BEG und Modernisierung: Höhere Förderungen für den Heizungstausch

Die neue Richtlinie der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM): BAFA zahlt mehr Geld für mehr Nachhaltigkeit.

Mit Einführung der BEG zahlt es sich noch mehr aus, eine alte Heizung auszutauschen. Diese Einzelmaßnahme wird durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit hohen Zuschüssen gefördert. Förderkredite für eine neue Heizung im Zuge einer umfangreichen Haussanierung sind hingegen noch bis zum 30. Juni 2021 bei der KfW-Bank zu beantragen.

Ab dem 1. Juli gilt die BEG auch für den Neubau und die Sanierung von Effizienzhäusern. Wichtig zu wissen: Dann können Einzelmaßnahmen gemäß BEG EM wahlweise mit einer Zuschussförderung durch das BAFA gefördert werden oder durch einen Förderkredit der KfW.

Die Höhe der Kostenbeteiligung durch das BAFA richtet sich nicht allein nach der Effizienz des Wärmeerzeugers: Ziel ist außerdem, den Anteil erneuerbarer Energien von Heizungen deutlich zu erhöhen. Je nach technischer Lösung werden daher unterschiedlich hohe Prozentsätze an Zuschüssen gezahlt.

Welche Heizungen werden 2021 gefördert?

Die BEG EM zahlt nur noch Zuschüsse für Heizungen, die mindestens 25 Prozent der benötigten Wärmeleistung aus erneuerbaren Energien erzeugen. Besonders nachhaltig sind Wärmepumpen, Solaranlagen und Biomasseanlagen. Denn sie nutzen überwiegend regenerative Energiequellen – Wärmepumpen zum Beispiel zu rund 75 Prozent, in Verbindung mit Photovoltaik sogar bis zu 100 Prozent.

Gefördert werden außerdem Gas-Hybridheizungen. Diese Systeme kombinieren die Wärmeerzeugung aus Gas mit erneuerbaren Energien. Dazu wird das Gas-Brennwertgerät mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie-Anlage zur Heizungsunterstützung über einen Multifunktionsspeicher gekoppelt.

Als dritte Variante werden Gas-Brennwertgeräte gefördert, die „Renewable Ready“ sind. Das heißt: Das Gas-Brennwertgerät verfügt über eine Regelung und Technik, die eine Kopplung mit erneuerbaren Energieträgern wie Solarthermie oder Wärmepumpe möglich macht. Eine so vorbereitete Hybridheizung – meistens ein Gas-Brennwertgerät plus ein Multifunktionsspeicher – wird mit 20 Prozent gefördert. Das System zur Einkopplung der Umweltwärme ist innerhalb von zwei Jahren nachträglich zu installieren.

Ölheizungen werden hingegen nicht mehr gefördert – auch nicht als Hybridheizung. Ganz im Gegenteil: Wer eine Ölheizung austauscht, wird mit einer 10 Prozent höheren Förderung belohnt.

Privatleute können die Kosten inklusive Mehrwertsteuer geltend machen. Freiberufler oder Unternehmen, die vorsteuerabzugsberechtigt sind, können nur die Nettokosten angeben. Der Höchstbetrag ist 60.000 Euro pro Wohneinheit, einschließlich Umfeldmaßnahmen.

Modernisierung
Förderung
iSPF*
Bonus
Austauschprämie
Ölheizung
Maximal mögliche Förderung
AnlagentechnikLüftungsanlagen20%+5%-=25%
„Efficiency Smart Home“ /
Energiemanagement
20%+5%-=25%
Klimaanlagen <12 kW
(Nichtwohngebäude)
20%+5%-=25%
Anlagen zur
Wärmeerzeugung
Wärmepumpe35%**+5%+10%=50%
Solaranlage30%**+5%-=35%
Erneuerbare Energien Hybridheizung
(EE Hybride)***
35%**+5%+10%=50%
Gas-Hybridheizung
mit erneuerbarer Wärmeerzeugung
30%**+5%+10%=45%
Gas-Hybridheizung, Renewable Ready (spätere Einbindung erneuerbarer Wärmeerzeugung) 20%+5%-=25%

*Bitte beachten Sie, dass auf sämtliche Fördermittel kein Rechtsanspruch besteht. Der genannte maximale Förderbetrag vom Staat versteht sich inklusive 5%, wenn eine energetische Sanierungsmaßnahme Bestandteil eines geförderten individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) ist.

**Die BEG des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt diese Förderung bis zu einer Investitionssumme von max. 60.000 Euro je Wohneinheit. Die Fördergrundlage (100 %) setzt sich zusammen aus den Ausgaben für: die Anschaffung, Installation und Inbetriebnahme des Heizsystems, die Installation von Speichern und Regelungen sowie aus den Kosten für strukturelle Arbeiten (z. B. die Deinstallation oder Entsorgung des alten Heizsystems oder die Optimierung des bestehenden Heizungsverteilsystems, etwa durch Flachheizkörper).

***Kombination einer Biomasse-, Wärmepumpen und/oder Solarkollektoranlage

Bonus bei individuellem Sanierungsfahrplan

Mit der BEG EM wird ein weiterer Bonus neu eingeführt. Die Förderhöhe wird um 5 Prozent angehoben, wenn die Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) ist. Eine der Fördervoraussetzungen ist, dass ein solcher Plan von einem akkreditierten Energieeffizienz-Experten erstellt und beim BAFA registriert wurde. (Einen Energieberater in Ihrer Nähe finden Sie auf der Internetseite energie-effizienz-experte.de). Die Beraterkosten für die Erstellung eines iSFP werden durch das BAFA zu 80 Prozent übernommen – bis zu einem Höchstwert von 1.300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und bis 1.700 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten.

Nur bei einem so geförderten – und damit beim BAFA registrierten – Sanierungsfahrplan wird bei der späteren Umsetzung der darin beschriebenen Sanierungsmaßnahmen der zusätzliche Bonus in Höhe von 5 Prozent gezahlt. Allerdings darf die Erstellung des zugrundeliegenden iSFP maximal 15 Jahre zurückliegen.

Um einen individuellen Sanierungsfahrplan zu erstellen, analysiert der Energieeffizienz-Experte bei einem Termin vor Ort den energetischen Zustand des Hauses. Ziel ist es, Maßnahmen abzustimmen, die das Gebäude auf ein Effizienzhaus-Niveau heben. Das spart Energiekosten und reduziert den CO2-Ausstoß.

Der Sanierungsfahrplan kann als Gesamtmaßnahme konzipiert oder in einzelne Schritte unterteilt werden. Die Reihenfolge der Umsetzung ist zwar beliebig, und der Energieberater kann die Maßnahmenpakete auf die Komfortwünsche des Eigentümers und die ohnehin notwendigen Instandhaltungen abstimmen. Der Sanierungsfahrplan ist allerdings so strukturiert, dass mit jedem Schritt die besten energetischen Erfolge erzielt werden.

Was zählt laut BEG EM zu den förderfähigen Kosten?

Zu den förderfähigen Kosten zählt die BEG EM nicht nur die Anschaffungskosten des Heizsystems, sondern auch sogenannte Umfeldmaßnahmen und die Inbetriebnahme.

In die Anschaffungskosten eingeschlossen sind außer dem Beschaffungspreis des Heizsystems auch die Installation und dazugehörige Montagearbeiten. Wird eine Gas-Hybridheizung mit Solarthermieanlage installiert, gehört zum Beispiel auch der Gerüstbau zu den förderfähigen Kosten, um die Solarkollektoren auf dem Dach zu montieren. Ein anderes Beispiel: Wird eine Wärmepumpe installiert, die die Erde oder das Grundwasser als Wärmequelle nutzt, zählen auch die Erd- und Bohrarbeiten zu den förderfähigen Gesamtkosten. Das Gleiche trifft auf Fundamentarbeiten zur Aufstellung der Außeneinheit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe zu.

Zu den Umfeldmaßnahmen gehören außerdem alle Arbeiten, die beim Austausch einer Ölheizung anfallen. Wird stattdessen eine Gas-Brennwertheizung installiert, ist unter Umständen ein geeignetes Abgassystem in den Schornstein einzubringen. Auch die Demontage und Entsorgung des Öltanks ist förderfähig, inklusive der Beseitigung eventueller Schadstoffe und Sonderabfälle. Selbst die Renovierung des alten Ölkellers wird als Umfeldmaßnahme gefördert.

Des Weiteren gibt es für die Optimierung der Wärmeverteilung Geld. Wer eine Wärmepumpe installiert, kann die Flächenheizung in der Decke, auf dem Fußboden oder an der Wand in die Förderung einschließen – allerdings nur im Gebäudebestand. Der Grund ist, dass diese Maßnahme die Effizienz der Heizung verbessert. Unter diesem Aspekt wird der Austausch alter Heizkörper gegen Niedertemperatur-Heizkörper ebenfalls gefördert. Eingeschlossen sind auch alle Bauteile und Arbeiten für den hydraulischen Abgleich.

Neu bei der BEG EM: Lüftungsanlagen werden wieder gefördert

Lüftungsanlagen, auch kontrollierte Wohnraumlüftung genannt, tragen in Wohngebäuden erheblich zur Energieeinsparung bei. Sie tauschen verbrauchte Raumluft bedarfsgerecht gegen frische Außenluft aus, ohne die Fenster dafür öffnen zu müssen. Die zugeführte Außenluft wird durch die Abluft nahezu auf die Raumtemperatur erwärmt – oder im Sommer gekühlt – bevor sie in die Zimmer einströmt. Dieses als Wärmerückgewinnung bezeichnete Prinzip macht Lüftungsanlagen zu einer sinnvollen Maßnahme zur Effizienzsteigerung des Gebäudes. Deshalb wird der Einbau, der Austausch oder die Optimierung einer solchen Anlagentechnik mit einem Investitionszuschuss von 20 Prozent gefördert.

Außer der Energieeinsparung steigern Lüftungsanlagen erheblich den Wohnkomfort. Mehr dazu hier.

Antragstellung der Bundesförderung für Einzelmaßnahmen

Wann und wie ist die Förderung von Einzelmaßnahmen gemäß den neuen Förderrichtlinien der BEG zu stellen? Hier erhalten Sie einen Überblick.

FAQ zur Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude teilt die Aufgaben der Förderinstitutionen neu auf: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst Modernisierungsvorhaben. Die KfW-Bank fördert umfangreiche Sanierungsprojekte und Neubauten, die ein Effizienzhaus-Niveau erreichen. Hier einige Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Förderung von Einzelmaßnahmen in Bestandsgebäuden.