Konventionelle Heiztechnik höchstens Kompromisslösung

Rahmenbedingungen also, die mit Einsatz einer konventionellen Heiztechnikanlage nur kompromissbehaftet hätten abgedeckt werden können. Ein nach Mittelwert plus Sicherheitszuschlag X ausgelegter Heizkessel bzw. eine Kaskade wären beispielsweise, unabhängig von den spezifischen Kennwerten und der Modulationsbreite, über erhebliche Zeiträume hinweg entweder leistungsmäßig überdimensioniert oder aber, bei geringerer Maximalleistung, überfordert gewesen. Eine dezentrale Lösung wiederum, also mit wohnungsgebundener Wärme- und Warmwasserbereitung, passte nicht in das Konzept des Bauherren und die gewünschte flexible Gebäudenutzung.

Die Alternative: BHKW-Kaskade plus Spitzenlastkessel

Derart gefordert entwickelten Kersten Timm, Abteilungsleiter Heizung/Sanitär der bauausführenden Elektro-Sanitär GmbH aus Dresden, und Fachberater Robby Dabow, PowerPlus Technologies / einem Unternehmen der Vaillant Group, ein Heiztechnikkonzept, das für Objekte dieser Größenordnung und Ausstattung unter betriebstechnischen, ökonomischen und ökologischen Aspekten gleichermaßen wegweisend werden kann: Zwei in Kaskade geschaltete ecopower Mini-Blockheizkraftwerke (BHKW) decken mit 25,0 kW thermischer und 9,4 kW elektrischer Leistung 47 Prozent des Wärme sowie darüber hinaus nahezu 90 Prozent des Strombedarfs ab. Liegen Spitzenlasten an, wird ergänzend ein 240 kW Gas-Brennwertkessel aufgeschaltet. Dieser setzt sich je nach Leistungsgröße aus zwei bis sieben identisch gebauten Modulen zusammen, die im Gerät hintereinander angeordnet sind. Die Vorzüge dieses Konzeptes sind nach Herstellerangaben eindeutig: Insbesondere bedeute die Modulbauweise hohe Betriebssicherheit. Selbst beim eventuellen Ausfall eines Moduls bleibe der Kessel in Betrieb.

Betrieb der Brennermodule mit möglichst minimaler Leistung

Noch wichtiger war beim Objekt auf Usedom aber das interne Kesselmanagement, das durch eine zentrale Modulsteuerung gewährleistet wird. Regelung und Brennermodulation sind so abgestimmt, dass bei einer Wärmeanforderung möglichst viele Brennermodule mit reduzierter Brennerleistung betrieben werden könnten. Dabei werden in Abhängigkeit der Betriebsstunden und unter Berücksichtigung einer gleichmäßigen Leistungsverteilung im ecoCRAFT Gas-Brennwertkessel jeweils vorrangig die Module mit den geringsten Laufzeiten gestartet. Dadurch entstehen keine einseitige Belastung und kein übermäßiger Verschleiß einzelner Komponenten. Sollte ein Modul ausfallen, regelt das Modulmanagement die Wärmeversorgung über die anderen Module.