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Hydraulischer Abgleich: weniger Energiekosten, mehr Wohnkomfort

Der hydraulische Abgleich ist der Geheimtipp unter den Energiespartipps! Er steigert den Wohnkomfort, senkt den Energieverbrauch und rentiert sich schnell – nicht zuletzt durch überschaubare Kosten und umfassender Förderung durch BAFA und KfW. Erfahren Sie alles Wissenswerte!

Ihre Heizkörper gluckern? Oder werden nur unzureichend oder ungleichmäßig warm? Dann kann ein hydraulischer Abgleich für Abhilfe sorgen. Ihr Heizungsfachmann bewirkt damit, dass sich die Wärme der Heizung gleichmäßig im Haus verteilt – zugunsten eines höheren Wohnkomforts und reduzierten Energieverbrauchs. Bis zu 15% Ersparnis sind für Sie drin!

  1. Was bewirkt der hydraulische Abgleich?
  2. Müssen Eigentümer einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen?
  3. Kosten, Einsparung und Amortisation des hydraulischen Abgleichs
  4. Welche Fördermittel bieten BAFA und KfW und wie werden diese beantragt?
  5. Wie funktioniert ein hydraulischer Abgleich?
  6. Ist ein hydraulischer Abgleich auch bei Fußbodenheizungen erforderlich?
  7. Warum treten nach hydraulischem Abgleich Fließgeräusche auf?
  8. Berechnen Sie Ihr individuelles Einsparpotenzial!

Was bewirkt der hydraulische Abgleich?

Der hydraulische Abgleich beruht auf dem physikalischen Prinzip von Druck und Wasserverteilung. Ist der Wasserdurchfluss im Heizsystem aufgrund unterschiedlicher Widerstände ungleichmäßig, kann es zu Geräuschen, überhöhten Rücklauftemperaturen, einem erhöhten Energieverbrauch und mangelnder Leistung kommen. Auch kann es vorkommen, dass sich die Heizkörper nicht zeitgleich erwärmen, zum Beispiel nach Absenkung oder Abschaltung der Heizung.

Beim hydraulischen Abgleich werden die unterschiedlichen wasserseitigen Widerstände der Heizkörper angeglichen, indem die Komponenten der Heizungsanlage – also Heizkörper, Thermostatventile, Pumpen und Rohre – optimal aufeinander abgestimmt werden. Dadurch werden die Heizkörper stets mit der richtigen Menge Heizwasser versorgt und das Effizienzpotential des Heizsystems voll ausgeschöpft – im Neubau ebenso wie im Bestand.

Hydraulischer Abgleich vom Heizungsfachmann erklärt

Müssen Eigentümer einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen?

Der hydraulische Abgleich ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber es gibt Richtlinien, Verordnungen und Förderprogramme, die ihn fordern: Soll zum Beispiel der Einbau Ihrer Heizungsanlage nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) Teil C – Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) – erfolgen, ist ein hydraulischer Abgleich vorgeschrieben. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert ihn für Neubauten sowie bei wesentlichen Änderungen an bestehenden Heizsystemen. Wer Sie Ihre Heizung modernisieren und dafür Fördermittel erhalten möchten, kommen Sie um den hydraulischen Abgleich ebenfalls nicht herum. Denn er ist eine Voraussetzung für die Bewilligung von Fördermitteln aus dem Marktanreizprogramm des BAFA sowie den KfW-Programmen 151/152 und 430. Außerdem muss er durchgeführt werden, wenn Sie mehr als 50 Prozent der Außenfläche Ihres Hauses dämmen und dafür gefördert werden möchten.

Kosten, Einsparung und Amortisation des hydraulischen Abgleichs

In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 125 m2 Wohnfläche, das Anfang der 80er Jahre gebaut wurde und über voreinstellbare Thermostatventile verfügt, kostet ein hydraulischer Abgleich rund 650 EUR. Müssen die voreinstellbaren Thermostatventile erst installiert werden, erhöhen sich die Kosten um ca. 275 EUR. Da die jährliche Ersparnis bei rund 90 Euro liegt, beträgt die Amortisationszeit bei Inanspruchnahme der staatlichen Förderung acht Jahre. Wird mit dem hydraulischen Abgleich auch die alte Heizungspumpe gegen eine moderne Hocheffizienzpumpe ausgetauscht, sparen Sie zusätzlich ca. 100 EUR Stromkosten im Jahr. Da auch diese Energiesparmaßnahme staatlich gefördert wird, rechnet sich Ihre Heizungsoptimierung schon nach fünf Jahren. Unabhängig von den verschiedenen Amortisationszeiten profitieren Sie von deutlich mehr Wohnkomfort und einer Wertsteigerung Ihrer Immobilie.

Grundsätzlich gilt: Die genauen Kosten für einen hydraulischen Abgleich hängen vom Zustand und Aufbau Ihrer Heizanlage ab. Die Zahl der Heizkörper und Art der Thermostatventile sind ebenso entscheidend wie die Frage, ob Sie bereits über eine moderne Heizungspumpe verfügen. Nicht zuletzt beeinflussen die regional unterschiedlichen Stundensätze der Heizungsfachbetriebe die Kosten Ihres hydraulischen Abgleichs.

Welche Fördermittel bieten BAFA und KfW und wie werden diese beantragt?

Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Das BAFA erstattet 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten als nicht rückzahlbaren Zuschuss, maximal jedoch 25.000 EUR – sofern die Heizungsanlage mindestens zwei Jahre installiert ist und eine Einzelrechnung für den hydraulischen Abgleich vorliegt. Die Förderung erfolgt über das Programm „Heizungsoptimierung durch hocheffiziente Pumpen und hydraulischen Abgleich“ und muss online vor Maßnahmenbeginn beantragt werden:

Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Die KfW gewährt zinsgünstige Darlehen über das Förderprogramm 152 oder einmalige Zuschüsse über das Programm 430, wobei zwischen der Heizungsoptimierung als Einzelmaßnahme und der Heizungsmodernisierung unterschieden wird:

  • Für die reine Optimierung erhalten Sie einen Zuschuss in Höhe von 10 Prozent der Kosten von mindestens 3.000 EUR oder ein zinsgünstiges Darlehen mit einem Tilgungszuschuss von 7,5 Prozent (unabhängig von der Investitionssumme).
  • Für die Heizungsmodernisierung einschließlich hydraulischem Abgleich erhalten Sie einen Zuschuss von 15 Prozent der Kosten oder ein zinsgünstiges Darlehen mit einem Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent, wenn Sie eine Heizung mit fossiler Energie außer Betrieb nehmen und nicht von den Nachrüstverpflichtungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) betroffen sind. Mehr über diese Nachrüstverpflichtungen erfahren Sie hier.

Voraussetzungen für KfW-Fördermittel

Voraussetzung für den Erhalt von diesen KfW-Fördermitteln ist, dass Sie Eigentümer oder Ersterwerber eines Ein- oder Zweifamilienhauses mit maximal zwei Wohneinheiten oder einer Wohnung sind. Alternativ können Sie auch einer Wohnungseigentümergemeinschaft aus Privatpersonen angehören. Außerdem muss der Bauantrag oder Bauanzeige für Ihr Gebäude vor dem 1. Februar 2002 gestellt worden sein und der hydraulische Abgleich nach Verfahren B erfolgen. Bei diesem Verfahren erfolgt Heizlastberechnung für jeden Raum, eine Heizflächenauslegung und Rohrnetzberechnung. Sofern erforderlich, müssen ungeregelte Heizungspumpen, nichtvoreinstellbare Thermostatventile und falsch dimensionierte Heizkörper ausgetauscht werden.

Beantragung

Die Beantragung läuft wie folgt ab: Lassen Sie durch einen Energieberater aus der Energie-Experten-Liste gegenüber der KfW bestätigen, dass alle Fördervoraussetzungen erfüllt sind. Dann beantragen Sie die Förderung: ein Darlehen bei Ihrer Hausbank und einen Zuschuss online bei der KfW. Haben Sie die Bewilligung, können die Arbeiten beginnen, deren fachgerechte Umsetzung abschließend vom Energieexperten bestätigt werden müssen. Ist dies erfolgt, erhalten Sie Ihren Tilgungs-/Zuschuss.

Wie funktioniert ein hydraulischer Abgleich?

Zunächst ermittelt Ihr Heizungsfachmann anhand der Raumgrößen und Außenflächen, also der Wände, Decken, Fenster und Türen, die Heizlast für jeden Raum. Darunter versteht man die Menge an Wärme, die erforderlich ist, um hier eine bestimmte Temperatur aufrechtzuerhalten. Idealerweise können Sie dafür die Baupläne des Hauses vorlegen. Diese Heizlast wird mit der Heizleistung der Heizkörper und deren Entfernung zur Heizungspumpe verglichen, um die Einstellwerte für die einzelnen Heizkörper zu errechnen (Rohrnetzberechnung). Die Aufnahme der Daten und die Berechnungen dauern bei einem Einfamilienhaus ca. 4,5 Stunden. Die einzelnen Heizkörper sind schnell eingestellt – in etwa 5 Minuten.

Ist ein hydraulischer Abgleich auch bei Fußbodenheizungen erforderlich?

Grundsätzlich ja. Ob das bei Ihnen der Fall ist, erkennen Sie an folgenden Symptomen: Die Fußbodenheizung wird nicht oder nur teilweise warm, sie lässt sich kaum noch herunterregeln, sie benötigt eine hohe Vorlauftemperatur oder die Heizungspumpe verbraucht sehr viel Strom. Sollten Sie ein oder mehrere Symptome feststellen, sollten Sie einen hydraulischen Abgleich beauftragen. Nachdem Ihr Heizungsfachmann die Heizlast berechnet hat, ermittelt er die optimale Vorlauftemperatur für Ihre Fußbodenheizung sowie die benötigte Wassermenge für jeden Heizkreis. Außerdem addiert er die Wassermengen für jeden Heizkreisverteiler, die für die gleichmäßige Wärmeverteilung zuständig sind. Im letzten Schritt ermittelt er die Druckverluste im Rohrnetz, stellt an jedem Heizkreis den optimalen Volumenstrom ein und die Einstellwerte der Differenzdruckregler an. Sollte diese Bauteile bei Ihrer Heizanlage noch fehlen, rüstet Ihr Heizungsfachmann sie nach. Danach liefert auch Ihre Fußbodenheizung wieder gleichmäßig, gut und effizient Wärme.

Warum treten nach hydraulischem Abgleich Fließgeräusche auf?

Der hydraulische Abgleich sorgt in der Regel dafür, dass vom Heizsystem verursachte Fließgeräusche verschwinden. Treten die Fließgeräusche nach dem hydraulischen Abgleich weiterhin auf, so kann dies daran liegen, dass die Heizungspumpe mit zu hohem, nicht einstellbarem Druck arbeitet. Für Abhilfe sorgt ein Differenzdruckregler – oder gleich eine neue Pumpe, wenn die alte zu viel Strom verbraucht. Eine weitere Ursache können Wasserdampfschläge am Ventil sein, die bei extremen Strömungsgeschwindigkeiten auftreten. Hier ist ein Durchflussregler die Lösung.

Berechnen Sie Ihr individuelles Einsparpotential!

Lohnt sich die Heizungsoptimierung durch hydraulischen Abgleich für Sie? Der WärmeCheck von co2online liefert die Antwort in fünf Minuten. Oder Sie lassen sich von einen Vaillant Fachpartner in Ihrer Nähe beraten, der den hydraulischen Abgleich auch gleich für Sie durchführt. Denn ein hydraulischer Abgleich ist zu komplex, um ihn selber zu machen.