozent der maximalen Heizleistung von 14 kW ressourcenschonend aus der Umwelt gewonnen werden. Dass lediglich 14 kW ausreichen, diesen vergleichsweise voluminösen Baukörper mit seinen 250 m² Grundfläche trotz der energetisch ungünstigen Lage auf einem windumtosten Berg zu beheizen, verwundert dabei nur auf den ersten Blick.

Kuppelboden und Außenmauern dienen als Speichermasse

Beim zweiten, genaueren gerade auf den Baukörper wird aber deutlich, wie sehr die „alte“ Bauweise nach dem Intze-Prinzip dabei hilft. Denn um die ursprünglich statisch mittragende, in die Turmwände abgeleitete Wasserlast nach dem Austausch des Behälters gegen eine filigrane Glas-Kuppel auszugleichen, wurde der Kuppelboden mit 200 m³ Beton ausgegossen – der jetzt als Speichermasse dient. Diese Funktion übernehmen ebenfalls die soliden Außenmauern. Zwischen 50 und 70 cm stark stehen sie für minimale Transmissionswärmeverluste, so dass im „Lichtturm“ ganzjährig ein angenehmes mittleres Temperaturniveau mit nur geringen, zudem langsam verlaufenden Schwankungen besteht.

Das für thermisches Wohlbefinden zugrunde liegende Prinzip „Einmal richtig aufheizen, dann mit vergleichsweise wenig kW-Leistung die Temperatur halten“ wird dabei zusätzlich durch die weitere Nutzung der bereits bestehenden Flächenheizungen auf den Zwischenebenen unterstützt. Ihre gleichmäßige Wärmeabgabe bei gleichzeitig niedrigeren Vorlauftemperaturen – hier weniger als 40 °C – sorgt für deutlich höhere Effizienz, als dies bei konventionellen Radiatoren mit Konvektionswärme der Fall wäre.