Brennwerttechnik

Brennwertgeräte nutzen zusätzlich zur messbaren Wärmeenergie des Abgases die im Wasserdampf enthaltene (latente) Wärmenergie, die ansonsten durch den Schornstein verloren geht. Der Abgasverlust wird dadurch geringer, und somit verbraucht das Brennwertgerät weniger Energie. In Brennwertgeräten wird dieser im Abgas enthaltene Wasserdampf meistens über Edelstahl-Wärmetauscher verflüssigt. Damit der Wasserdampf kondensieren kann, muss er auf eine Temperatur abgekühlt werden, die unterhalb des sogenannten Taupunktes liegt. Dies wird erreicht in dem über die großen Edelstahl-Wärmetauscher und niedrige Rücklauftemperaturen des Heizungssystems das Abgas gekühlt wird.

Zur effektivsten Nutzung dieser Brennwerttechnik sollte das Heizungssystem deshalb für niedrige Wassertemperaturen (Vorlauf-/Rücklauftemperatur) ausgelegt sein. Da der Wasserdampf des Abgases kondensiert, müssen auch die Abgaswege entsprechend hierfür geeignet sein. In der Praxis wird hierfür in den meistens vorhandenen Schornsteinzug des alten Heizgerätes eine entsprechende Kunststoff-Abgasleitung vom Fachhandwerker eingezogen. Die erzielbaren Nutzungsgrade bei Heizgeräten wurden in Deutschland bisher nur auf den sogenannten Heizwert (Hi) des Energieträgers (z. B. Gas) bezogen angegeben, daher ergaben sich bei Brennwertgeräten hier rechnerische Nutzungsgrade von über 100 Prozent. Heute werden diese Nutzungsgradwerte auch in Deutschland auf den sogenannten Brennwert (Hs) bezogen und liegen damit bei Werten bis zu 99 Prozent (Hs).

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