MAP-Förderung 2020: Das Klimapaket bringt mehr Geld für umweltfreundliche Heizungen

Mit der „Auslieferung“ des sogenannten Klimapakets hat sich das Marktanreizprogramm (MAP) stark verändert. Zum einen ist es übersichtlicher geworden. Zum anderen gibt es im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 mehr Geld für die Installation nachhaltiger Heizsysteme.

Statt fester Beträge zahlt das MAP Zuschüsse, die sich prozentual auf die tatsächlich anfallenden Kosten beziehen. Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden. Das bedeutet: Wenn Sie beispielsweise eine Ölheizung austauschen gegen eine umweltfreundliche Heizung, die erneuerbare Energien nutzt, trägt der Staat bis zu 45 Prozent der Kosten. Antragstellung und Auszahlung der Fördermittel läuft über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Welche Heizungen und Kosten förderfähig sind und wie Sie die Fördermittel erhalten, erfahren Sie hier.

Welche Heizungen werden durch das MAP gefördert?

Die MAP-Förderung gilt nur für Heizungen, die vollständig oder anteilig erneuerbare Energien nutzen. Dazu gehören Wärmepumpen, Solaranlagen und Biomasseanlagen, Gefördert werden zudem Hybridheizungen. Das sind Systeme, die teilweise erneuerbare und teilweise fossile Energieträger nutzen. Allerdings sind nur hybride Gas-Brennwertheizungen mit einem regenerativen Anteil von 25 Prozent förderfähig, beispielsweise in Kombination mit einer Solarthermieanlage oder einer Wärmepumpe.

Ölheizungen werden hingegen nicht mehr gefördert – auch nicht als Hybridheizung. Ganz im Gegenteil: Wer eine Ölheizung austauscht erhält 10 Prozent mehr MAP-Förderung vom BAFA.

Wie hoch sind die Zuschüsse der MAP-Förderung?

Heizungen, die ausschließlich erneuerbare Energien nutzen, wie beispielsweise Wärmepumpen, werden mit einem Zuschuss in Höhe von 35 Prozent der Gesamtkosten gefördert. Wird dafür eine Ölheizung ausgetauscht, erhöht sich der Fördersatz sogar auf 45 Prozent.

Eine Gas-Hybridheizung wird mit 30 Prozent gefördert. Auch hier gibt es eine Austauschprämie von zusätzlich 10 Prozent, wenn das neue Heizsystem eine Ölheizung ersetzt.

Eine dritte Variante, die das MAP fördert, sind Gas-Brennwertgeräte, die „renewable ready“ sind. Das heißt: Das Gas-Brennwertgerät verfügt über eine Regelung und Technik, die eine Kopplung mit erneuerbaren Energieträgern wie Solarthermie oder Wärmepumpe möglich macht. Eine solche vorbereitete Hybridheizung – meistens ein Gas-Brennwertgerät plus ein Multifunktionsspeicher – wird mit 20 Prozent gefördert. Das System zur Einkopplung der Umweltwärme ist innerhalb von zwei Jahren nachträglich zu installieren.

Art des neuen HeizsystemsFörderungFörderung bei Austausch alter Ölheizung
Wärmepumpe35%45%
Solaranlage30% 
Gas-Hybridheizung
mit erneuerbarer Wärmeerzeugung (Solarthermie oder Wärmepumpe)
30%40%
Gas-Hybridheizung
spätere Einbindung erneuerbarer Wärmeerzeugung "Renewable Ready"
20% 
Quelle: BAFA

Was zählt laut BAFA zu den förderfähigen Kosten?

Zu den förderfähigen Kosten des MAP zählt das BAFA nicht nur die Anschaffungskosten des Heizsystems, sondern auch sogenannte Umfeldmaßnahmen und die Inbetriebnahme.

In die Anschaffungskosten eingeschlossen sind außer dem Beschaffungspreis des Heizsystems auch die Installation und dazugehörige Montagearbeiten. Wird eine Gas-Hybridheizung mit Solarthermieanlage installiert, gehört zum Beispiel auch der Gerüstbau zu den förderfähigen Kosten, um die Solarkollektoren auf dem Dach zu montieren. Ein anderes Beispiel: Wird eine Wärmepumpe installiert, die Erde oder das Grundwasser als Wärmequelle nutzt, zählen die dazu erforderlichen Erd- und Bohrarbeiten ebenfalls zu den förderfähigen Gesamtkosten. Das Gleiche trifft auf Fundamentarbeiten zur Aufstellung der Außeneinheit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe zu.

Als Umfeldmaßnahmen definiert das BAFA alle Arbeiten, die für den Einbau eines förderfähigen Heizsystems erforderlich sind. Wird beispielsweise eine Ölheizung gegen eine Gas-Brennwertheizung getauscht, ist unter Umständen ein geeignetes Abgassystem in den Schornstein einzubringen. Wer eine Wärmepumpe installiert, kann die Flächenheizung in der Decke, auf dem Fußboden oder an der Wand in die Förderung einschließen – allerdings nur im Gebäudebestand. Der Grund ist, dass diese Maßnahme die Effizienz der Heizung verbessert. Unter diesem Aspekt sind auch alle Bauteile und Arbeiten förderfähig, die dem hydraulischen Abgleich einer Wärmeverteilung über Heizkörper dienen. Der Austausch alter Heizkörper gegen Niedertemperatur-Heizkörper wird deshalb ebenfalls gefördert.

Wichtiger Tipp für die Betreiber von Ölheizungen: Wer seine Ölheizung austauschen will, kann auch die Demontage und Entsorgung des Öltanks in die Förderung einbeziehen, inklusive der Beseitigung eventueller Schadstoffe und Sonderabfälle. Selbst die Renovierung des alten Ölkellers ist förderfähig, wenn stattdessen dort eine umweltfreundliche Heizung installiert wird.

Privatleute können die Kosten inklusive Mehrwertsteuer beim BAFA geltend machen. Freiberufler oder Unternehmen, die vorsteuerabzugsberechtigt sind, können nur die Nettokosten angeben. Der Höchstbetrag ist 50.000 Euro pro Wohneinheit. Details finden Sie unter Antragstellung beim BAFA.

Weitere Fragen, wie zum Beispiel zu möglichen Kombinationen verschiedener Förderungen, werden in den FAQ zum Marktanreizprogramm beantwortet.

Antragstellung beim BAFA

Wann erfolgt die Antragstellung und mit welchen Unterlagen? Wie Sie die MAP-Förderung für Wärmepumpe, Gas-Hybridheizung und Solarthermie beantragen, erfahren Sie hier.

FAQ zum Marktanreizprogramm

Das Klimapaket der Bunderegierung hat die MAP-Förderung mit Beginn des Jahres 2020 stark verändert. Mehr Wissen zu den Einzelheiten bringt mehr Fördergelder. Hier einige Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Marktanreizprogramm.