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Wie funktioniert ein Piezozünder?

Wenn eine Gasheizung oder eine Gastherme ihren Betrieb aufnimmt, muss das Gas entzündet werden. Diese Aufgabe übernimmt der sogenannte Piezozünder. Der Name „Piezo“ leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bedeutet soviel wie „pressen“ oder „drücken“. Da das Prinzip des Piezozünders dem von klassischen Feuersteinen (beim Aneinanderschlagen entstehen Funken) entspricht, kann man ihn als modernen Feuerstein bezeichnen. Heute kommt jedoch kein Stein, sondern keramisches Material zum Einsatz, mit dem Funken erzeugt werden.

Funktionsweise eines Piezozünders

Wenn bestimmte Materialien (darunter Kristalle und spezielle Keramikverbindungen) mechanisch verformt werden, treten elektrische Ladungen auf. Dies rührt daher, dass sich durch den Druck Ladungsschwerpunkte verschieben und ein zuvor elektrisch neutrales Material zum Dipol wird. Unter einem Dipol versteht man die Anordnung zweier gleichgroßer elektrischer Ladungen oder magnetischer Pole entgegengesetzter Polarität, die sich in geringem Abstand voneinander befinden. An der Oberfläche baut sich daher eine Spannung auf, die in Form eines Funkens sichtbar wird. In Piezozündern von Feuerzeugen funktioniert das wie folgt: Beim Drücken der Taste wird eine Feder gespannt, die sich beim Überschreiten des Auslösepunktes schlagartig entspannt und einen kleinen Hammer auf einen Kristall schlagen lässt. Der Aufprall sorgt für eine kurzzeitige Deformation des Kristalls, die eingesetzte Energie wird wiederum in den Zündfunken umgewandelt, der das Gas zündet.

Piezozünder sind sehr langlebig und können eine große Zahl an Auslösungen in Serie liefern. Bei Gasthermen hört man während des Zündvorgangs oft schnelle Klickgeräusche, die jeweils für eine Auslösung mit Zündfunken stehen. Bei alten Gasheizungen und Gasthermen brannte meist ständig eine kleine Flamme, um das Gas bei Öffnung des Ventils zu entzünden. Der Piezozünder spart deshalb Brennstoff und ist überdies bequemer und sicherer, da er nur auf Anforderung Funken erzeugt und nicht mit offener Flamme arbeitet.

Piezozünder defekt?

Auch ein Piezozünder kann von Zeit zu Zeit kaputtgehen. Wenn die Gasheizung- oder -therme trotz ausreichender Gaszufuhr nicht mehr anspringt, kann es an folgenden Ursachen liegen:

  • Der Piezozünder hat an den Kontakten Feuchtigkeit aufgenommen und muss getrocknet werden.
  • Die Zündkontakte sind verschmutzt und können nicht mehr zünden. Eine einfache Reinigung kann helfen.
  • Die elektrische Versorgung des Piezozünders ist unterbrochen, Kabel können gebrochen und Kontaktstellen korrodiert sein. Falls eine Reparatur nicht möglich ist, muss der Zünder ersetzt werden.