Tim Richter
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Warum Vaillant? Nachhaltigkeit gibt den Ausschlag

 

Tim Richter, 42 Jahre alt, Head of Group Design, arbeitet seit Juni 2014 bei der Vaillant Group. Warum entscheidet sich ein Weltenbummler für ein Familienunternehmen im Bergischen Land? Wir fragten ihn nach seinem Eindruck aus 30 Monaten bei Vaillant.

Nachdem ich elf Jahre in China gearbeitet hatte, wollte ich wieder nach Deutschland, am liebsten in ein Familienunternehmen. Ich wollte einen Arbeitgeber, der meinen Vorstellungen für den nächsten Karriereschritt entspricht und habe mich einige Zeit umgesehen. Ich wollte Produkte gestalten, die langlebig sind, und in eine Firma einsteigen, die langfristig, ja, nachhaltig denkt. Insofern hat Nachhaltigkeit in mehreren Facetten eine Rolle gespielt. Bei der Stelle der Vaillant Group hat schließlich alles gepasst: Heizungen, Klimasysteme sind da natürlich ideal. Die Technologien sind spannend und zukunftsorientiert. Die Systeme haben eine lange Produktlebenszeit – entsprechend nachhaltig und langlebig muss das Design sein.

Wirklich positiv habe ich nach der ersten Zeit im Unternehmen die Mitarbeiterpolitik erfahren. Ich habe viele Kollegen getroffen, die schon sehr lange und sehr gern hier sind, die sich mit dem Unternehmen identifizieren. Auf der anderen Seite: Am Standort in Remscheid ist die Infrastruktur nicht optimal. Einige Gebäudeteile sind recht alt, es gibt viele und lange Wege, gerade in der Produktion.

Was mir ein wenig fehlt, ist etwas mehr Risikobereitschaft, wenn es um Premiumprodukte und um Innovation geht. Da müsste man aus meiner Sicht, aus Sicht eines Designers, einen Schritt weitergehen, mutiger sein, noch zukunftsorientierter.

Mehr Mut bei echten Innovationen

So manch wirklich zukunftsweisendem Produkt sieht man aus Design-Sicht nicht an, dass es sich hier um einen Leuchtturm, ein wirkliches Highlight handelt. Da könnte man noch einen Akzent setzen, der die Innovation hervorhebt. Dazu gehört nicht nur das Aussehen, sondern genauso die Interaktion in der Bedienung durch den Nutzer. Wir sind da dran. Denn: Design ist der Botschafter der Marke. Wir vermitteln die Markenwerte im Design. Wir Designer machen nicht nur schön. Wir liefern technischen Sachverstand, verschmelzen die Ansprüche von Entwicklung und Fertigung in unseren Ideen.

Wir als Industriedesigner haben natürlich immer auch Umweltthemen auf der Agenda. Schon im Studium werden wir dazu angehalten, Produkte umwelt- und sozialverträglich zu gestalten. Das Design muss langlebig und nachhaltig sein. Der Nutzer muss es gern um sich haben, auch für eine längere Zeit. Aber es gibt noch viel mehr Aspekte, die in unserer Arbeit wichtig sind. Dazu gehören etwa die Materialien und deren Verbund: Wertvolle Ressourcen dürfen am Ende nicht verloren gehen, sondern müssen wieder genutzt werden können. Wir forschen zudem, welche Materialien künftig für uns interessant sein könnten. Für mich gehört auch ganz maßgeblich die Kommunikation mit dem Kunden über die Gestaltung und Bedienung zum Designauftrag.

Es fehlt nicht viel zu einem wirklich grünen Unternehmen, außer ein bisschen mutiger zu sein, ein bisschen radikaler an der ein oder anderen Stelle.

Die Vaillant Group ist für mich auf einem guten Weg zu einem grünen Unternehmen. Die Eckpfeiler passen: Strategie, Projekte, Produkte, Personalmanagement, Kommunikation. Es fehlt nicht viel. Außer ein bisschen mutiger zu sein, ein bisschen radikaler an der einen oder anderen Stelle, um die Position als wirklich grünes Unternehmen neu zu definieren und zu verankern. Dazu kann sicher auch das Design beitragen.

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