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Prototypische Bau-Zukunft – mit Energie aus Luft, Boden und von der Sonne

So schön kann man schwierige Grundstücke in der Innenstadt revitalisieren: Für das spitz zulaufende Gelände einer ehemaligen Tankstelle in Leipzig Lindenau entwarf Dipl.-Ing. Architekt Stenzel einen energetisch und ökologisch mustergültigen Fünfgeschosser in Holzbauweise.

5-geschossiges „Holzhaus“ in Leipzig mehrfach preisgekrönt

Das ist ein echtes Statement, architektonisch wie ökologisch: ein in Leipzig neu errichtetes Wohn- und Geschäftshaus – massiv gebaut aus Holz und ausgestattet mit ebenso nachhaltiger wie klimafreundlicher Heiztechnik. Zwei Wärmepumpen vom Typ flexoTHERM nutzen Energie aus Luft und Boden zum Heizen und Kühlen des Objektes. Hinzu kommt eine Solaranlage.

Das fünfgeschossige „Holzhaus“ an der Felsenkellerstraße in Leipzig-Lindenau wurde bislang mit mehr als einem halben Dutzend renommierter Preise ausgezeichnet, für die architektonische Leistung und die konsequent ökologische Ausrichtung. Dazu trug die komplette Massivholzkonstruktion des Neubaus bei. Denn: Betrachtet man den kompletten Lebenszyklus eines Gebäudes, ist Holz als Speicher von Kohlendioxid der umweltverträglichste Bauwerkstoff überhaupt. Beton wurde lediglich für die Bodenplatte und den Treppenhauskern mit Aufzugsschacht verwendet.

Detailabstimmung: Architekt Stenzel (re.) und Dipl.-Ing. Jörg Geißler haben gemeinsam das ebenso ökologische wie technisch und wirtschaftlich sinnvolle Energiekonzept für das Leipziger „Holzhaus“ entwickelt.

Der Gebäudeentwurf

Holz für energiesparendes Bauen

Das „Holzhaus Leipzig“ ist in gewisser Weise ein Prototyp des Architekten Dipl.-Ing. Dirk Stenzel für innerstädtisches Bauen. Denn er verfolgt das Ziel, Gebäude und urbane Quartiere im Dreiklang sozialer, ökonomischer und ökologischer Aspekte zu projektieren. Das Objekt mit gemischter Nutzung – vier Wohneinheiten und ein gewerblicher Bürohandel – erreicht das „KfW-Effizienzhaus 55“-Niveau.

Architekt Stenzel: „Herausforderung war dabei nicht die Gebäudekonstruktion an sich. Die erfüllt dank Holz und entsprechendem Fassadenaufbau problemlos hohe Ansprüche an energiesparendes Bauen. Schwierig wurde es beim energetischen Gesamteffizienzanspruch aber durch die großen Glasflächen der Gewerbeeinheit. Denn die sorgen im Sommer für einen massiven Wärmeeintrag, der abgefangen werden muss.“

Optimal ausgenutzt mit bis ins Detail abgestimmter, nachhaltiger Wärmetechnik: Blick in den überaus aufgeräumten Heiztechnikraum des „Holzhauses“.

Das Energiekonzept

Unterschiedliche Wärmepumpen für unterschiedliche Nutzung

Die Art der Nutzung, Gewerberäume und Wohnungen, führte deswegen auch zu einer „thermischen Zweiteilung“ des Objektes. So benötigen die gewerblichen Räume mit hohen, offenen Räumen und mit ausgedehnten Glasflächen tagsüber die meiste Heiz- oder Kühlleistung. Die Wohnungen hingegen werden vorwiegend abends und am Wochenende genutzt. Die Lösung ist ein Energiekonzept mit zwei Wärmepumpen: Für den Ladenbereich kam eine Luft/Wasser-Wärmepumpe flexoTHERM exclusive (17 kW Leistung) mit aktiver Kühlung zum Einsatz. Ein ergänzender Elektro-Umlauf-Wasserheizer vom Typ eloBLOCK (20 kW) fängt Spitzenlasten ab. Die Wohneinheiten des Neubaus wiederum werden ebenfalls über eine flexoTHERM-Wärmepumpe, diesmal aber als Sole/Wasser-Ausführung mit 14 kW Leistung versorgt. Die kostenlose Umweltwärme kommt dabei von vier Erdsonden. Die sind rund 90 Meter tief in Fels gebohrt und beschicken einen 1.500-Liter-Multifunktionsspeicher (Typ „allSTOR“) als Energiespeicher.

Dieser Speicher wird zusätzlich über eine thermische Solaranlage des Typs „auroTHERM“ mit acht Kollektoren erwärmt. Die sind auf dem Flachdach perfekt nach Süden ausgerichtet; das garantiert hohen Ertrag. Der solare Deckungsgrad gesamt liegt so bei etwa 23 Prozent.

Während für die Gewerbeeinheit die Kühlfunktion aktiv über den Kompressor der flexoTHERM-Inneneinheit läuft, werden die Wohngeschosse besonders nachhaltig passiv gekühlt: Im Umkehrbetrieb führt die Sole/Wasser-Wärmepumpe die Wärmelast über die Flächenheizsysteme in den Wohnungen auf die Erdsonden zurück. Das bringt mit vergleichsweise minimalem Energieeinsatz eine Temperaturreduzierung von etwa 4 bis 5 K.

Die Kosten-Nutzenbetrachtung

Sehr gute Leistungszahlen der Wärmepumpen

Architektur und Ausführung des „Holzhauses“ sind grundsätzlich auf einen möglichst geringen Einsatz von Primärenergie ausgerichtet. Das machen die in der Praxis erreichten Jahresarbeitszahlen (JAZ) der beiden Wärmepumpen von 4,81 und 4,8 deutlich. „Diese gerade für ein solches Objekt mit gemischter Nutzung sehr guten Werte sind definitiv nur zu erreichen, weil mit Blick auf den bevorzugten regenerativen Wärmeerzeuger die Nutzungseinheiten und ihre wärmespezifischen Anforderungen getrennt betrachtet wurden“, bestätigt auch Vaillant Verkaufsberater Hartmut Rokosch. Für Investoren und Betreiber zahlt sich das durch niedrige Verbrauchskosten über die Lebensdauer des Gebäudes hinweg aus.

Zahlen, Daten, Fakten

Pressereportage „Holzhaus“ Leipzig
Gebäudevolumen Ve2.482 m³
Gebäudenutzfläche AN794 m²
Gebäudehüllfläche A1.185 m²
Primärenergiebedarf Q“p24,5 kWh/m²a
Transmissionswärmeverluste H“T0,31 W/m²K
Heizwärmebedarf qh33,93 kWh/m²a
Trinkwassererwärmung Qtw9.928,75 kWh/a
Endenergiebedarf QE8.697,39 kWh/a

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