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Modernisierung mit Wärmepumpen: Grüner heizen lohnt sich.

Wenn in energiesparende Maßnahmen investiert wird, kommt oft der Einwand: Das rechnet sich nur für die Umwelt, aber nicht für den eigenen Geldbeutel. Ein überholtes Vorurteil! Denn auf moderne, ressourcenschonende Heiztechnik trifft das schon lange nicht mehr zu. Wer mit Wärmepumpen heizt, spart jetzt und in Zukunft bares Geld.

Wie hoch die Ersparnisse sind, hängt entscheidend davon ab, wie exakt das Heizsystem auf die Rahmenbedingungen Ihres Hauses abgestimmt sind. Deshalb ist die Unterstützung eines Energieeffizienz-Experten sinnvoll. Eine solche Beratung wird zusätzlich staatlich gefördert. Hier geben wir Ihnen einen Überblick, wie Sie in einem Altbau eine energieintensive Heizung gegen eine nachhaltige, effiziente Wärmepumpe tauschen.

So erkennen Sie, welche energetischen Maßnahmen Ihr Haus benötigt.

Das sind Ihre Möglichkeiten, nachhaltig und wirtschaftlich zu heizen.

Was Sie zu entscheiden haben und der Fachhandwerksbetrieb zu tun hat.

Das sollten Sie wissen zum Thema Wärmepumpe und Altbau.

Energiebedarf ermitteln: So erkennen Sie, welche energetischen Maßnahmen Ihr Haus benötigt

Vor der Auswahl der richtigen Wärmepumpe für ein bestehendes Wohnhaus steht immer die energetische Bewertung des Gebäudes. Ziel ist es, zu ermitteln, wie hoch der Energiebedarf Ihres Hauses für Raumwärme und Warmwasser ist.

Wie viel Energie zum Heizen erforderlich ist, hängt dabei von der Größe Ihres Eigenheims, von den klimatischen Bedingungen am Standort und insbesondere von den Transmissionswärmeverlusten ab. Dieser Wert drückt aus, wie viel der erzeugten Raumwärme in Ihrem Haus durch Wände, Fenster und Dach verloren gehen. Oder anders ausgedrückt: wie gut Ihr Haus gedämmt ist.

Der Energiebedarf für Warmwasser ist im Wesentlichen eine Frage des Nutzerverhaltens. Zum Beispiel: Wie viele Bäder hat Ihr Haus? Wie viele Personen nutzen gleichzeitig Warmwasser zum Duschen oder Baden?

Je genauer der energetische Status Ihres Hauses erfasst wird, umso besser lässt sich dazu ein effizientes Wärmepumpensystem auswählen. Deswegen macht es auch Sinn, vorher einen Energieeffizienz-Experten mit der Bedarfsermittlung zu beauftragen. Hier geben wir Ihnen außerdem Tipps, was im Einzelfall zu tun ist. Sind in einem Altbau beispielsweise die Transmissionswärmeverluste sehr hoch, ist es vielleicht besser, vor der Installation einer Wärmepumpe die Fenster zu tauschen, oder das Dach und die Wände zu dämmen. Eine solche Haussanierung kann auch schrittweise erfolgen. Dazu erstellt der Energieeffizienz-Experte einen sogenannten individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Für jede Maßnahme, die Sie aus dem iSFP umsetzen, erhalten Sie einen zusätzlichen Förderbonus von 5 Prozent – auch auf die Installation einer Wärmepumpe. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Info: Hausalter als Faustformel für Modernisierung mit Wärmepumpen

Häuser, die um die Jahrtausendwende gebaut wurden, sind in der Regel ausreichend gedämmt, um die alte Heizung durch eine ressourcenschonende Wärmepumpe zu ersetzen. Bei Reihenhäusern spielt das Hausalter weniger eine Rolle. Denn hier gibt es weniger Außenwände, über die die Wärme entweichen kann.

Wärmepumpe wählen: Das sind Ihre Möglichkeiten, nachhaltig und wirtschaftlich zu heizen

Ist der Energiebedarf Ihres Hauses bekannt, muss für die Wahl einer effizienten Wärmepumpe die Wärmeverteilung unter die Lupe genommen werden. Hat Ihr Haus bereits eine wassergeführte Fußbodenheizung installiert, ist die Umstellung auf eine Wärmepumpe ohne weiteres möglich.

 

Sind Heizkörper vorhanden, ist zu prüfen, ob sie geeignet und groß genug sind, um die erforderliche Wärme an die Räume abzugeben. Eventuell werden sonst einfach einige der alten Heizkörper gegen neue mit größerer Fläche getauscht.

Warum macht es einen Unterschied, ob die Fußbodenheizung oder Heizkörper Wärme übertragen?

Wärmepumpen arbeiten mit niedrigeren Vorlauftemperaturen als Heizkessel und Brennwertgeräte. Daher sind größere Heizflächen erforderlich, um die gewünschte Wärme in den Raum abzugeben. Aus diesem Grund sind Fußbodenheizungen ideal. Aber auch mit großflächigen Heizkörpern oder über ergänzende Heizflächen an Decken und Wänden lassen sich im Altbau Wärmepumpen effizient betreiben.

Tipp: So können Sie testen, ob Ihre Heizkörper für eine Wärmepumpe groß genug sind.

Ob ein Altbau mit Heizkörpern die Voraussetzungen für eine Wärmepumpe mitbringt, können Sie leicht selbst testen: Stellen Sie an einem kalten Tag die Vorlauftemperatur Ihrer Heizung auf 50 Grad ein und drehen Sie die Thermostate der Heizkörper komplett auf. Werden Ihre Räume angenehm warm, reichen die aktuellen Heizflächen aus, um zukünftig mit einer Wärmepumpe zu heizen. Ist dies nicht der Fall, empfiehlt es sich Sie über einen Austausch der Heizkörper nachzudenken.

Weiterhin müssen Sie gemeinsam mit Ihrem Heizungsfachmann entscheiden, welche Art der Umweltwärme Sie nutzen möchten und welche möglich ist: die Luft, das Erdreich oder das Grundwasser.

Luft/Wasser-Wärmepumpen sind am einfachsten und daher am kostengünstigsten zu installieren. Sie lassen sich ohne großen Aufwand fast überall aufstellen – selbst in dicht bebauten Reihenhaussiedlungen. (Details siehe Abschnitt „Wo kann die Wärmepumpe aufgestellt werden?“)

Für Erdwärmepumpen ist entweder eine Bohrung erforderlich, um die Erdwärme per Sonde anzuzapfen, oder es sind großflächige Erdarbeiten für die Verlegung von Kollektoren notwendig. Grundwasser als Wärmequelle zu nutzen, erfordert meist Brunnenbohrungen, für die behördliche Genehmigungen erforderlich sind. Bohrungen verursachen darüber hinaus Extrakosten. Die könnten sich aber rechnen, denn die Vorteile sind: Konstante Temperaturen von Erdreich und Grundwasser sorgen im Vergleich zur Außenluft für eine bessere Effizienz einer Wärmepumpe.

Welche Wärmepumpen-Systeme eignen sich im Altbau?

Auf Basis des Energiebedarfs Ihres Hauses, des Wärmeverteilsystems und der Art der Umweltwärme kann Ihr Vaillant Fachpartner Ihnen effiziente Wärmepumpen-Systeme vorschlagen. In der Modernisierung eignen sich insbesondere Luft/Wasser-Wärmepumpen, da sie besonders einfach zu installieren sind. Bei hohem Energiebedarf bieten sich auch förderfähige Hybridsysteme an. Hier die Möglichkeiten im Einzelnen:

Heizungswärmepumpe:

In Kombination mit einem Warmwasserspeicher ist die Wärmepumpe der einzige Wärmeerzeuger für Raumwärme und Warmwasser. Es gibt effiziente Systeme für gut gedämmte Einfamilienhäuser mit durchschnittlichem Warmwasserbedarf und auch für energetisch sanierte Mehrfamilienhäuser.

Gas-Hybridsystem:

Eine Wärmepumpe deckt die Grundlast des Heiz- und Warmwasserbedarfs ab. Lastspitzen werden von einem Gas-Brennwertgerät gedeckt. Solche Gas-Hybridlösungen sind förderfähig und eignen sich besonders in Altbauten mit einem hohen Energiebedarf.

EE-Hybridsystem:

EE steht für Erneuerbare Energien und bezeichnet die Kombination von zwei regenerativen Technologien zur erneuerbaren Wärmeerzeugung. Mögliche Kombination sind Wärmepumpe mit Solarthermie oder Photovoltaik.

Warmwasser-Wärmepumpe:

Eine Warmwasser-Wärmepumpe, auch Brauchwasser-Wärmepumpe genannt, arbeitet unabhängig vom installierten Heizsystem. Deshalb kann das Heizgerät im Sommer abgestellt werden. Das Warmwasser wird durch eine integrierte Luftwärmepumpe auf Temperatur gebracht. Die Luft im Aufstellraum dient als Wärmequelle. Eine Brauchwasser-Wärmepumpe ermöglicht den Einstieg in eine nachhaltige Energieversorgung.

Heizungstausch vorbereiten: Was Sie zu entscheiden haben und der Fachhandwerksbetrieb zu tun hat

Nachdem Leistung und Wärmequelle Ihrer neuen Wärmepumpe passend zu Ihrem Haus bestimmt wurden, folgen diese Schritte:

1) Aufstellort der Wärmepumpe festlegen

2) Umfeldmaßnahmen kalkulieren lassen

3) Stromtarif prüfen

4) Fördergeld-Antrag stellen (lassen)

5) Auftrag für Heizungstausch erteilen

Frage: Stimmt es, dass Wärmepumpen in Altbauten unwirtschaftlich sind, weil sie zu viel Strom verbrauchen?

Nein, diese oft gehörte pauschale Aussage stimmt nicht. Ist der Stromverbrauch einer Wärmepumpe sehr hoch, liegt das in der Regel an einer unzureichenden Auslegung der Wärmepumpe oder einer fehlerhaften Einstellung. Als Folge muss die fehlende Leistung dann über einen Elektro-Heizstab kompensiert werden, der die Temperatur im Heizungskreislauf erhöht.

Wie in diesem Ratgeber beschrieben, sind deswegen im Altbau die Rahmenbedingungen (wie Energiebedarf und Art der Wärmeverteilung) möglichst genau zu prüfen. Bei sehr alten Häusern sind energetische Verbesserungen ohnehin ratsam, um Energie zu sparen. Doch für die meisten Anwendungen in bestehenden Einfamilienhäusern gibt es sehr effiziente Lösungen. Dazu zählen die Wärmepumpe aroTHERM plus von Vaillant, die auch bei -20°C Außentemperatur noch eine Vorlauftemperatur von bis zu 55 °C erreicht, oder Gas-Hybridheizungen – eine Kombination aus effizientem Gas-Brennwertgerät und nachhaltiger Wärmepumpe.

Frage: Wann muss ein Energieberater beauftragt werden?

Einen Energieberater zu beauftragen ist in der Regel dann verpflichtend, wenn Sie Fördergelder nach den Richtlinien der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) in Anspruch nehmen wollen. Der Großteil der Beratungskosten wird jedoch über eine zusätzliche Förderung gedeckt. Nur bei dem Heizungstausch als Einzelmaßnahme, also ohne weitere energetische Verbesserungen Ihres Hauses, kann eine BEG-Förderung ohne Energieberater beantragt werden. Als Energieberater im Sinne der BEG sind nur zertifizierte Energieeffizienz-Experten zugelassen. Hier finden Sie einen solchen Experten in Ihrer Nähe.

Der von Ihnen beauftragte Energieeffizienz-Experte muss unabhängig sein, darf also keine wirtschaftlichen Interessen mit Ihrer Haussanierung verfolgen. Ein ausführender Fachhandwerksbetrieb kann demnach nicht die Energieberatung übernehmen, wenn Sie eine Förderung erhalten wollen.

Gelder für die Hausmodernisierung mit einer Wärmepumpe erhalten Sie durch die Bundeförderung für effiziente Gebäude (BEG). Sie haben die Wahl zwischen Zuschüssen, die sich prozentual nach den Investitionskosten berechnen, oder zinsgünstigen Förderkrediten mit Tilgungszuschüssen. Zuschüsse sind direkt bei dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu beantragen, Förderkredite hingegen über die Hausbank bei der KfW-Bank. Dazu finden sie weitere Ratgeber auf unserer Website. Hier erfahren Sie auch, was die verschiedenen BEG-Förderungen beinhalten und wie sie beantragt werden:

  • Wie ist die BEG-Förderung aufgebaut? Die wichtigsten Informationen im Überblick erhalten Sie hier.
  • Wie fördert die BEG Einzelmaßnahmen, zum Beispiel eine neue Wärmepumpe? Einzelheiten dazu haben wir für Sie hier zusammengefasst.
  • Wie wird eine umfangreiche Haussanierung nach dem BEG gefördert? Das können Sie auf dieser Ratgeberseite nachlesen.
  • Welche Förderung gibt es für die schrittweise Modernisierung meines Hauses? Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber „Der individuelle Sanierungsfahrplan iSFP: bringt mehr Geld als er kostet“.

Welche Förderungen außerdem in Ihrem Bundesland oder von Ihrer Kommune angeboten werden und welche Förderungen sich kombinieren lassen, ermittelt für Sie gerne unser Fördergeld Service und Ihr Vaillant Fachpartner.

Frage: Wie lange dauert die Bewilligung eines Förderantrags?

Die Bearbeitungszeit eines Förderantrags hängen beim BAFA und der KfW vom jeweils aktuellen Antragsaufkommen ab. Bearbeitungszeiten um die 6 Wochen sollten eingeplant werden. Eine Bestätigung, dass der Antrag eingegangen ist, erhalten Sie jedoch umgehend. Von da an können Sie Lieferungs- und Leistungsverträge, beispielsweise mit Ihrem Vaillant-Fachpartner abschließen, ohne die Förderfähigkeit Ihres Vorhabens aufs Spiel zu setzen. Das geschieht natürlich auf eigenes Risiko, sollte der Förderantrag nicht in vollem Umfang bewilligt werden.

Häufig gestellte Fragen: Das sollten Sie wissen